HKCM-Wochenrückblick: Cadillac in Formel 1, BlackRock vor Milliarden-Übernahme, BTC-Reserve für Brasilien
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HKCM-Wochenrückblick: Cadillac in Formel 1, BlackRock vor Milliarden-Übernahme, BTC-Reserve für Brasilien

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Florian Winter

Es ist Freitag und wir lassen eine spannende Handelswoche hinter uns. Was in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Wochenrückblick an.

Montag ­– Qualcomm: Intel-Übernahme abgesagt? 

Einem Bloomberg-Bericht zufolge ist das Interesse des Halbleiterproduzenten Qualcomm an einer vollständigen Übernahme des strauchelnden Intel-Konzerns deutlich abgeflacht. So scheut das Tech-Unternehmen offenbar die Komplexität eines solchen Deals. Wir hatten bereits im September darüber berichtet, dass die potenzielle Übernahme möglicherweise am Kartellrecht scheitern könnte. Nun könnte Qualcomm statt des gesamten Unternehmens einzelne Geschäftsbereiche ins Visier nehmen. Die beiden Parteien äußerten sich bislang noch nicht dazu. Intel hat in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile an Konkurrenten wie TSMC verloren und profitierte kaum vom KI-Boom. Zudem wurden große strategische Fehlentscheidungen getroffen, wie beispielsweise das Ablehnen einer frühen Beteiligung an OpenAI.


Just im November verlor Intel seinen Platz im Dow Jones Industrial Average an Nvidia. Auch wir haben in diesem Zuge eine Umstellung in unserem US-Titans-Paket vorgenommen und das Intel-Papier, das seit Jahresanfang mehr als 50 Prozent an Wert verloren hat, durch die Nvidia-Aktie ersetzt. Außerdem analysieren wir nun statt der Amgen-Aktie den Anteilsschein des Sportartikelherstellers Under Armour.

Dienstag – Cadillac startet ab 2026 in der Formel 1 

Nach langen Verhandlungen hat die Formel 1 den Weg für den Einstieg von General Motors (GM) mit seiner Marke Cadillac ab 2026 freigemacht. Das Team wird als elfter Rennstall antreten, zunächst mit Motoren von Ferrari oder Honda, ab 2028 möchte GM eigene Antriebe entwickelt. Der Einstieg soll unter anderem die Präsenz der Formel 1 auf dem nordamerikanischen Markt stärken, so Greg Maffei, Chef des Formel-1-Besitzers Liberty Media. Ein Einstieg des neuen Rennstalls stieß lange auf Widerstand der bestehenden Formel 1-Teams, die Einnahmeverluste befürchteten.

Der ehemalige Weltmeister Mario Andretti schaltete daraufhin aufgrund potenzieller Verstöße gegen das Kartellrecht die Behörden in den Vereinigten Staaten ein, welche der Formel 1 in der weiteren Abfolge mit einer Milliardenstrafe drohte – sodass der Verband letztlich doch einlenkte. Cadillac plant, sich mit einer erweiterten Fabrik in Silverstone und erfahrenem Personal in der Formel 1 erfolgreich zu positionieren und technische Innovationen voranzutreiben. Übrigens: Für den Einstieg in die Formel 1 muss Cadillac respektive GM deutlich tiefer in die Tasche greifen als frühere Neuankömmlinge: Ab 2026 wird eine Eintrittsgebühr in Höhe von 600 Millionen US-Dollar veranschlagt, bislang mussten neue Teams lediglich 200 Millionen US-Dollar bezahlen.

