Der Oktober hat begonnen – und Bitcoin notiert plötzlich wieder auf 120 000 US-Dollar. Die Schwerfälligkeit des dritten Quartals scheint vergessen, die Herbst-Euphorie nimmt Fahrt auf. Das vierte Quartal gilt an den Finanzmärkten als die erfolgreichste Phase des Jahres. Der Dow Jones legte in den letzten drei Dekaden durchschnittlich 4.3 Prozent im Schlussquartal zu, der S&P 500 kam auf 3.6 Prozent und der Nasdaq auf beachtliche 4.7 Prozent. Bemerkenswert: Diese Indizes schlossen fast 80 Prozent aller vierten Quartale seit 1989 im Plus.
Die letzten drei Monate des Jahres sind traditionell stark für Bitcoin – besonders, wenn der September davor auch grün war.
Noch stärker performt in Q4 von Post-Halving-Jahren (wie 2025 eines ist) traditionell der Kryptomarkt. Diesmal stehen Altcoins wegen möglicher ETFs im Fokus. Wir zeigen euch heute die Hype-Narrative und Altcoins mit dem größten Potenzial. Allerdings gibt es bei der ganzen Altcoin-Season-Sache einen Haken.
Warum steigen Bitcoin und Altcoins in Q4?
Bevor wir in den Altcoin-Sektor eintauchen, müssen wir verstehen, warum Q4 traditionell so stark ist. Portfolio-Umschichtungen großer Fonds fallen mit der Bonus-Saison und den Festtagen zusammen. Dieses Jahr macht zudem die Konjunktur der USA Hoffnung.
Das US-BIP wuchs im zweiten Quartal um robuste 3.8 Prozent, die Konsumausgaben stiegen mit 2.5 Prozent zuletzt stärker als erwartet – ein Zeichen für Kauflaune und Risikofreude. Mit den Zinssenkungen der Federal Reserve ab September dürfte sich dieser Trend in der wichtigen Weihnachtssaison noch verstärken.
Traditionell ist der November Bitcoins stärkster Monat. Ethereum erwacht für gewöhnlich im Winter und blüht im Frühjahr auf. Altcoins sind in ihrer Performance stark von ETH abhängig.
Vor allem der Kryptomarkt steht in Q4 des Post-Halving-Jahres (mal wieder) im Fokus: Die US-Börsenaufsicht SEC hat im September generische Zulassungsstandards für Spot-Krypto-ETFs eingeführt, was den Genehmigungsprozess massiv beschleunigt.
16 neue ETFs für Solana, XRP, Litecoin, Cardano und Dogecoin stehen unmittelbar vor der Zulassung – Bloomberg-Analyst Eric Balchunas sieht die Genehmigungswahrscheinlichkeit bei 100 Prozent. Weitere 80 Anträge befinden sich in der Pipeline. Aber auch historische Muster sprechen für ein starkes Krypto-Q4: Bisher erreichte Bitcoin sein Zyklus-Top jedes Mal rund eineinhalb Jahre nach dem Halving. Diesmal würde das ein mögliches Bullrun-Finale im Oktober bedeuten.
Die historischen Zahlen sind beeindruckend: Der November ist mit durchschnittlich fast 50 Prozent der stärkste Bitcoin-Monat, Ethereum blüht im häufig im Frühling auf. Typischerweise rotiert Kapital dann von Bitcoin in Ethereum und schließlich in Altcoins, was die sogenannte Altcoin-Season auslöst. Welche Altcoins sollte man dann auf dem Schirm haben?
Old but Gold: Sind Solana, XRP und AVAX ein gutes Investment?
Bei einer Altcoin-Season ist nicht nur der Beginn, sondern auch der Verlauf kaum vorhersehbar. Schon jetzt explodieren täglich vereinzelte Altcoins wie aus dem Nichts. Am Beginn eines allgemeinen Altcoin-Booms performen für gewöhnlich vor allem etablierte und ältere Projekte sowie ganz neue und gehypte Coins gut. Die alten, sogenannten Dino-Coins profitieren vor allem von starken, über Jahre gereiften Communities und einem guten Ruf. Auch starke Partnerschaften sind wichtig.
