HKCM-Wochenrückblick: Rheinmetall sponsert BVB, EU-Inflation steigt
#Global Markets

HKCM-Wochenrückblick: Rheinmetall sponsert BVB, EU-Inflation steigt

Author

Simeon Koch

Es ist Freitag und wir lassen eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns im Wochenrückblick an.

Montag – Tesla laut Nvidia-CEO „weit voraus“

Jensen Huang, Geschäftsführer des weltweit führenden Computerchip-Produzenten Nvidia scheint ein Fan von Elon Musks Zukunftsvision selbstfahrender Autos zu sein. In einem Interview kurz nach Veröffentlichung der verblüffend starken Quartalszahlen des Hardware-Giganten unterstrich Huang: „Tesla ist bei selbstfahrenden Autos weit voraus“ – und das werde sich bald bezahlt machen. Denn „jedes einzelne Auto wird eines Tages über autonome Fähigkeiten verfügen müssen“, ist sich der Nvidia-Chef sicher. Tesla will mit seinem autonomen Fahrassistenten dieses Jahr in die Offensive gehen und kürzte Ende April die Preise für die Software. Kurz darauf verkündete den stärksten Umsatzrückgang seit mehr als zehn Jahren. Trotz der haarsträubenden Geschäftszahlen gelang es Elon Musk, Aufbruchsstimmung unter den Aktionären zu verbreiten – und das war vor allem großen Plänen rund um das prestigeträchtige Robotaxi-Projekt zu verdanken. Musk zeigte sich erfreut über die positiven Worte des Nvidia-CEOs und tweetete knapp: „Thanks Jensen!“.

Dienstag – Londoner Börse listet erste britische Bitcoin-ETFs

Am Dienstag startete an der Londoner Börse der Handel mit Exchange Traded Products (ETPS) für Bitcoin und Ethereum. ETPs sind das europäische Pendant zu amerikanischen ETFs und eröffnen Anlegern die Möglichkeit, über den Spot-Markt in die zwei größten Kryptowährungen zu investieren. Angeboten werden die ersten britischen Krypto-ETFs von den Vermögensverwaltern WisdomTree, 21Shares und Invesco, die allesamt auch in den Vereinigten Staaten Bitcoin-Spot-Fonds anbieten. Die Bitcoin- und Ethereum-ETPs stehen zunächst nur professionellen und institutionellen Anlegern offen. Die britische Finanzaufsicht betonte diesbezüglich, dass „Krypto-Derivate aufgrund des Schadens, den sie verursachen können, für Kleinanleger nicht geeignet sind“. WisdomTree-Europachef Alexis Marinhof sieht in den ETPs dennoch einen „wichtigen Schritt nach vorne“ und rechnet mit „größerer institutioneller Adaption dieser Assetklasse, weil viele Investoren bisher nicht die Möglichkeit hatten, in den Bitcoin oder andere Kryptowährungen zu investieren“.

Mittwoch – Rheinmetall wird Sponsor bei Borussia Dortmund

Am morgigen Samstag steigt für Borussia Dortmund das wichtigste Spiel seit einer Dekade: Im Endspiel der UEFA Champions League trifft der Bundesligist als Underdog auf den Seriensieger Real Madrid. So nah kam Dortmund dem größten Titel des europäischen Vereinsfußballs zuletzt im Jahr 2013, unterlag im Finale aber dem deutschen Rivalen FC Bayern München. In den Trubel um das Finale der Königsklasse platzte am Mittwoch die Nachricht, dass Rheinmetall als Sponsor beim Ruhrgebietsclub einsteigt. Es geht offenbar um einen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr, die Kooperation mit dem Waffenkonzern ist umstritten. Rheinmetall profitierte von der Nachfrage nach Militärgerät wegen des Kriegs in der Ukraine und der Rüstungspläne vieler europäischer Staaten. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke betonte in einer Stellungnahme, dass Sicherheit und Verteidigung das Fundament der Demokratie seien, deshalb „halten wir es für die richtige Entscheidung, uns sehr intensiv damit zu beschäftigen“. Eine Diskussion will BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl nicht aufkommen lassen: „Es gibt jetzt nur noch ein einziges Thema – und das ist dieses Finale“.

Donnerstag – EU-Embargo gegen russisches Getreide

Künftig heben die EU-Staaten höhere Zölle auf Getreide und weitere Agrarprodukte aus Russland und Belarus ein. Die Tariferhöhung soll einem faktischen Einfuhrstopp gleichkommen. Monatelang hatten deutsche Landwirte gegen die Einfuhr von Agrarprodukten aus Russland demonstriert. Russisches Getreide flute den europäischen Markt und drücke die Preise, lautete der Vorwurf. Weit hergeholt erscheint das nicht: Laut der EU-Statistikbehörde Eurostat stiegen die europäischen Getreideimporte aus Russland in den letzten Jahren stark an. Hatten die EU-Staaten 2020 noch für 120€ Millionen Getreide aus Russland gekauft, so stieg die Summe bis 2023 auf ganze 440€ Millionen. Der EU-Handelskommissar Valdis Dombrovski tweetete, dass man durch die Zölle „die Destabilisierung des Agrarsektors durch russisches Getreide“ unterbinde. Außerdem helfe die Maßnahme dabei, „die Einnahmen Russlands zur Finanzierung seines Krieges in der Ukraine einzuschränken“.

Freitag – EZB nicht beunruhigt wegen steigender Inflation

Die Inflation ist im Euroraum laut Eurostat über die letzten Wochen auf 2.6 Prozent angestiegen. Bei der letzten Messung im April war die Teuerung noch auf 2.4 Prozent taxiert worden. Seit dem Rekordwert von 10.6 Prozent im Oktober 2022 ist die Inflation zwar stetig gefallen – im Mai aber stieg sie zum ersten Mal seit Ende 2023 wieder an. Die Europäische Zentralbank dürfte dieser kleine Rückschritt nicht von ihrer geplanten Marschrichtung baldiger Zinssenkungen abbringen. Am kommenden Donnerstag treffen die europäischen Währungshüter die nächste wichtige Entscheidung über das künftige Zinsniveau im Euroraum. Analysten rechnen mit einer Lockerung der Geldpolitik, gleichbedeutend mit einer Zinskürzung. Bereits Anfang des Monats war durchgesickert, dass die EZB nicht davor zurückscheue, sich in Sachen Zinsen von der nordamerikanischen Notenbank Fed (engl. Federal Reserve) abzunabeln. Bisher hatten die beiden Zentralbanken bei der Zinspolitik Gleichschritt gehalten, die Inflation in der Eurozone entwickelte sich zuletzt aber deutlich besser als in den Vereinigten Staaten und lässt der EZB deutlich mehr Spielraum als ihrem US-Pendant.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen guten Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

Author

Simeon Koch

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.