Houston, wir haben einen Hype: Nvidia mit der nächsten Umsatz-Sensation
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Houston, wir haben einen Hype: Nvidia mit der nächsten Umsatz-Sensation

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Simeon Koch

Gestern stieg der Showdown. Und die Meme-Fabriken dieser Welt standen bereit. Apokalyptische Bilder von zusammenbrechenden Hochhäusern und rauchenden Ruinen verfallener Städte geisterten durch die Sozialen Medien. Darüber stand: „Amerika, wenn Nvidia die Umsatzerwartungen verfehlt“. Videoschnipsel der ersten Mondmission waren zu sehen. Astronauten besteigen mit ernsten Gesichtern die Raumkapsel und Millionen Menschen fiebern bang vor den Fernsehgeräten mit. „Die Welt macht sich bereit für die Geschäftszahlen von Nvidia“, hatten ein paar findige Spaßvögel über die historischen Bilder geschrieben. Der Vergleich mit den ersten menschlichen Weltraum-Abenteuern war zwar etwas überzogen. Historisch fühlte sich der Abend dann aber doch irgendwie an. Und zum Mond ging es auch – zumindest für die Nvidia-Aktie. Einmal mehr hatte der Marktführer für Computerchips und KI-Hardware formidable Zahlen vorgelegt. Meme-Künstler montierten das Gesicht von Nvidia-CEO Jensen Huang in Aufnahmen von Popstars, die wie wild vor johlenden Menschenmassen herumtanzen. Für Jensen Huang selbst war es gestern nur ein kleiner Schritt vor die Kameras. Für die Menschheit aber schien es ein großer zu sein: „Die nächste industrielle Revolution hat begonnen“, sagte Huang. Die Geschäftszahlen jedenfalls sprechen dafür.

„Nvidia rettet mal wieder die Welt“

Die Welt konnte eigentlich nur untergehen. Oder besser gesagt: Es schien schier unmöglich für Nvidia, diese Erwartungen zu erfüllen. Vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen am gestrigen Abend wollten Analysten einen Umsatz von $24.7 Milliarden sehen – das wäre eine Steigerung von fast 250 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gewesen. Noch höher legte die Wall Street die Latte beim Gewinn je Aktie: Von $1.09 im letzten Frühjahr sollte Nvidias Profit auf $5.59 klettern und sich damit mehr als vervierfachen. Normal waren diese Prognosen nicht mehr. Aber was ist schon normal auf diesem Markt? Nvidias Geschäftszahlen gewiss nicht. Denn die pulverisierten sogar noch diese vermeintlich völlig überzogenen Erwartungen. Der Umsatz des Chip-Giganten explodierte im Vergleich zum ersten Quartal des vergangenen Jahres um 262 Prozent auf $26 Milliarden und übertraf die Analystenschätzung um mehr als eine Milliarde. Der Gewinn je Aktie verfünffachte sich fast auf $6.12 nach $1.09 vor zwölf Monaten. Bilder von Jensen Huang mit angespanntem Bizeps geisterten durchs Netz, versehen mit der Überschrift: „Nvidia rettet mal wieder die Welt“. Einmal mehr bewies sich auch die Effizienz des Geschäftsmodells, von der selbst viele der weltweit erfolgreichsten Großkonzerne nur träumen können.

Die Nvidia-Zahlen für Q1 2024, nebst Analysten-Prognosen sowie Q1 und Q4 2024

Von den $26 Milliarden Umsatz blieben ganze $15.2 Milliarden als Nettogewinn übrig. Auch hier ein schwindelerregendes Plus von über 460 Prozent im Jahresvergleich. Zum Vergleich: PayPal setzte im aktuellen Quartal $7.7 Milliarden um und erzielte einen Nettogewinn von $1.16 Milliarden. Tesla blieben von $21.3 Milliarden Umsatz gerade einmal $1.54 Milliarden übrig. Nicht zu Unrecht hat sich Nvidia also zum unumstrittenen Zugpferd des Technologie-Sektors aufgeschwungen. Und Jensen Huang denkt gar nicht daran, diesen Nimbus wieder abzugeben: „Unternehmen weltweit und ganze Staaten arbeiten mit Nvidia, um billionenschwere traditionelle Rechenzentren zu revolutionieren und eine neue Art von Rechenzentren, nämlich KI-Fabriken zu bauen“. Dort werde man gemeinsam „einen neuen Rohstoff produzieren: Künstliche Intelligenz!“ Das Geschäft läuft schon jetzt famos: Ganze $22.6 Milliarden setzte Nvidia im zurückliegenden Quartal allein mit der Ausstattung von Rechenzentren um, der zweifelsohne dominante Geschäftszweig des Unternehmens wuchs um 427 Prozent in nur einem Jahr. In den ersten drei Monaten 2023 hatte man in dieser Sparte noch $4.3 Milliarden umgesetzt, im Winter waren es bereits $18.4 Milliarden und nun eben die genannten $22.6 Milliarden – Tendenz steigend. Damit zumindest rechnet Jensen Huang: „Wir sind bereit für die nächste Wachstumswelle“. Die Produktion der neuen Chipreihe Blackwell „läuft auf Hochtouren und bildet die die Grundlage für generative KI in ganz neuen Maßstäben“.