Von den größten Altcoins hat Solana vom Bärenmarkt-Boden aus die stärkste Performance hingelegt. XRP holte Ende 2024 auf, AVAX erwacht gerade aus dem Krypto-Winterschlaf.
Der heiß umstrittene Top-5-Coin Solana trumpft vor allem mit Geschwindigkeit auf: Bis zu 65 000 Transaktionen pro Sekunde bei minimalen Kosten machen die Blockchain besonders für Privatanleger zur bevorzugten Plattform für NFTs und dezentrale Börsen.
Mit über 114 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung gehört Solana zu den Top-5-Kryptowährungen, die bevorstehende ETF-Zulassung und neue börsengelistete Treasury-Firmen, die SOL-Käufe zu ihrem Geschäftsmodell machen, bringen institutionelles Kapital.
Solana nähert sich dem wichtigen Widerstand bei rund 250 Dollar und dürfte dort nochmal deutlich abverkaufen. Ein alternativer Ausbruch ist möglich.
Der nach Ethereum größte Altcoin XRP fokussiert sich auf grenzüberschreitende Zahlungen und wird bereits von über 300 Finanzinstituten genutzt. In den Fokus rückte das Projekt kürzlich durch Pläne einer digitalen Weltbank. Der gewonnene Rechtsstreit gegen die SEC schaffte regulatorische Klarheit und stärkte die leidgeprüfte Community.
Mit rund 170 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung und unmittelbar bevorstehender ETF-Zulassung steht XRP vor einem Wendepunkt. Investoren aus den Bullruns 2017 und 2021 sehen ihre Geduld nun belohnt – institutionelles Interesse wächst.
Eminent wichtig für gute Altcoin-Performance ist breiter wirtschaftlicher Optimismus (hier dargestellt durch den US-Einkaufsmanagerindex PMI).
Avalanche bietet eine einzigartige Drei-Blockchain-Architektur mit bis zu 4500 Transaktionen pro Sekunde. Besonders attraktiv: Unternehmen können private Subnets erstellen, was Partnerschaften mit JPMorgan und Deloitte ermöglichte. Mit gut zehn Milliarden Dollar Marktkapitalisierung gehört AVAX zu den Top-15-Coins.
Als etablierte Large-Cap profitiert AVAX bereits von der Kapitalrotation, während die aktive Entwickler-Community für organisches Wachstum sorgt. In einer möglichen Altcoin-Season ist AVAX neben Cardano und Sui ein heißer Anwärter auf die Top-10.
Aerodrome, HYPE und ASTER: Geht der DEX-Hype weiter?
Der größte Hype im Kryptomarkt entfaltet sich aktuell um dezentralisierte Kryptobörsen (DEXs), wo Trader unabhängig von großen Exchanges wie Binance oder Coinbase handeln können. Ironischerweise wird der aktuelle Leader dieser Sparte, die Perpetuals DEX Aster (die wir euch hier vorgestellt haben), von Binance unterstützt.
Aster startete Mitte September bei 0.08 Dollar und explodierte innerhalb weniger Tage auf weit über zwei Dollar – ein Plus von fast 2800 Prozent. Zusammen mit Hyperliquid kontrolliert Aster rund die Hälfte des gesamten Perpetual-DEX-Marktes. AERO wiederum ist der wichtigste Knotenpunkt der aufstrebenden Coinbase-Blockchain BASE und vor allem wegen der passiven Ertragsmöglichkeiten für Nutzer sehr beliebt.
Aerodrome haben wir unseren Abonnenten bereits Anfang des Jahres empfohlen. Anschließend hat AERO unsere Zielzone erreicht und seitdem Boden gut gemacht.
