Als erster US-Präsident der Geschichte: Trump kauft offiziell Krypto
Donald Trumps Firmen-Imperium Trump Media hat von der US-Börsenaufsicht SEC grünes Licht für ein umfangreiches Bitcoin-Programm erhalten. Das Unternehmen teilte mit, dass es rund 2.3 Milliarden Dollar durch eine Mischung aus Anleihen und Aktienbeteiligungen von etwa 50 Investoren eingesammelt hat. Die Kryptowährung soll künftig neben den bereits vorhandenen Barmitteln und kurzfristigen Investments in Höhe von 759 Millionen Dollar in der Bilanz geführt werden. Beobachter schätzen, dass die mit Donald Trump verbundene Unternehmensgruppe schon jetzt rund 100 Millionen Dollar in Bitcoin hält – offiziell bestätigt ist dies aber nicht.
Der Schritt macht Trump Media zur ersten präsidialnahen Organisation in den USA mit Bitcoin-Beständen und reiht sich in die zunehmende institutionelle Akzeptanz von Kryptowährungen ein. Schon andere Firmen wie MicroStrategy oder Tesla haben große Mengen an Bitcoin erworben. Politisch passt der Schritt zu Trumps früherer Entscheidung, eine nationale Bitcoin-Reserve einzurichten. Damit soll die USA bei digitalen Vermögenswerten eine Führungsrolle einnehmen. Kritiker sehen die enge Verzahnung von Politik, Unternehmen und Kryptowährungen allerdings mit Skepsis.
Eric Trump unterstützt japanische Bitcoin-Firma Metaplanet bei Kapitalplan
Donald Trumps Sohn Eric hat am Montag in Tokio für den Umbau des japanischen Unternehmens Metaplanet zu einer reinen Bitcoin-Investmentfirma geworben. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung genehmigten die Aktionäre die Ausgabe von bis zu 550 Millionen neuen Aktien im Wert von umgerechnet 884 Millionen Dollar. Das Geld soll größtenteils in den Kauf weiterer Bitcoin-Bestände fließen. Eric Trump, seit März offizieller Berater des Unternehmens, trat gemeinsam mit Firmenchef Simon Gerovich auf die Bühne und lobte dessen Rolle als Vorreiter für Kryptowährungen in Asien.
Metaplanet, ursprünglich ein Hotelbetreiber, hatte nach den Einbrüchen der Tourismusbranche während der Pandemie seine Strategie geändert und seit 2024 massiv in Bitcoin investiert. Mit mittlerweile rund 20 000 BTC zählt die Firma zu den weltweit größten börsennotierten Bitcoin-Haltern. Eric Trump knüpfte mit seinem Auftritt an die Krypto-Politik seines Vaters an, der sich selbst als Krypto-Präsident bezeichnet. Erneut warnen Kritiker, dass die Nähe von Politik, familiären Geschäftsinteressen und Kryptowährungen das Vertrauen in die Integrität staatlicher Entscheidungen belasten könnte.
Studie zeigt: Jeder zweite Deutsche will Krypto kaufen
Eine neue Studie hat ergeben, dass 56 Prozent der Deutschen bereits in Kryptowährungen investiert haben oder dies künftig planen. Besonders groß ist das Interesse bei jungen Erwachsenen, wie der Vermögensverwalter WisdomTree am Montag mitteilte. Der Kryptoboom wird unter anderem auf die steigenden Kurse von Bitcoin und Ethereum sowie auf die neue EU-Regulierung MiCA zurückgeführt, die für rechtliche Klarheit sorgt. „Wir haben mit der MiCA-Verordnung eine stabile Regulierung in Europa, große Investoren engagieren sich verstärkt, und der Zugang ist einfacher geworden“, sagte Michaela Hönig von der Frankfurt University of Applied Sciences.
