Nach Start-up-Stillstand in China: HongShan legt $2.5-Milliarden-Fonds auf
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Nach Start-up-Stillstand in China: HongShan legt $2.5-Milliarden-Fonds auf

HongShan, die ehemalige China-Abteilung von Sequoia Capital, hat einen Fonds in Höhe von 18 Milliarden Renminbi (rund $2.5 Milliarden) aufgelegt, um in chinesische Technologie-Start-ups zu investieren. Dies ist die größte Kapitalbeschaffung einer privaten Risikokapitalgesellschaft in China in den vergangenen zwölf Monaten. Sie zeigt den steigenden Einfluss des Gründers Neil Shen, der weithin als der mächtigste Technologieinvestor des Landes gilt. Der neue Fonds ist zwar deutlich kleiner als ein von HongShan im Jahr 2022 aufgelegter $9-Milliarden-Fonds, als Renminbi-Fonds ist er jedoch wesentlich flexibler bei Investitionen in sensible Technologien als ein US-Dollar-Fonds. Zudem bringt er HongShan jetzt in eine starke Position, um mit zahlungsschwachen Gründern Vorzugskonditionen auszuhandeln. Der chinesische Start-up-Sektor hatte in den letzten Monaten unter der Wirtschafts- und Immobilienkrise in China sowie den anhaltenden Auswirkungen der regulatorischen Maßnahmen gegen Technologieunternehmen gelitten. Die Unternehmensbewertungen brachen ein, mehrere Börsengänge wurden abgesagt und die Kapitalbeschaffung kam weitgehend zum Erliegen.

Mehr Spielraum für Investitionen in sensible Technologien

Der neue Fonds, der im März finalisiert wurde, wird von der Stadtregierung von Hangzhou und mehreren privaten und staatlichen Versicherungsgesellschaften unterstützt. Als Renminbi-Fonds kann er deutlich leichter in sensible Technologien wie Künstliche Intelligenz, Chip-Technologien und Robotik investieren als der 2022 aufgesetzte Dollar-Fonds. So zeigte HongShan zuletzt vermehrt Interesse an Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. In diesem Jahr hat das Unternehmen unter anderem in die Unternehmen Zhipu und Moonshot investiert. Die beiden Firmen sind zwei der führenden einheimischen Start-ups, die den Anspruch haben, Chinas Antwort auf die generative künstliche Intelligenz des nordamerikanischen Konkurrenten OpenAI zu werden. Moonshot wurde in seiner letzten Finanzierungsrunde mit knapp $2.5 Milliarden bewertet und befindet sich aktuell in Gesprächen mit Investoren über eine zusätzliche Finanzierung, in Folge welcher das Unternehmen mit mehr als $3 Milliarden bewerten werden würde. Damit wäre es eines der KI-Start-ups Chinas mit der höchsten Bewertung. Im April erwarb HongShan außerdem eine Beteiligung an Biren, einem KI-Chip-Start-up, das versucht, hochleistungsfähige Grafikprozessoren zu entwickeln. Diese sollen mit den Produkten des nordamerikanischen Herstellers Nvidia konkurrieren, die in China aufgrund von Exportbeschränkungen seitens der USA verboten sind. HongShan, welches sich im letzten Jahr von dem nordamerikanischen Venture-Capital-Riesen Sequoia Capital aufgrund von geopolitischem Druck loslösen musste, wird von Neil Shen geleitet, welcher weithin als Chinas mächtigster Technologieinvestor bezeichnet wird. Shen stand in der Vergangenheit hinter einigen der lukrativsten chinesischen Tech-Investitionen, darunter die TikTok-Muttergesellschaft ByteDance, der Drohnenhersteller DJI und die E-Commerce-Gruppen Meituan, Alibaba und Pinduoduo.

Chinas geschwächte Start-up-Branche

Chinas Start-ups haben in den letzten Monaten eine Phase der Stagnation durchlaufen. Sie leiden unter der Wirtschafts- und Immobilienkrise sowie den anhaltenden Auswirkungen der regulatorischen Maßnahmen gegen Technologieunternehmen, die zu einem Rückgang der Bewertungen vieler Unternehmen geführt haben. Aufgrund der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China mussten in jüngster Vergangenheit zudem einige der am höchsten bewerteten chinesischen Start-ups ihre Pläne für einen Börsengang in den USA absagen. In diesem Jahr haben chinesische Unternehmen bei Börsengängen in den USA bisher rund $580 Millionen eingenommen, wobei ein Großteil hiervon auf das Konto des Elektrofahrzeugherstellers Zeekr ging. Aber auch in China wird es für junge Unternehmen immer schwieriger, an die Börse zu gehen. Als Teil einer Initiative der chinesischen Regierung, die Kontrolle über den chinesischen Markt zu erlangen, haben die Regulierungsbehörden die Realisierung von Börsengängen erschwert und das Tempo des gesamten Prozesses drastisch verlangsamt. Rund 40 chinesische Unternehmen sind in diesem Jahr an die Börse gegangen. Sie erreichten eine Marktkapitalisierung von weniger als $3 Milliarden, ein Bruchteil des Wertes, der normalerweise zu dieser Jahreszeit erreicht wird. Im Hinblick auf die geschwächte Branche befindet sich der neue Fonds HongShan in einer starken Position, um mit zahlungsschwachen Gründern Vorzugskonditionen auszuhandeln, erklärte ein konkurrierendes VC-Unternehmen. "Jeder kämpft darum, Kapital aufzutreiben", es gebe “aber nicht viele Akteure in diesem Bereich, die große Schecks ausstellen".

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