Hyperliquid dominiert als wertvollste DEX mit einer Marktkapitalisierung von über 13 Milliarden Dollar – mehr als doppelt so viel wie Uniswap. Die Plattform läuft auf einer eigenen Layer-1-Blockchain und kombiniert niedrige Gebühren mit Hochgeschwindigkeits-Trading. Besonders beliebt sind fortgeschrittene Funktionen wie Copy-Trading und Scale-Orders.
Der HYPE-Token fungiert als Governance-Token und profitiert direkt vom Handelsvolumen der Plattform, weil Hyperliquid mit seinen Einnahmen die eigenen Token zurückkauft. In Q4 dürfte das gestiegene Interesse an Hebel-Trading und die Suche nach CEX-Alternativen weiteren Auftrieb geben.
Hyperliquid dominiert den Perp-DEX-Markt, Asters Anteil wuchs zuletzt aber deutlich. Gemeinsam halten Aster und HYPE mehr als 50 Prozent der Marktmacht.
Während Binance mit Aster im Rampenlicht steht, entwickelt Coinbase seine eigene DEX Aerodrome schon deutlich länger. Auch deren nativer Token AERO explodierte in den letzten Monaten von wenigen Cents auf zwischenzeitlich deutlich über zwei Dollar. Aerodrome etablierte sich als führende dezentrale Börse auf der Base-Blockchain.
Vor wenigen Wochen integrierte Coinbase die DEX direkt in die zentrale Börse. Nutzer können ihre Token sperren und erhalten dafür Stimmrechte sowie Anteile an den Handelsgebühren. Als Herzstück des Base-Ökosystems profitiert Aerodrome direkt von Coinbases Vorstoß in dezentrale Finanzen und von wachsendem Volumen in Q4.
RENDER, FET und TAO: Sind KI-Altcoins tot?
Der Auftakt zu diesem Bullrun im Herbst 2023 und Frühjahr 2024 gehörte zweifelsohne den KI-Altcoins. Etablierte Projekte wie Fetch.ai oder NEAR stiegen innerhalb weniger Wochen um mehrere tausend Prozent und entfachten einen Hype um die Verbindung zwischen Blockchain und Künstlicher Intelligenz.
Weil Künstliche Intelligenz viel Rechenleistung braucht, boomten gleichzeitig sogenannte DePIN-Projekte, also dezentrale Cloud-Anbieter wie RENDER oder IO.net. Besondere Beachtung erhielt Bittensor (TAO), dessen Blockchain bereits als Bitcoin der KI betitelt wurde. In den letzten Monaten verloren KI-Coins allerdings deutlich an Aufmerksamkeit und fielen im Preis.
Anfang 2024 brachte für FET und RENDER starke Rallies, TAO startete später durch. Letztlich hat Bitcoin aber alle drei KI-Riesen übertrumpft – bis jetzt.
Das etablierteste Blockchain-Protokoll für Künstliche Intelligenz ist Fetch.ai. Fetch entwickelt autonome Agente, die Daten und Dienstleistungen dezentral austauschen können. Ziel ist es, Märkte effizienter zu gestalten – etwa in Logistik, Mobilität oder Energieversorgung.
Durch die Verschmelzung von Künstlicher Intelligenz mit Blockchain-Technologie schafft Fetch.ai eine Infrastruktur, in der Maschinen eigenständig handeln und Transaktionen durchführen. Mit der Umstellung auf den ASI-Token der Superintelligence Alliance rückt das Projekt in den Fokus der dezentralen KI-Ökonomie.
RENDER notiert nach einer langen Korrektur innerhalb unserer (exklusiv für Abonnenten ersichtlichen) Einstiegszone. Ein finaler Abverkauf ist vor der nächsten Rallye möglich.
Im Windschatten von FET schwang sich RENDER zu einem der Top-Performer des frühen Krypto-Bullruns 2025 auf. Render ist ein dezentrales Cloud- und Hardware-Netzwerk, das Rechenleistung für grafikintensive Anwendungen wie 3D-Rendering, Animationen oder Metaverse-Projekte bereitstellt.
