Guten Morgen,
die Lage im Iran spitzt sich erneut zu, die geplante Waffenruhe scheint endgültig vom Tisch zu sein. Gestern kündigten die USA an, in die Straße von Hormus vorzustoßen, der Iran antwortete mit Raketenangriffen auf US-Marine und arabische Nachbarstaaten. Ein international renommierter Ökonom warnt derweil, dass kaum mehr zwei Monate bleiben, um die Rezession abzuwenden, sollte die Straße von Hormus geschlossen bleiben.
Der große Rezessions-Countdown?
Erst kürzlich warnte Warren Buffett vor einer Blasenbildung im Aktienmarkt ("Das ist kein Investieren. Das ist Glücksspiel!"). Nun schlägt einer der renommiertesten Ökonomen der Welt in dieselbe Kerbe. Mohamed El-Erian, ehemaliger Vorstand der global operierenden Investmentgesellschaft PIMCO und baldiger Vorsitzender des Center for Global Development warnte im Interview mit dem Magazin Fortune vor einer imminenten globalen Rezession.
Demnach könnten die USA einen großen Abschwung "nur vermeiden, wenn die blockierten Meerengen bei Iran in den nächsten vier bis acht Wochen wieder geöffnet werden". Sei das nicht der Fall, sehe es sehr düster aus. Ironischerweise kämen die Vereinigten Staaten wegen ihrer Energieunabhängigkeit in diesem Szenario noch vergleichsweise glimpflich davon; für den Rest der Welt wäre die Energiekrise dann aber kaum noch einzuhegen, gab El-Erian zu bedenken.
Aber auch die USA seien keineswegs fein raus, wenn die Blockade anhielte. Die starken Earnings im Tech-Sektor und den breiten Optimismus des Aktienmarkts hält El-Erian für gefährlich. Seiner Einschätzung krankt der Finanzmarkt an der "schweren Bürde" der jahrelangen lockeren Geldpolitik mit der Corona-Krise als Höhepunkt. Das wirtschaftliche Wachstum sei "fragil", wachsende Arbeitslosigkeit und der geringe Handlungsspielraum der Fed verschärften die Situation.
Öl explodiert, Bitcoin steigt, Aktien ächzen
Auch an den Börsen ist die Verunsicherung weiterhin mit Händen zu greifen. Nach dem iranischen Angriff auf US-Schiffe (den die Vereinigten Staaten zunächst dementierten) schoss der Preis für die britische Referenzölsorte Brent in Richtung 115 US-Dollar, während die US-Sorte WTI unter 110 Dollar blieb. Im Futures-Handel kühlten die Ölpreise wieder leicht ab, die Aktienmärkte bleiben aber unter Druck.
Der S&P 500 verlor gestern im Vergleich zu seinem Allzeithoch vom Dienstag bei 7272 Punkten mehr als ein Prozent und fiel zwischenzeitlich um knapp 100 Punkte auf 7174. Der Tech-Index Nasdaq kletterte kurz auf ein neues Allzeithoch bei 27 822 Punkten, rutschte dann auf 27 504 zurück und schloss den Handelstag im Mittelfeld bei 27 651 Punkten (-0.21 Prozent).
Stärke zeigt weiterhin der Kryptomarkt, wo Bitcoin zum ersten Mal seit drei Monaten auf 81 000 US-Dollar stieg, während Ethereum unterhalb von 2400 Dollar noch immer mit den Hochs von Mitte April ringt. Trotz der geopolitischen Spannungen fiel der Goldpreis auf 4500 US-Dollar zurück, kletterte im Futures-Handel am Morgen aber wieder leicht. Auch Silber stagniert bei gut 73 US-Dollar je Unze und unterstreicht die jüngste Abkühlung im Edelmetallsektor.
HKCM-Tops und -Flops
Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent
| Micron Technology | +6.31 |
Coinbase | +6.14 |
Samsung | +5.44 |
Ebay | +5.05 |
AMD | -5.27 |
| Continental | -4.64 |
Earnings (Auswahl)
Ferrari (erw. EPS: 2.67 EUR)
PayPal (erw. EPS: 1.27 USD)
Shopify (erw. EPS: 0.33 USD)
Match Group (erw. EPS: 0.33 USD)
Ocugen (erw. EPS: -0.05 USD)
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