Krypto-Newsflash: Bitcoin-Renten, El Salvador, Binance-FTX, Bo Hines, Trumps Milliarden
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Krypto-Newsflash: Bitcoin-Renten, El Salvador, Binance-FTX, Bo Hines, Trumps Milliarden

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Carlo Schmid

Trump erlaubt Bitcoin und Altcoins in privaten Rentenfonds

Donald Trump hat per Dekret den Weg frei gemacht, dass US-Privatrentenpläne (401(k)) künftig auch in Kryptowährungen wie Bitcoin und andere Altcoins investieren dürfen. Damit könnten Millionen Amerikaner einen Teil ihrer Altersvorsorge direkt in digitale Assets stecken. Die Regierung verspricht Chancen auf höhere Renditen, Kritiker warnen jedoch vor massiven Risiken: Kryptos sind extrem volatil, wenig reguliert und bergen, ähnlich wie andere alternative Anlagen wie Private Equity, oft hohe, versteckte Gebühren. Zudem fehlt es an langfristigen Praxistests, wie sich solche Anlagen in Rentenplänen bei Marktkrisen verhalten.

Bisher investierten 401(k)-Pläne vor allem in liquide und günstige Produkte wie Indexfonds mit durchschnittlich 0.26 Prozent Gebühren. Krypto-Investments bringen dagegen nicht nur Kursschwankungen mit sich, sondern auch Unsicherheiten bei Bewertung und Handelbarkeit. Branchenexperten befürchten, dass unerfahrene Anleger die Risiken unterschätzen und fordern klare Regeln sowie transparente Kostenangaben. Für Bitcoin-Enthusiasten ist der Schritt dennoch historisch: Er könnte die Akzeptanz von Kryptowährungen als langfristige Anlageform deutlich steigern.

El Salvador öffnet Bankensystem für Krypto-Services

El Salvador hat mit einem neuen Investmentbankengesetz den Weg für exklusive Krypto-Services geöffnet. Lizenzierte Banken mit mindestens 50 Millionen US-Dollar Kapital dürfen nun Bitcoin und andere digitale Assets anbieten. Jedoch nur für sogenannte sophisticated investors mit mindestens 250.000 US-Dollar frei verfügbarem Vermögen und nachweislicher Finanzexpertise. Die Regierung will laut eigenen Angaben, internationale Gelder anlocken und das Land zu einem Finanzhub für wohlhabende Privatpersonen und Institutionen machen. Präsident Nayib Bukele treibt damit seine Krypto-Agenda weiter voran.

Der Schritt ist Teil einer breiteren Strategie, El Salvador als Krypto-Vorreiter zu positionieren. Schon 2021 hatte das Land Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Das neue Gesetz richtet sich gezielt an vermögende Investoren und soll Kapitalzuflüsse fördern. Brisant: El Salvador hat sich im Rahmen eines 1.4-Milliarden-Dollar-Kredits vom Internationalen Währungsfonds verpflichtet, keine neuen Bitcoin mit öffentlichen Geldern zu kaufen. Dennoch zeigen Blockchain-Daten, dass die Bestände weiter gestiegen sind. Offiziell könnten es interne Umbuchungen sein, doch Beobachter sehen darin mögliche weitere Investitionen.

Binance-Gründer CZ: FTX-Klage soll eingestellt werden

Binance-Mitgründer Changpeng CZ Zhao hat in Delaware beantragt, die 1.76-Milliarden-Dollar-Klage der FTX-Insolvenzverwaltung abzuweisen. Er argumentiert, dass US-Gerichte keine Zuständigkeit hätten, da er in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebt und der Deal vollständig über Offshore-Firmen lief. Die Klage bezieht sich auf den Rückkauf von FTX-Anteilen durch Binance im Jahr 2021, der laut FTX mit unrechtmäßig verschobenen Geldern finanziert wurde. CZ weist die Vorwürfe zurück und bezeichnete sich als „nur formellen Vertragspartner“ des Geschäfts.

Hintergrund: Clawback-Klagen dienen dazu, Vermögenswerte zurückzuholen, die vor einer Insolvenz angeblich unrechtmäßig entzogen wurden. In diesem Fall soll das Geld aus einer Firma auf den Britischen Jungferninseln geflossen sein, während die beteiligten Unternehmen in Irland, den Cayman Islands und anderen Offshore-Standorten registriert waren. US-Gesetze gelten dort nicht automatisch. Brisant wird der Fall auch durch die Vergangenheit der Beteiligten: CZ saß bereits wegen Verstößen gegen US-Geldwäschegesetze im Gefängnis, während FTX-Gründer Sam Bankman-Fried 25 Jahre Haft wegen Betrugs absitzt.

Ex-Direktor Bo Hines verlässt Trumps Krypto-Team

Bo Hines hat am 9. August 2025 seinen Rücktritt als Executive Director des „Presidential Council of Advisers for Digital Assets“ bekannt gegeben. Er will in den Privatsektor wechseln. Hines war seit Januar 2025 gemeinsam mit dem „AI & Crypto Czar“ David Sacks für die Krypto-Politik der Trump-Regierung zuständig, darunter Projekte wie der „Genius Act“ und die geplante nationale Bitcoin-Reserve. Als Nachfolger gilt sein Stellvertreter Patrick Witt, ein erfahrener Politikstratege, dem jedoch bisher Krypto-Expertise fehlt.

Trump verfolgt seit Amtsantritt eine klare Pro-Bitcoin-Strategie, unterstützt durch Gesetzesinitiativen und Pläne wie die Aufwertung der Goldreserven zum Marktpreis, um freies Kapital in Bitcoin zu investieren. Im Fokus steht Bitcoin als Kern der US-Kryptostrategie, ergänzt durch neue Projekte wie Bitcoin Hyper – eine Layer-2-Technologie, die schnellere und günstigere Transaktionen ermöglichen soll.

World Liberty Financial steckt Milliarden in Treasury-Firmen

Das Krypto-Projekt World Liberty Financial der Familie Trump hat einen milliardenschweren Schritt angekündigt: 1.5 Milliarden US-Dollar sollen in sogenannte Krypto-Treasury-Firmen fließen, Unternehmen, die digitale Assets wie Bitcoin oder Ethereum kaufen und halten. Geplant ist zudem der Börsengang einer Firma, die die hauseigenen WLFI-Token verwaltet, dabei handelt es sich um die eigene Kryptowährung von World Liberty Financial. Die Gespräche mit großen Investoren laufen bereits, und das Vorhaben könnte World Liberty Financial in eine Reihe mit den Schwergewichten der Branche stellen, wie etwa Strategy.

Hintergrund: Krypto-Treasury-Modelle funktionieren ähnlich wie klassische Treasury-Unternehmen, nur dass statt Staatsanleihen digitale Vermögenswerte gehalten werden. Diese Strategie setzt auf steigende Kurse, birgt aber gerade bei weniger liquiden Token wie WLFI höhere Risiken. Das Projekt reiht sich in eine breite Pro-Krypto-Agenda ein, die Trump seit seiner Amtszeit verfolgt – inklusive Stablecoin-Projekten, Krypto-ETFs und Mining-Initiativen.

Das war's schon mit dem Krypto-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Montag.

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