Intels China-Investitionen im Visier: USA planen Einschränkungen
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Intels China-Investitionen im Visier: USA planen Einschränkungen

Intel Capital, der Risikokapital-Arm des nordamerikanischen Chipriesen Intel hat sich zu einem der aktivsten ausländischen Investoren in chinesische KI- und Chip-Start-ups entwickelt. Laut einer aktuellen Analyse der Financial Times hält der Fonds Anteile an 43 Technologie-Start-ups mit Sitz in China – und kurz nachdem Intel in den USA eine milliardenschwere Finanzspritze im Rahmen der Förderung der heimischen Chipindustrie erhalten hat. Angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China ist es nicht verwunderlich, dass diese Aktivitäten in China auf den Widerstand der nordamerikanischen Regierung stoßen. Diese plant, Investitionen in chinesische Technologien für militärische Zwecke wie KI, Quantencomputer und Halbleiter zu verhindern. Eine Quelle aus dem Umfeld der Biden-Administration deutet an, dass die Aktivitäten von Intel in China bei der Entscheidungsfindung wohl eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Investitionen von Intel Capital seien „Vorzeigebeispiele“ gewesen, die wesentlich dazu beigetragen hätten, den Konsens für Beschränkungen im Ausland zu stärken.

Tanz auf zwei Hochzeiten?

Laut Daten von PitchBook hat sich Intel Capital seit 2015 an chinesischen Start-up-Deals im Gesamtwert von $1.4 Milliarden beteiligt. Diese Zahl bezieht sich auf den Gesamtwert der Deals und nicht auf den individuellen Beitrag von Intel Capital, den das Unternehmen nicht öffentlich macht. Zu den aktuellen Investitionen von Intel Capital in China gehören 16 KI-Start-ups und 15 Halbleiterunternehmen sowie Firmen, die Cloud-Dienste, Elektrofahrzeuge, Telekommunikation, Virtual-Reality-Systeme und Batterien entwickeln. Selbst als viele seiner nordamerikanischen Konkurrenten den chinesischen Markt unter dem Druck der Behörden oder infolge des Start-up-Stillstands in China das Land verließen, hat der Fonds, der außerhalb der Bilanz des Chipherstellers investiert, weitere Investitionen in junge chinesische Unternehmen getätigt. Im Februar beteiligte sich Intel Capital an einer Finanzierungsrunde in Höhe von $20 Millionen für AI-Link, eine in Shenzhen ansässige Plattform für 5G- und Cloud-Infrastrukturen. Im Vorjahr leitete Intel Capital eine Finanzierungsrunde in Höhe von $91 Millionen für North Ocean Photonics, einen in Shanghai ansässigen Hersteller mikrooptischer Geräte.

Während sich Intel einerseits im Rahmen seines Risikokapital-Arms so aktiv in China engagiert, bekam es andererseits im März eine Milliardenspritze der nordamerikanischen Regierung zur Förderung der Chipindustrie in den USA. So erhielt das Unternehmen $8.5 Milliarden an direkten Finanzmitteln und $11 Milliarden an Krediten, um seine Kapazitäten zur Herstellung von High-End-Chips zu erweitern. Dies ist die größte Summe, die die Regierung im Rahmen des Chips and Science Acts zur Förderung der heimischen Chipindustrie vergeben hat. Mit dem Paket werden Investitionen von Intel in Höhe von mehr als $100 Milliarden in moderne Chipfertigungsanlagen in den USA unterstützt, darunter der Bau von Megafabriken in Ohio und Arizona.

USA planen Restriktionen

Es überrascht nicht, dass diese doppelte Ausrichtung die nordamerikanische Regierung auf den Plan ruft. In den letzten Monaten hat sich der Chip-Krieg zwischen den USA und China zunehmend verschärft, was sich unter anderem an Exportverboten für nordamerikanische Hersteller niederschlug. Im Juni legte die Biden-Administration Regeln vor, um die Finanzierung für chinesische Technologien für militärische Zwecke wie KI, Quantencomputer und Halbleiter zu begrenzen. Die vorgeschlagenen Vorschriften, die nächstes Jahr in Kraft treten sollen, würden einerseits Transaktionen mit KI für bestimmte Endanwendungen und mit Systemen, die für die Nutzung einer bestimmten Menge an Rechenleistung trainiert wurden, verbieten. Andererseits würden sie auch die Meldung von Transaktionen im Zusammenhang mit der Entwicklung von KI-Systemen oder Halbleitern vorschreiben, die nicht anderweitig verboten sind. „Diese vorgeschlagene Regelung fördert unsere nationale Sicherheit, indem sie verhindert, dass die vielen Vorteile, die bestimmte US-Investitionen – über das reine Kapital hinaus – bieten, die Entwicklung sensibler Technologien in Ländern unterstützen, die diese nutzen könnten, um unsere nationale Sicherheit zu bedrohen“, sagte der für Investitionssicherheit zuständige stellvertretende Finanzminister Paul Rosen. Die Maßnahme wird in erster Linie Private-Equity- und Risikokapitalfonds wie Intel Capital sowie nordamerikanische Investoren in Joint Ventures mit chinesischen Unternehmen betreffen.

 

 

Intel-Aktie: mittelfristig bullisch?

Übrigens: Wir analysieren die Intel-Aktie neben 41 weiteren nordamerikanischen Schwergewichten im Rahmen unseres US Titans-Pakets auf Basis der Elliott-Wellen-Methode. Hierbei zeigen wir unseren Kunden regelmäßig Einstiegsmöglichkeiten auf – und zwar sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite.

Der Intel-Wochenchart. 


Bei einem Blick auf den langfristigen Wochenchart wird deutlich, dass die Intel-Aktie jüngst das Tief der magentafarbenen Welle (B) abgeworfen haben sollte. Wir erwarten primär, dass die letzte Etappe der grünen Welle [X] nun bis weit über den Widerstand bei $43.63 und die Höchststände aus dem letzten Dezember reichen sollte. Erst wenn das Top dieser Welle platziert ist, sollte der Kurs bis unter die Unterstützung bei $24.55 abverkaufen, um dort die große Welle (II) in Blau zu beenden. Allerdings trägt unsere bärische Alternative eine recht hohe Eintrittswahrscheinlichkeit von 40 Prozent. Sie greift bei einem direkten Rutsch unter die genannte Unterstützung bei $24.55 und würde für einen Fall bis in die blaue Zielzone zwischen $20.62 und $14.13 sorgen.

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