Mittwoch – Brenntag-Chef Kohlpaintner kündigt Rückzug an

Nachdem bereits im Oktober die Finanzchefin Kristin Neumann über ihren Abschied bis spätestens März 2025 informierte, steht dem weltweit größten Chemikalienhändler Brenntag ein weiterer einschneidender Führungswechsel bevor: Vorstandschef Christian Kohlpaintner wird seinen Ende 2025 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Der 62-Jährige erklärte seinen Rückzug mit persönlichen Beweggründen und kündigte an, nach seiner Amtszeit keine weiteren Führungspositionen in der Wirtschaft anzustreben. Der Aufsichtsrat hat die Suche nach seiner Nachfolge bereits eingeleitet. Kohlpaintner steht seit Januar 2020 an der Spitze des DAX-Konzerns und manövrierte diesen durch eine umfassende Transformation. So richtete er das Unternehmen durch die Aufteilung in zwei eigenständige Abteilungen – eine für die Massen-, die andere für Spezialchemikalien – strategisch neu aus.

Foto: Brenntag AGIn der Zeit bis zu seinem Abschied will Kohlpaintner die Wachstumsstrategie weiter vorantreiben und die operative Performance verbessern. Zuletzt wehrte er erfolgreich Forderungen aktivistischer Investoren ab, die eine Zerschlagung des Unternehmens gefordert hatten. Nichtsdestotrotz laufen die Geschäfte bei Brenntag in den vergangenen Monaten alles andere als rosig: Nachdem die Erträge bereits im zweiten Quartal rückläufig waren, senkte das Unternehmen im Zuge eines weiteren Gewinnrückgangs im dritten Quartal die Jahresziele deutlich ab und kündigte weiteichende Einsparungen an. Wie sich diese Entwicklungen auf die Brenntag-Aktie auswirken, erfahren die Kunden unseres DAX40-Aktienpakets in den täglichen Marktupdates.

Donnerstag – BlackRock plant Übernahme von HPS

Wie am Donnerstag bekannt wurde, steht der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock offenbar kurz vor der Übernahme von HPS Investment Partners, einer der führenden Investmentgesellschaften mit Fokus auf private Kredite. Im Rahmen des Deals, dessen finale Bedingungen nach den Thanksgiving-Feierlichkeiten bekannt werden sollen, könnte HPS mit rund 12 Milliarden US-Dollar bewertet werden, was deutlich über den 10 Milliarden US-Dollar liegen würde, die bei einem ursprünglich geplanten Börsengang angestrebt hatte.

HPS wurde 2007 gegründet und verwaltete Ende September ein Vermögen rund 150 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen hat sich als bedeutender Akteur im Private-Credit-Sektor etabliert, insbesondere da Banken aufgrund strengerer Regulierung ihre Kreditaktivitäten in bestimmten Bereichen zurückgefahren haben. Mit der Übernahme will BlackRock seine Präsenz im Markt für alternative Investments ausbauen, der höhere Gebühren und Renditen verspricht. Zuletzt hatte der Vermögensverwalter den Kauf der Infrastruktur-Investmentfirma Global Infrastructure Partners für 12.5 Milliarden US-Dollar abgeschlossen und die britische Datenplattform Preqin für 3.2 Milliarden US-Dollar übernommen. Weder BlackRock noch HPS äußerten sich bislang zu den Verhandlungen.

Freitag – Bitcoin-Reserve für Brasilien?   

Der designierte Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump, der sich im Rahmen des Wahlkampfes im Sommer selbst zum Krypto-Präsidenten ernannt hatte, kündigte bereits vor mehreren Monaten an, eine „nationale Reserve in Bitcoin“ anzulegen. Damit möchte er einen „nationalen Wert schaffen, vom dem alle Bürger des Landes profitieren“ sollen. Ähnliches steht nun auch in Brasilien zur Debatte: Ein neues Gesetzesvorhaben, eingebracht von Abgeordnetem Eros Biondini, sieht vor, bis zu fünf Prozent der nationalen Finanzreserven in Bitcoin anzulegen. Mit der sogenannten RESBit-Reserve soll die Staatskasse gegen Währungsabwertungen und sowie geopolitische Risiken abgesichert werden. Außerdem, so die Idee, könnten die Bitcoin-Reserven als Absicherung der geplanten digitalen Währung Real Digital (Drex) fungieren.


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Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Florian Winter

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