Nutzer können ihre ungenutzte GPU-Leistung vermieten und dafür RENDER-Token verdienen, während Künstler kostengünstig Zugang zu enormer Rechenkapazität erhalten. Besonders interessant ist die Rolle von Render für Filmstudios, Künstler und die wachsende XR- und Gaming-Industrie. Von Herbst 2023 bis Frühling 2024 konnte RENDER seinen Wert fast verzehnfachen.
Der gesamte Altcoin-Sektor ist stark von der globalen Liquidität abhängig. Die geldpolitischen Gegebenheiten bessern sich langsam, aber sicher.
Der neue heiße Player im KI-Krypto-Game hieß Anfang 2024 Bittensor mit dem nativen Coin TAO: Bittensor ist ein dezentralisiertes Netzwerk, das die Entwicklung und den Austausch von Künstlicher Intelligenz belohnt.
Anstatt KI-Modelle in zentralisierten Unternehmen zu bündeln, ermöglicht Bittensor einen offenen Markt, in dem Entwickler ihre neuronalen Netze trainieren, anbieten und durch TAO-Token monetarisieren können. So entsteht ein Ökosystem, das Innovation fördert, Transparenz schafft und die Abhängigkeit von großen Tech-Konzernen reduziert.
Chainlink, HBAR und ONDO: RWA erobert die Welt
Nach KI waren Real World Assets im vergangenen Jahr das bestimmende Utility-Narrativ (Altcoins mit konkreter technischer Anwendung) im Kryptomarkt. Dabei geht es um analoge Assets, die auf der Blockchain tokenisiert und handelbar gemacht werden.
Von Immobilien über Sammlerstücke, Rohstoffe oder Aktien ist alles dabei. Anwendungen reichen über die Bereitstellung von Daten durch Orakel-Netzwerke wie Chainlink über die Tokenisierung von Wertpapieren beim Marktführer ONDO Finance bis hin zur RWA-Infrastruktur, die etwa Hedera Hashgraph liefert.
Seit Anfang 2024 zeigt Ondo Stärke, HBAR konnte Ende des Jahres nachholen. Chainlink hinkt noch etwas hinterher, zeigte jüngst aber deutliche Aufwärts-Ambitionen.
Chainlink ist das führende Oracle-Netzwerk für RWAs und allgemein, das reale Daten sicher in Blockchains integriert und so die Basis für Real-World-Assets (RWA) schafft. Durch seine dezentralen Datenfeeds können Finanzprodukte wie tokenisierte Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe vertrauenswürdig auf der Blockchain abgebildet werden.
Besonders wichtig ist dabei die Proof-of-Reserve-Technologie, die Transparenz und Verifizierbarkeit von Vermögenswerten garantiert. Damit gilt Chainlink als unverzichtbare Infrastruktur für den wachsenden RWA-Markt.
Hedera Hashgraph bietet mit seiner energieeffizienten und hochskalierbaren Distributed-Ledger-Technologie ideale Voraussetzungen für Real-World-Asset-Lösungen. Dank niedriger Transaktionskosten und starker Governance durch große Unternehmen eignet sich Hedera besonders für den Einsatz in tokenisierten Finanzprodukten, Lieferketten oder digitalen Identitäten. Zahlreiche Initiativen im RWA-Sektor setzen auf Hedera, um Vermögenswerte transparent, fälschungssicher und schnell handelbar zu machen.
Damit eine Altcoin-Season starten kann, muss sich zunächst Ethereum gegen Bitcoin beweisen. ETH/BTC ist gerade erst aus dem Abwärtstrend ausgebrochen.
Ondo Finance hat sich als Vorreiter bei tokenisierten Wertpapieren positioniert, indem es klassische Finanzprodukte wie Staatsanleihen oder Geldmarktfonds in Blockchain-Form zugänglich macht. Anleger können so von stabilen Renditen profitieren, ohne auf die Flexibilität und Effizienz der DeFi-Welt zu verzichten.
