Montag: Europas Autobauer kämpfen in China mit Zöllen und Preiskrieg
Die europäische Autoindustrie hat ihren Glanzmoment verloren: In China, dem weltweit größten Automarkt, brechen die Gewinne ein, während ein gnadenloser Preiskrieg die Margen auffrisst. Volkswagen, Mercedes, BMW und Porsche setzen zwar auf neue Elektro-Modelle, doch chinesische Konkurrenten locken mit günstigeren Angeboten. Hinzu kommen neue Zölle und schwache Nachfrage in Europa, die die Hersteller zusätzlich unter Druck setzen. „Die Party ist vorbei“, fasste VW- und Porsche-Chef Oliver Blume die Lage am Rande der Automesse IAA in München zusammen.
Hintergrund ist ein tiefgreifender Wandel: Bis 2035 will die EU Verbrennerautos verbieten, doch viele Hersteller zweifeln, ob sie rechtzeitig genügend wettbewerbsfähige E-Modelle auf den Markt bringen können. Laut einer McKinsey-Studie sollen bis 2032 rund 350 neue Elektroautos in Europa starten – doch die Konkurrenz aus China ist schneller und günstiger. Porsche korrigierte bereits seine Margenziele in China, BMW setzt auf das neue iX3-Modell, während Mercedes Milliarden an Kosten streicht. Renault wiederum versucht, mit billigeren Batterien den Rückstand aufzuholen.
Dienstag: Amazon startet kostenloses Zoox-Robotaxi in Las Vegas
Amazon hat mit seiner Tochterfirma Zoox erstmals kostenlose Robotaxi-Fahrten auf dem berühmten Las Vegas Strip gestartet. Die futuristischen Fahrzeuge, die ohne Lenkrad oder Pedale auskommen, befördern Passagiere in einer Testphase, während Zoox noch auf die endgültige Genehmigung für einen bezahlten Service wartet. Mit dem Angebot tritt Amazon in Konkurrenz zu Alphabet-Tochter Waymo, die bereits in mehreren US-Städten aktiv ist, und zu Tesla, das in Texas mit ersten Robotaxis unterwegs ist.
Damit wagt Amazon den nächsten Schritt in den heiß umkämpften Markt autonomer Fahrdienste. Robotaxis sind selbstfahrende Fahrzeuge, die Menschen wie ein Taxi befördern – allerdings ohne Fahrer. Während Waymo schon über 2 000 Fahrzeuge in den USA einsetzt, testet Zoox mit rund 50 eigens entwickelten Toaster-förmigen Autos, in denen sich die Fahrgäste gegenübersitzen. Dass solche Projekte trotz Milliardeninvestitionen bislang oft gescheitert sind, liegt an strengen Vorschriften, technischer Komplexität und Skepsis in der Bevölkerung. Amazon will es trotzdem wissen und plant baldige Ausweitungen nach San Francisco, Miami und weiteren Metropolen.
Mittwoch: Zwei Abstufungen drücken Apple-Stimmung auf Tiefpunkt
Apple hat am Donnerstag gleich zwei Herabstufungen von Analysten kassiert. Die Folge: Die Empfehlung der Experten fiel auf 3.9 von 5 Punkten – den niedrigsten Wert seit Anfang 2020. Nur noch 55 Prozent der Analysten raten zum Kauf der Aktie. Hauptgrund sind Zweifel an Apples Rolle im Bereich Künstliche Intelligenz und an der Innovationskraft der neuesten Produkte wie dem dünneren iPhone. Während Microsoft, Nvidia und Amazon von den meisten Analysten als klare Kaufkandidaten gelten, hat Apple im Jahr 2025 bisher 9 Prozent Kursverlust verzeichnet.
Die beiden Abstufungen haben ein Schlaglicht auf die Stimmung rund um den iPhone-Konzern geworfen. Analysten bemängelten, dass Apples neue Produkte „uninspiriert“ wirkten und keine großen Impulse für Wachstum setzten. Besonders ins Gewicht fällt die Sorge, dass Apple im Wettrennen um künstliche Intelligenz hinterherhinkt. Eine Abstufung erfolgte nach schwachen Produktankündigungen, eine weitere, weil die Aktie nach einer 30-Prozent-Rally seit April nun als ausgereizt gilt. Im Vergleich zum Nasdaq 100, der dieses Jahr bereits 14 Prozent zulegen konnte, hinkt Apple klar hinterher.
Donnerstag: US-Justiz verklagt Uber wegen Diskriminierung
Die US-Justiz hat am Donnerstag Klage gegen Uber eingereicht. Das Unternehmen soll laut dem Justizministerium Menschen mit körperlichen Behinderungen benachteiligt haben. In der Klageschrift heißt es, Fahrer hätten Fahrgäste mit Blindenhunden oder zusammenklappbaren Rollstühlen oft nicht mitgenommen. Bereits 2021 hatte Uber im Zuge eines Vergleichs über zwei Millionen US-Dollar an Betroffene gezahlt und zugesagt, seine Richtlinien zu ändern. Uber weist die neuen Vorwürfe zurück, betont aber eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Verstößen.
Die Vorwürfe sind brisant, weil sie sich auf das US-Gesetz Americans with Disabilities Act beziehen. Dieses Gesetz schützt Menschen mit Behinderungen davor, im Alltag benachteiligt zu werden – auch beim Transport. Das Justizministerium wirft Uber vor, trotz neuer Funktionen wie einer freiwilligen Kennzeichnung von Servicehunden weiter zu diskriminieren. Für Uber steht nicht nur der Ruf auf dem Spiel: Ein Urteil könnte weitreichende Folgen für das Geschäft in den USA haben. Außerdem soll es ab 2026 möglich sein Helikopterflüge und Wasserflugzeugflüge über die Uber-App zu buchen.
Freitag: Alibaba-Aktie springt dank KI-Offensive nach oben
Die Aktie von Alibaba ist in Hongkong um mehr als sieben Prozent gestiegen, nachdem der Konzern eine milliardenschwere Investition in Künstliche Intelligenz angekündigt hat. Das Unternehmen sammelte 3.2 Milliarden Dollar über Wandelanleihen ein, um den größten KI-Infrastrukturfonds Chinas zu finanzieren, und stellte neue Versionen seiner Qwen-Modelle vor. Analysten sehen darin einen Strategiewechsel, der die Aufmerksamkeit der Investoren weg von verlustreichen Preiskämpfen im Onlinehandel hin zu Alibabas Potenzial im Zukunftsmarkt KI lenkt.
Der Konzern, der in den vergangenen Jahren unter staatlicher Regulierung gelitten hatte, positioniert sich nun als Treiber im globalen KI-Wettrennen. Wandelanleihen sind dabei eine Art Schuldschein, den Investoren später in Aktien umtauschen können, ein cleverer Weg, um frisches Kapital zu beschaffen, ohne sofort neue Aktien auszugeben. Während die Konkurrenz wie Baidu oder Tencent ebenfalls Milliarden investiert, zeigt Alibabas Fokus auf eigene Chips und KI-Modelle, dass die Firma ihre Zukunft nicht nur im E-Commerce, sondern auch in der Technologie der nächsten Generation sieht.
Das war's schon mit dem Wochenrückblick. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Freitag.







