Nvidia baut KI-Modelle für Staaten: GTC-Konferenz mit OpenAI, Microsoft und Co.
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Nvidia baut KI-Modelle für Staaten: GTC-Konferenz mit OpenAI, Microsoft und Co.

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Simeon Koch

Kaum eine Nachricht über den nordamerikanischen Tech-Sektor kommt aktuell ohne Nvidia aus: Seit Jahresbeginn 2023 versechsfachte sich der Aktienwert des Chip-Giganten dank der atemberaubenden Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, erst kürzlich veröffentlichte der Weltmarktführer für KI-Hardware verblüffend gute Geschäftszahlen – eine nie dagewesene Machtdemonstration auf dem Aktienmarkt war die Folge. Nicht einmal ein Exportverbot der nordamerikanischen Regierung um Joe Biden für Nvidia-Chips in den wichtigen Absatzmarkt China konnte der überbordenden Anleger-Euphorie etwas anhaben. Auf Social Media kursierten gar Bilder von Nvidia-CEO Jensen Huang, die ihn als Retter von Demokratie und westlicher Wirtschaft stilisierten. Druck und Erwartungshaltung auf den Schultern von Nvidia sind also enorm, die Nervosität der Börse äußerte sich zuletzt in heftiger Volatilität im Kurs der unternehmenseigenen Aktie. Umso gespannter blickt der Markt in den nächsten Tagen nach San José im nordamerikanischen Bundesstaat Kalifornien, wo ab dem heutigen Montag Nvidias alljährliche GTC Conference (engl.: GPU Technology Conference; dt.: Technologiekonferenz für Grafikprozessoren) stattfindet. Auf vergangenen Konferenzen machte Nvidia bahnbrechende Innovationen öffentlich – auf Ähnliches wird auch dieses Jahr spekuliert. Teilnehmen werden auch KI-Spezialisten von OpenAI, Microsoft und Meta.

Hochkarätige Partnerschaften – und ein neuer Super-Chip

„KI-Fortschritt, der unsere gemeinsame Zukunft formen wird“, verspricht Nvidia vor Beginn der Konferenz, die in wenigen Stunden mit einer Rede von Jensen Huang eingeläutet wird. Im vergangenen Jahr machte Nvidia im Rahmen der Konferenz gleich mehrere Projekte und Kooperationen öffentlich, die in der Tech-Branche für Aufsehen sorgten. Mit Google Cloud und Adobe schickte man sich damals an, neue Plattformen für generative Künstliche Intelligenz, also Chatbots wie OpenAIs ChatGPT oder Software zur Bild- und Textverarbeitung, zu entwickeln. Mit dem mittlerweile weltweit größten E-Auto-Produzenten BYD aus China tat sich Nvidia zusammen, um die unternehmenseigene Software-Lösung Nvidia Drive massentauglich zu machen. Nvidia Drive soll künftig die Basis für intelligente Fahrassistenz bieten und sich als Benchmark-Technologie im Automobilsektor etablieren. Gemeinsam mit BYD arbeite man daran, dass „künftige Autos programmierbar sein werden und sich von einer Vielzahl eingebetteter Steuergeräte hin zu zentralen Hochleistungsrechnern entwickeln“, wie es in einem Statement des Unternehmens hieß. Die dominante Stellung im Bereich der KI-Infrastruktur untermauerte Nvidia bei der letzten GTC-Konferenz auch durch veröffentlichte Projekte mit Microsoft, um die Entwicklung von KI-Anwendungen und Pläne zu einem eigenen Metaversum auf Microsofts Azure Cloud voranzutreiben.

