Reddit und Qualcomm legten in dieser Woche starke Quartalszahlen vor, der US-Arbeitsmarkt bleibt überraschend robust. BASF setzt trotz schwacher Bilanz ein Zeichen der Stabilität. Alle Infos und Details jetzt im Wochenrückblick.
Montag: TikTok zahlt Millionenstrafe
TikTok hat wegen Datenschutzverstößen eine Strafe von 530 Millionen Euro von der irischen Datenschutzkommission bekommen. Der Vorwurf: Die Plattform soll Daten europäischer Nutzerinnen und Nutzer unerlaubt nach China übertragen haben. TikTok muss seine App innerhalb von sechs Monaten an europäische Datenschutzregeln anpassen. Das Unternehmen kann gegen die Strafe Einspruch einlegen, hat aber angekündigt, seine Datenpraxis zu ändern.
Hintergrund: Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verlangt, dass persönliche Daten von Europäern auch im Ausland sicher sind. TikTok gehört zum chinesischen Konzern ByteDance, der den chinesischen Behörden untersteht. Deshalb gab es Sorgen, dass chinesische Behörden Zugriff auf europäische Nutzerdaten haben könnten. Irland ist für viele große Tech-Konzerne innerhalb der EU zuständig, weil sie dort ihren Europa-Sitz haben.
Dienstag: Reddit legt starke Zahlen vor
Reddit hat im ersten Quartal 2025 besser abgeschnitten als erwartet: Der Umsatz stieg auf 392 Millionen Dollar, der Gewinn lag bei 13 Dollar-Cent je Aktie – sechsmal mehr als die prognostizierten 2 Cent. Für das zweite Quartal erwartet Reddit Einnahmen zwischen 410 und 430 Millionen Dollar. Obwohl die Aktie nachbörslich zunächst um 19 Prozent stieg, sank sie später wieder, weil das Unternehmen auf Herausforderungen bei Google-Suchen und die angespannte Weltwirtschaft hinwies.
Reddit ist eine Plattform, auf der Nutzer Inhalte selbst erstellen und diskutieren. Wegen Veränderungen bei Google und neuen KI-Suchmaschinen könnte sich der Besucherstrom kurzfristig verändern. Reddit setzt deshalb auf eigene Verbesserungen und ein neues KI-Tool namens Reddit Answers. Trotz aller Unsicherheiten zeigt sich die Führung optimistisch: Man sei gut aufgestellt, um auch schwierige Zeiten zu meistern. Die Reddit-Aktie wurde im März vergangenen Jahres erstmals an der New Yorker Börse gelistet.
Mittwoch: Qualcomm schlägt Erwartung
Der Chip-Hersteller Qualcomm hat im ersten Quartal 2025 besser abgeschnitten als erwartet: Der Umsatz stieg auf elf Milliarden US-Dollar, Analysten hatten nur mit 10.7 Milliarden gerechnet. Der Gewinn pro Aktie lag bei 2.85 Dollar und damit leicht über den Prognosen. Trotz dieser positiven Zahlen sank die Aktie nachbörslich, weil der Ausblick für das zweite Quartal mit erwarteten 10.3 Milliarden Dollar etwas hinter den Hoffnungen zurückblieb.
Zur Einordnung: Qualcomm stellt wichtige Chips für Smartphones, Autos und vernetzte Geräte her. In den letzten fünf Jahren ist der Umsatz des Unternehmens im Schnitt solide gewachsen. Dass die Aktie trotz guter Zahlen fiel, zeigt: An der Börse zählen nicht nur aktuelle Erfolge, sondern auch Zukunftserwartungen. Ein ähnliches Schicksal ereilte am Freitag die Apple-Aktie: Apple hat zwar ein gutes Quartal hingelegt, rechnet aber mit massiven Mehrkosten wegen Donald Trumps Zollpolitik und musste deshalb den Ausblick schmälern.
Donnerstag: US-Arbeitsmarkt stabil
Die US-Wirtschaft hat im April 177 000 neue Jobs geschaffen und damit die Erwartungen der Experten übertroffen: Diese hatten nur mit 138 000 neuen Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4.2 Prozent, die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen leicht um 0.2 Prozent. Der Bericht zeigt: Der Arbeitsmarkt bleibt trotz globaler Unsicherheiten widerstandsfähig. An den Börsen sorgten die Zahlen für Erleichterung, weil eine drohende Konjunkturflaute zunächst ausbleibt.
Besonders beachtet wurde der Bericht wegen der Strafzölle, die Anfang April angekündigt wurden. Viele Experten hatten befürchtet, dass Unternehmen daraufhin schnell Stellen streichen würden. Doch bislang zeigt sich, dass der Arbeitsmarkt stabil bleibt. Dass die Stundenlöhne nur dezent stiegen deutet außerdem darauf hin, dass die Inflation nicht überhitzt. Die Fed bekommt damit etwas mehr Spielraum für ihre Geldpolitik und mögliche Zinssenkungen.
Freitag: BASF enttäuscht in Q1
BASF hat am Freitag die Zahlen für das abgelaufene erste Quartal vorgelegt und dabei die Erwartungen der Analysten klar verfehlt. Der Umsatz sank auf 17.4 Milliarden Euro, auch der Gewinn aus dem Kerngeschäft (EBIT) und der Nettogewinn gingen stark zurück. Der Geldfluss war sogar negativ. Das heißt, dass weniger Geld eingenommen als ausgegeben wurde. Trotzdem will BASF eine Dividende von 2.25 Euro je Aktie zahlen. Die Jahresziele wurden bestätigt, an der Börse reagierten Anleger aber eher zurückhaltend.
Zum Hintergrund: Das EBIT ist der Gewinn eines Unternehmens, bevor Zinsen und Steuern abgezogen werden – also ein guter Maßstab dafür, wie gut das Tagesgeschäft läuft. BASF spürt aktuell die schwache Weltwirtschaft und verdient weniger. Trotzdem möchte der Konzern seinen Aktionären ein Zeichen der Stabilität geben, mit der hohen Dividende von 0.56 Euro vierteljährilich und geplanten Aktienrückkäufen ab 2027.
Das war’s mit dem Wochenrückblick. Für weitere Nachrichten aus der Welt der Finanzen besuchen Sie uns gerne auf HKCM News. Wir wünschen Ihnen ein angenehmes Wochenende.