Mit namhaften Partnerschaften wie Mastercard und wachsenden On-Chain-Produkten schafft Ondo eine Brücke zwischen traditionellen Kapitalmärkten und der Krypto-Ökonomie. Der ONDO-Token steht dabei im Zentrum des Ökosystems und treibt die Expansion im RWA-Bereich voran.
MANA, Illuvium & SLP: Kommt Krypto-Gaming wieder?
Im Bullrun 2021 waren Gaming-Projekte angesagt wie nie zuvor. Erste AAA-Games wie Illuvium kamen auf den Blockchain-Markt, Axie Infinity wurde als Pokémon-inspiriertes Battle-Game weltweit gespielt. In Entwicklungsländern nutzten Menschen die monetären Belohnungen, die mit der Blockchain-Infrastruktur möglich wurden, sogar teilweise für ihren Lebensunterhalt.
Dafür wurde im Fall von Axie primär die In-Game-Währung Smooth Love Potion genutzt, deren SLP-Coin seitdem aber massiv abverkauft wurde – ein Schicksal, das die meisten Blockchain-Gaming-Projekte seitdem ereilte. Ähnlich steht es ums Krypto-Metaverse, vertreten von MANA. Gibt es nach den harten letzten drei Jahren endlich ein Comeback?
Seit Frühjahr 2024 geht es für MANA, SLP und Illuvium stetig bergab. Mit einem Investment in Bitcoin wäre man besser gefahren. Ist Krypto-Gaming tot?
Decentraland (MANA) gilt als eines der bekanntesten Metaverse-Projekte, doch auch hier zeigt sich die derzeitige Schwäche der Krypto-Gaming-Branche. Nutzerzahlen und Handelsvolumen im virtuellen Landkauf sind rückläufig, was die anfängliche Euphorie bremst.
Dennoch bleibt das Potenzial enorm, da Marken und Communities im Metaverse künftig eine wichtige Rolle spielen könnten. Sollte der Gaming-Sektor erneut an Momentum gewinnen, könnte MANA zu den großen Profiteuren zählen.
MANA generiert nach dem Tief innerhalb unserer Zielzone zartes Aufwärts-Momentum, das nächste große Hindernis ist der Widerstand bei 0.40 US-Dollar.
Illuvium positioniert sich als AAA-Blockchain-Game mit aufwendiger Grafik und komplexem Gameplay, doch wie viele Projekte im Play-to-Earn-Sektor kämpft es aktuell mit einem schwachen Marktumfeld. Der große Hype ist abgeflaut, wodurch Spieler- und Investorenzahlen stagnieren. Dennoch wird Illuvium oft als Qualitätsmaßstab für Web3-Gaming genannt.
Sollte die Branche zurück in den Aufschwung finden, könnte das Projekt von seiner starken Markenwahrnehmung und hochwertigen Entwicklung profitieren – zumal die Spielerzahl aktuell wieder steigt. Auch, weil das Team dahinter zuletzt gut dotierte Turniere veranstaltete.
Warum sind Altcoins so schwach? Eine mögliche Antwort: Weil der Markt unsicher ist. Das kann man am stark steigenden Goldpreis ablesen. Gleichzeitig fehlt dem Kryptomarkt Liquidität.
Smooth Love Potion (SLP), die Belohnungswährung von Axie Infinity, ist ein Paradebeispiel für die Volatilität im Krypto-Gaming. Während des großen Play-to-Earn-Hypes explodierte die Nachfrage, fiel danach aber stark zurück, da die In-Game-Ökonomie unausgewogen war.
Heute kämpft SLP mit Überangebot und geringer Spielerbindung. Dennoch zeigt Axie Infinity, wie schnell Gaming-Token im Aufschwung durch Spekulation und Community-Buzz wieder an Dynamik gewinnen können – ein Risiko, aber auch eine Chance.
