Nestlé, Beiersdorf & Co.: Kommt jetzt die Erholung im Basiskonsum?
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Nestlé, Beiersdorf & Co.: Kommt jetzt die Erholung im Basiskonsum?

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Nikolai Heger

Chart des Tages:

In diesem Format ordnen HKCM-Analysten regelmäßig ein, welche Werte und Märkte sie gerade besonders beschäftigen. Heute geht es um einen ganzen Sektor, der jahrelang unter die Räder kam: europäische Basiskonsumgüter. Die wichtigsten Punkte:

•       Abverkauf: Nestlé, Beiersdorf, Henkel und Pernod Ricard haben seit ihren Rekordhochs zwischen 46 und mehr als 70 Prozent verloren – nur L'Oréal hält dagegen.

•       Gegenbewegung: Unser Analyst erwartet nach dem langen Abwärtstrend eine Erholung – bei Nestlé und Beiersdorf sieht er erste Anzeichen dafür.

•       Fundament: Nestlé verkauft wieder mehr, Beiersdorf saniert Nivea, Pernod Ricard zahlt über sieben Prozent Dividende.

Während Technologie- und KI-Aktien von Rekord zu Rekord laufen, notieren Europas große Hersteller von Lebensmitteln, Kosmetik und Spirituosen so tief wie seit Jahren nicht. Nestlé, Beiersdorf, Henkel und Pernod Ricard haben seit ihren Hochs zwischen 46 und mehr als 70 Prozent verloren. Deshalb steht der Sektor heute im „Chart des Tages“.

Unser Analyst sieht darin eine Chance. Sein Kernsatz: „Der Sektor hat jahrelang nur Prügel bezogen. Jetzt könnte eine Gegenbewegung anstehen.“ Gemeint ist eine Erholung nach dem langen Abwärtstrend – kein neuer Rekordlauf, aber eine Bewegung, die sich für Anleger lohnen kann.

Warum der Sektor so tief gefallen ist

Basiskonsumgüter sind Produkte des täglichen Bedarfs: Kaffee, Hautcreme, Waschmittel, Spirituosen. Sie gelten als sichere Anlage, weil sie in jeder Wirtschaftslage gekauft werden. Trotzdem wurden die Aktien in den vergangenen drei Jahren abverkauft – aus vier Gründen.

Erstens floss das Geld der Anleger in Technologie und künstliche Intelligenz. Zweitens können die Konzerne ihre Preise nach den Inflationsjahren kaum noch erhöhen, viele Kunden greifen zu günstigeren Handelsmarken. Drittens sind die Zinsen gestiegen: Wer mit US-Staatsanleihen über fünf Prozent verdient, braucht keine Dividendenaktie mehr. Viertens drücken teures Öl, Kaffee und Kakao auf die Gewinne.

„Die Kurse sind viel stärker gefallen als die Geschäfte“, sagt unser Analyst. „Das ist typisch für die mögliche Endphase eines Abverkaufs.“

Vier Belastungsfaktoren: Geldabfluss in KI-Aktien, kaum noch Spielraum bei den Preisen, hohe Zinsen und teure Rohstoffe drücken den Sektor.

Vier Belastungsfaktoren: Geldabfluss in KI-Aktien, kaum noch Spielraum bei den Preisen, hohe Zinsen und teure Rohstoffe drücken den Sektor

Wie groß der Abschlag ist

Nestlé hat vom Hoch Anfang 2022 bis zum Tief 46 Prozent verloren. Beiersdorf lag zeitweise 55 Prozent unter seinem Rekord, Henkel 57 Prozent. Pernod Ricard, 2023 noch über 200 Euro wert, kostet heute rund 60 Euro. Nur L'Oréal hält dagegen: Die Aktie notiert knapp 17 Prozent unter ihrem Hoch, weil der Konzern weiter kräftig wächst.

Abstand vom Allzeithoch: Vier der fünf Schwergewichte haben zeitweise zwischen 46 und 73 Prozent verloren – nur L'Oréal hält dagegen.

Abstand vom Allzeithoch: Vier der fünf Schwergewichte haben zeitweise zwischen 46 und 73 Prozent verloren – nur L'Oréal hält dagegen

Nestlé: Das Geschäft läuft wieder

Nestlé hatte ein schwieriges Jahr: Der Chef wurde entlassen, im Januar folgte der größte Rückruf der Firmengeschichte. Operativ geht es aber aufwärts. Im ersten Halbjahr 2026 wuchs der Umsatz aus eigener Kraft um 3.6 Prozent, und der Konzern verkauft wieder mehr Menge, statt nur die Preise anzuheben. Die Schulden sinken, der Teilverkauf des Wassergeschäfts bringt 2.8 Milliarden Franken.

„Nestlé ist der Kern der These“, sagt unser Analyst. „Das Geschäft stabilisiert sich, und der Kurs ist so günstig wie seit Jahren nicht.“ Mehr zum Konzern lesen Sie in unserem Artikel „Unsterblich wie eine Hydra“.

Beiersdorf und Henkel: Erste Erholungsansätze

Bei Beiersdorf schwächelt die Kernmarke Nivea, ihr Umsatz fiel im ersten Halbjahr um 6.8 Prozent. Der Konzern hat seine Jahresziele gesenkt und einen 18-Monats-Plan für Nivea gestartet. Trotzdem hat sich die Aktie seit Mitte September um rund sieben Prozent erholt. „Wenn ein Wert auf schlechte Nachrichten nicht mehr fällt, ist das ein erstes Signal“, sagt unser Analyst. Henkel ist schon einen Schritt weiter: Der Konzern hat seine Prognose angehoben, die Aktie hat einen Teil ihres Rückstands aufgeholt.

Pernod Ricard und L'Oréal: Zwei Extreme

Pernod Ricard steckt in der Krise. Der Umsatz sank zum dritten Mal in Folge, in den USA um 14 und in China um 19 Prozent. Dafür bleibt die Dividende von 4.70 Euro stabil – beim aktuellen Kurs eine Rendite von über sieben Prozent. „Hier braucht man Geduld, wird aber fürs Warten bezahlt“, so unser Analyst. L'Oréal zeigt das Gegenteil: Umsatzplus von 6.8 Prozent, Rekordmarge von 21.3 Prozent. Der Markt belohnt weiterhin Wachstum und bestraft Stillstand.

Fundamental-Check: Nestlé und Henkel wachsen wieder, Beiersdorf und Pernod Ricard kämpfen mit dem Kerngeschäft, L'Oréal liefert Rekordmargen

Fundamental-Check: Nestlé und Henkel wachsen wieder, Beiersdorf und Pernod Ricard kämpfen mit dem Kerngeschäft, L'Oréal liefert Rekordmargen

Chance und Risiko

Eine Gegenbewegung heißt: Die Kurse erholen sich ein Stück, der übergeordnete Abwärtstrend ist damit noch nicht beendet. Steigen die Zinsen weiter oder hält die Flucht in KI-Aktien an, kann sich die Bodenbildung hinziehen. „Ob aus der Erholung ein neuer Aufwärtstrend wird, entscheidet sich erst später“, stellt unser Analyst klar. Für ihn zählt jetzt, ob sich die ersten Stabilisierungssignale in den kommenden Wochen bestätigen.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Wertpapieren dar. Die dargestellten Einschätzungen geben die Meinung des Analysten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich jederzeit ändern. Anlageentscheidungen sollten stets auf Basis eigener Prüfung getroffen werden; Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden.

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Nikolai Heger

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