Nvidia will weiter wachsen – was macht die Aktie?

Und auch um den Bedarf an Infrastruktur aus dem Hause Nvidia müsse man sich keine Sorgen machen, versicherte der Geschäftsführer: „Unser Wachstum im Bereich der Rechenzentren wurde durch die starke und zunehmende Nachfrage nach generativem KI-Training und entsprechenden Chips angeheizt“. Und auch die Anwendungsfelder wachsen stetig: „Neben den Cloud-Service-Providern hat sich die generative KI auf digitale Dienstleister, staatliche Behörden, die Automobilindustrie und das Gesundheitswesen ausgeweitet, wodurch mehrere Märkte mit einem Volumen von vielen Milliarden Dollar entstanden sind“. Auch der deutsche Markt profitiert immer mehr von Künstlicher Intelligenz: Mercedes Benz kündigte kürzlich an, seine Fahrassistenzsysteme mit autonomen Algorithmen aufzurüsten, Siemens und SAP kooperieren unmittelbar mit Nvidia, um ein industriell nutzbares Metaverse und KI-Sprachmodelle für Unternehmenskunden zu entwickeln. Im Automobil-Bereich verkaufte Nvidia in diesem Quartal Hardware im Wert von $329 Millionen, an Grafikprojekte wie Siemens‘ Metaversum gingen Chips für $427 Millionen. Gleichzeitig verstärke man auch die Zusammenarbeit innerhalb der internationalen Tech-Führungsriege, betonte Nvidias Finanzchefin Colette Kress auf einer Pressekonferenz: „Ein großes Highlight in diesem Quartal war die Ankündigung von Lama 3, dem neuesten KI-Chatbot von Meta, der 24 000 Stück unserer H100-Grafikkarten verwendet“ – eines von Nvidias Flaggschiff-Produkten.

Die Nvidia-Aktie knackte gestern nachbörslich zum ersten Mal überhaupt die $1000-Marke. Und das war für Anleger nicht der einzige Grund für gute Laune: Die vierteljährliche Dividende stieg laut Angaben des Konzerns von $0.04 auf $0.10. In den letzten Monaten habe man $98 Millionen an Dividende ausgezahlt und eigene Aktien im Wert von $7.7 Milliarden zurückgekauft. Um das Wertpapier selbst für ein breiteres Investoren-Publikum zu öffnen, führt Nvidia Anfang Juni einen 10:1-Aktien-Split durch. Jeder Anleger bekommt für jede gehaltene Aktie zehn Anteile, der Wert jedes Anteilsscheins entspricht dann einem Zehntel der ursprünglichen Aktie vor dem Split. Dadurch dürften zahlreiche neue Anleger angelockt und die Liquidität im Handel mit dem Nvidia-Papier gesteigert werden. Laut unserer Analyse sind weitere Allzeithöchststände nur eine Frage der Zeit. Zwar könnte der Kurs schon imminent in Richtung der $1100 ausbrechen – wir halten einen Rücksetzer unter $700 und eine anschließende Rallye derzeit aber für etwas wahrscheinlicher. Die konkreten Preisbereiche für die nächsten lukrativen Einstiege bei Nvidia teilen wir unseren Abonnenten in den regelmäßigen Updates unseres TECH33-Pakets mit. Neben Nvidia mit den wichtigsten Tech-Giganten des Planeten, rund um Microsoft, Apple, Tesla, Google, Amazon und PayPal.

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Simeon Koch

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