Der Haken: Wann kommt die Altcoin-Season?
Altcoins sind eine der einfachsten und gleichzeitig eine der schwierigsten Arten, am Finanzmarkt Geld zu verdienen. Definitiv sind sie eine der schnellsten – um zu gewinnen und zu verlieren. In einer Altcoin-Season ist es sehr einfach, mit Altcoins (Papier-) Gewinne zu machen. Bis dahin ist der Markt aber einer der schwierigsten überhaupt.
Kaum ein Investor hält die jahrelangen quälenden Seitwärtsphasen inklusive heftiger Korrekturen und nicht enden wollender Abwärtstrends aus. Und selbst ein Einstieg während einer Altcoin-Season garantiert nicht für Gewinne. Die meisten Käufer halten ihre Coins zu lange und stürzen mit ihnen zurück in den Bärenmarkt.
Ist der Markt schon bereit für die Altcoin-Season? Historisch gesehen muss erst der breite Finanzmarkt euphorisch werden. Ein Indikator dafür ist die Kupfer-Gold-Relation.
Um Gewinne realisieren zu können, muss die Altcoin-Season aber erstmal beginnen. Und darauf wartet der Kryptomarkt in diesem Zyklus so lange wie nie zuvor. 2017 und 2021 (ebenfalls Post-Halving-Jahre) waren geprägt von monatelangen, explosiven Altcoin-Anstiegen (und zwischendurch harschen Korrekturen), der Altcoin-Sektor war in voller Bewegung. Das ist 2025 – mit wenigen Ausnahmen wie etwa Ethereum – bisher nicht der Fall.
Mögliche Gründe dafür gibt es einige. Vor allem aber leiden Altcoins unter der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheit, die Anleger derzeit eher dazu bringt, in defensive Anlagen wie Gold zu investieren. Die US-Konjunktur, abgebildet vom US-Einkaufsmanagerindex PMI, ist zu schwach, um Euphorie-Phasen wie 2017 oder 2021 hervorzurufen. Das Verhältnis des Kupferpreises zum Goldkurs ist auf historischen Tiefständen, was ebenfalls auf geringe Risikofreude hindeutet.
2017 und 2021 fiel die Bitcoin-Dominanz bis Q4 jeweils über 40 Prozent. 2025 ist sie sogar leicht gestiegen. Fällt die Altcoin-Season aus? Oder ist dieser Zyklus länger?
Ungewöhnlich hoch für die aktuelle Zyklusphase ist außerdem die Bitcoin-Dominanz – ein kryptospezifisches Signal für Unsicherheit vieler Anleger. Die Jahreszeit scheint zwar optimal für ein finales Zyklustop inklusive voll entfalteter Altcoin-Season, die technischen und fundamentalen Daten aber passen noch nicht so ganz zu dieser Annahme.
Entweder, die heiße Altcoin-Phase fällt in diesem Zyklus zeitlich (und womöglich auch preislich) deutlich kürzer aus – oder der Bullrun läuft deutlich länger als erwartet und bricht den angestammten Vierjahreszyklus (ein Thema, dem wir uns in einem bald folgenden Artikel widmen werden). Fakt ist: Weder 2017 noch 2021 dauerte es so lang, bis Altcoins stark performten.
Wie viel dieser Verzögerung das kommende Q4 aufholen kann, steht in den Sternen. Freilich ist bei keinem dieser Altcoins garantiert, dass er tatsächlich stark performt oder (vor allem bei den kleineren), dass alte Allzeithochs wieder erreicht werden. Gleichermaßen ist es nicht sicher, ob in diesem Zyklus tatsächlich eine Altcoin-Season kommt. Deshalb ist dieser Text nicht als Anlageberatung zu verstehen. Wenn die Altcoin-Season aber kommt, sollte man die hier vorgestellten Altcoins auf dem Schirm haben.