Trotz des breiten Interesses sehen Fachleute auch Risiken. So warnte Verbraucherschützer Niels Nauhauser: „Kryptowährungen haben keinen Wert an sich. Sie sind viel zu volatil, um als Zahlungsmittel eingesetzt zu werden.“ Laut WisdomTree fühlen sich 81 Prozent der bereits investierten Anleger gut informiert, während nur 37 Prozent der potenziellen Käufer ausreichendes Wissen angeben. „Die Umfrage zeigt das Potenzial auf, aber auch die Herausforderungen“, erklärte WisdomTree-Expertin Dovile Silenskyte.
Wie 2008: Experte warnt vor Risiken durch Krypto-Treasuries
Krypto-Treasury-Unternehmen könnten ähnliche Risiken bergen wie gebündelte und weiterverkaufte Kreditpakete, die in der Finanzkrise 2008 massive Verluste auslösten. Davor warnte Josip Rupena, früherer Analyst bei Goldman Sachs, im Gespräch mit CoinTelegraph. Firmen, die digitale Vermögenswerte wie Bitcoin oder Ethereum als Rücklage halten, führten demnach mehrere zusätzliche Risikofaktoren ein – etwa die Kompetenz des Managements, die Cybersicherheit oder die Fähigkeit, Liquidität zu sichern. Rupena sagte: „Menschen nehmen ein solides Finanzprodukt wie Bitcoin und machen es riskanter, sodass Anleger das Risiko nicht mehr klar einschätzen können.“
Zwar rechnet Rupena nicht damit, dass Krypto-Treasuries direkt einen Bärenmarkt auslösen werden, doch könnten stark verschuldete Unternehmen Kursrückgänge durch Zwangsverkäufe verschärfen. Marktanalysten warnen zudem, dass eine solche Entwicklung eine Ansteckung am gesamten Kryptomarkt verursachen könnte – ebenso wie 2008. Inzwischen setzen erste Unternehmen auch auf Altcoins wie Solana, Toncoin oder Dogecoin. Diese Strategien führten zu teils heftigen Kursschwankungen: So brachen die Aktien des Getränkeherstellers Safety Shot um 50 Prozent ein, nachdem er den Memecoin Bonk als Reservewährung ankündigte.
Canary-Chef: XRP-ETFs könnten Ethereum schlagen
XRP-Spot-ETFs könnten nach Einschätzung von Steven McClurg, CEO von Canary Capital, schon im ersten Monat nach Zulassung bis zu fünf Milliarden Dollar an Anlegergeldern einsammeln. Das sagte er im Interview mit dem Paul Barron Network. Damit könnten die Fonds sogar besser abschneiden als vergleichbare Ethereum-ETFs, die nach ihrer Zulassung im Mai 2024 starke Abflüsse verzeichneten und erst kürzlich in die Spur fanden. „XRP-ETFs können im ersten Monat sogar die Ethereum-ETF-Starts übertreffen – aus reiner Finanzdienstleistungsperspektive“, so McClurg. Hintergrund der Prognose sind der klare Anwendungsfall von XRP im internationalen Zahlungsverkehr und das wachsende institutionelle Interesse.
Allerdings teilen nicht alle Experten diese optimistische Sicht. Der Analyst Adriano Feria etwa warnte auf der Plattform X, ein möglicher ETF könne „den Anfang vom Ende für XRP“ markieren, da es am institutionellen Interesse fehle. Auch der Vergleich mit Bitcoin als digitalem Gold oder Ethereum als Basis für dezentrale Anwendungen sei schwierig. Die US-Börsenaufsicht SEC prüft derzeit insgesamt 92 Anträge für Krypto-ETFs, darunter neben XRP auch Solana, Litecoin, Cardano und Dogecoin. Laut Bloomberg-Analyst James Seyffart liegt die Wahrscheinlichkeit einer Genehmigung für mehrere Produkte im Jahr 2025 bei über 90 Prozent. Damit könnte der Wettlauf um neue Krypto-ETFs in den kommenden Monaten an Fahrt gewinnen.
Das war's schon mit dem Krypto-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Montag.