Wie breit Nvidias Produktpalette mittlerweile ist, verdeutlichte das Unternehmen damals mit der Vorstellung eines neuen Systems für Quantencomputer. Im Medizinbereich soll unter Nvidias Ägide und gemeinsam mit dem Medizintechnologie-Riesen Medtronic eine eigene KI-Plattform für medizinische Anwendungen entstehen. Und schließlich will man gemeinsam mit Oracle digitale Rechenzentren revolutionieren – eine Sparte, in der auch Amazon milliardenschwere Investments plant. Gleichzeitig gab Jensen Huang bekannt, dass die Nachfrage nach der Prozessoren-Linie Hopper, die man bereits 2022 vorstellte und damit bis heute neue Maßstäbe setzt, angesichts voranschreitender KI-Entwicklung kaum noch bedient werden könne. Da dieser Bedarf in den zurückliegenden Monaten weiter sprunghaft anstieg, soll Nvidia bei der diesjährigen GTC-Konferenz einen neuen KI-Chip namens B100 Blackwell vorstellen. Dabei dürfte es sich um den stärksten KI-Prozessor handeln, den das Unternehmen je gebaut hat, bisher hatte die Hopper-Reihe diesen Nimbus inne. Stärken möchte Nvidia damit auch den eigenen Status als Marktführer im Bereich KI-Chips, auch OpenAI möchte in den nächsten Jahren Chipfabriken für mehrere Billionen Dollar bauen.

Nvidia entwickelt Künstliche Intelligenz für Staaten

Selbst mit der unmittelbaren Konkurrenz aber pflegt Nvidia gute Beziehungen: An der GTC-Konferenz nehmen neben dem jüngsten Börsen-Shootingstar Super Micro Computer auch die Prozessoren-Hersteller Intel und Dell teil, um ihre eigenen Innovationen zu präsentieren. In Reaktion auf aktuelle Streitigkeiten rund um die Frage, ob Künstliche Intelligenz dem Gemeinwohl zugutekommen oder doch eher profitorientiert vermarktet werden sollte, dürfte Nvidia in den nächsten Tagen außerdem große Pläne zu sogenannter souveräner KI offenlegen. Laut Nvidia beschreibt der Begriff „die Fähigkeit einer Nation, Künstliche Intelligenz unter Verwendung ihrer eigenen Infrastruktur, Daten, Arbeitskräfte und Geschäftsnetzwerke zu erschaffen“. Aktuell bestehe für Staaten „die globale politische Notwendigkeit, KI als Motor für wirtschaftliches Wachstum, als Schutz der öffentlichen Gesundheit und als Instrument zur Verbesserung von bürokratischen Abläufen zu nutzen“, bemerkte Nvidia in einer Stellungnahme zu seiner souveränen KI. Künftig möchte man Regierungen, Ministerien und Stadtverwaltungen Möglichkeiten bieten, eigene intelligente Modelle zu installieren, wobei die Unabhängigkeit von großen Tech-Firmen im Vordergrund stehen soll.

Die Einbindung Künstlicher Intelligenz ins öffentliche politische Leben ist zwar in vielerlei Hinsicht umstritten – ein EU-Gesetz, das automatisierte Fahndung ermöglichen soll, wurde vor wenigen Wochen kontrovers diskutiert und in den Vereinigten Staaten wachsen die Sorgen vor Wahlmanipulation durch KI – trotzdem bietet Nvidias KI-Unterstützung für Staaten und Regierungen laut Experten enormes wirtschaftliches Potenzial. Nvidia soll laut eigenen Angaben zwar die Infrastruktur und Technologie zur Verfügung stellen – die souveränen Modelle selbst allerdings sollen unter der Oberhoheit der jeweiligen Nation oder Verwaltung laufen, was in Sachen Datenschutz, Zentralisierung und Transparenz für die meisten Staaten ein weitaus attraktiveres Modell sein dürfte als die Nutzung von KI-Modellen profitorientierter Tech-Giganten wie Google, Microsoft oder auch OpenAI. Auch mit Blick auf diese neue Geschäftssparte haben namhafte Analysten ihre Kursprognosen für die Nvidia-Aktie kurz vor der GTC-Konferenz angehoben, unsere technische Analyse geht allerdings davon aus, dass demnächst eine deutliche Korrektur bevorstehen dürfte. Wann es sich empfiehlt, Gewinne zu realisieren und wo die nächsten Preisbereiche für neue lukrative Einstiege zu erwarten sind, teilen wir den Abonnenten unseres TECH33-Pakets regelmäßig und in Echtzeit mit. Und das nicht nur für Nvidia, sondern auch für die anderen großen KI- und Tech-Riesen wie Microsoft, Amazon und Apple oder auch Tesla und Palantir.

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Simeon Koch

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