Preiskampf am E-Automarkt: BYD zahlt Quittung, Aktie sackt ab
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Preiskampf am E-Automarkt: BYD zahlt Quittung, Aktie sackt ab

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Florian Winter

In den letzten Monaten fuhr der chinesische Autobauer BYD eine aggressive Strategie und zettelte mit massiven Preissenkungen einen regelrechten Preiskampf im E-Fahrzeugsektor an. Durchschnittlich senkte das Unternehmen die Preise für seine Modelle auf dem heimischen Markt um ganze 17 Prozent. Um hier mithalten zu können, zog nicht nur der Tesla-Konzern nach, den BYD im Januar als weltweit absatzstärksten E-Autoproduzenten ablöste, auch die heimische Konkurrenz um Geely, Leapmotor, Li Auto, Aion, Nio und Xpeng passte ihre Preis nach unten hin an. Für diese Preispolitik bekam BYD nun wohl in Teilen die Quittung – dies legen zumindest die am Dienstag präsentierten Zahlen nahe: Zwar konnte das Unternehmen sowohl in Sachen Gewinn als auch beim Umsatz im vierten Quartal abermals ein Plus im Vergleich zum Vorjahr erwirtschaften – letzterer wuchs aber so langsam wie zuletzt vor zwei Jahren. Die Anleger zeigten sich enttäuscht, die Aktie ratterte nach unten…

BYD: Umsatzwachstum deutlich rückläufig 

Im vierten Quartal verzeichnete BYD ein Umsatzplus in Höhe von 15.1 Prozent auf rund 23€ Milliarden, der Nettogewinn stieg um 19 Prozent auf etwa 1.1€ Milliarden. Wenngleich dies natürlich zweifelsohne beeindruckende Zahlen sind, konnte der Konzern die teils deutlich höheren Zuwächse aus den vorangegangenen Quartalen nicht aufrechterhalten. Nichtsdestotrotz legte das Unternehmen im Gesamtjahr 2023 abermals eine starke Performance aufs Parkett: So konnte man die Erlöse um 42 Prozent nach oben schrauben und somit insgesamt knapp 77€ Milliarden erwirtschaften. Beim Gewinn stand hier im Jahresvergleich gar ein Plus in Höhe von 81 Prozent zu Buche; unterm Strich blieben hier rund 3.83€ Milliarden.

E-Autoabsatz in China wächst nicht mehr ganz so stark 

Der E-Automarkt in China wird zunehmend umkämpfter; zuletzt gab auch das Smartphone-Unternehmen Xiaomi bekannt, dass man zukünftig in diesem Sektor Fuß fassen möchte. Und das in Zeiten, in denen die Verkaufszahlen von Fahrzeugen mit Elektroantrieb in China bei Weitem nicht mehr so stark ansteigen, wie dies noch 2022 der Fall war. In jenem Jahr wuchs der E-Auto-Absatz im Reich der Mitte um 74 Prozent; 2023 waren hier „lediglich“ noch 21 Prozent Wachstum zu verzeichnen.

Wohl deshalb verschärft BYD den Preiskampf im neuen Jahr weiter – und nimmt in diesem Zuge weiter sinkende Renditen in Kauf: Die Limousine Seal, die zuletzt einen frischen Anstrich bekam, wird nun zu einem Preis angeboten, der 5.3 Prozent unter dem des Vorgängermodells liegt. Somit senkte BYD inzwischen bei 16 Fahrzeugen in Folge den Preis, nachdem diese einem „Facelift“ unterzogen wurden. Es ist davon auszugehen, dass der Branchenprimus die durch die massiven Preisnachlässe zurückgehende Rendite mit den Exporten ausgleichen möchte. Für im Ausland verkaufte Fahrzeuge werden nämlich deutlich höhere Preise aufgerufen als in heimischen Gefilden. Im Jahr 2023 machten Exporte rund acht Prozent an der gesamten BYD-Absatzmenge aus. Dies entspricht in etwa 240 000 Fahrzeugen. In diesem Jahr soll diese Zahl deutlich nach oben getrieben werden; Experten rechnen mit 300 000 bis 400 000 exportierten Fahrzeugen. Davon dürfte auch eine ganze Reihe hierzulande ankommen, transportiert BYD doch inzwischen seine Autos mit eigenen Frachtern nach Europa. Allein in Deutschland sollen darüber hinaus in naher Zukunft über 100 BYD-Autohäuser entstehen; in Ungarn wird gar ein eigenes Werk aus dem Boden gestampft.

Wie geht’s mit der BYD-Aktie weiter?

Die Aktie des chinesischen Autobauers, welche wir – wie auch die von Geely, Nio und Xpeng – im Rahmen unseres China Titans-Aktienpakets wöchentlich analysieren, gab zwar mit Bekanntwerden der jüngsten Zahlen in der Spitze um rund sieben Prozent nach – an unseren Erwartungen an das Wertpapier ändert dies aber nichts. Wir rechnen hier im weiteren Verlauf primär mit deutlichen Zuwächsen. Im Bereich der HK$300-Marke dürfte sich dann entscheiden, wie nachhaltig diese Anstiege sind. Vorrangig gehen wir davon aus, dass es hier weiter nachhaltig nach oben geht, es besteht aber durchaus die alternative Option einer korrektiven Aufwärtsbewegung, an welche sich entsprechend ein starker Abverkauf anschließen würde. Wir werden unsere Kunden diesbezüglich natürlich auf dem Laufenden halten und mit unseren Zielzonen weiterhin lukrative Handelsmöglichkeiten aufzeigen – sei es nun auf der Long- oder eben auf der Short-Seite.

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Florian Winter

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