China-Newsflash: Alibaba, Xi & Trump, Jack Ma, BYD und Chinas Schuldenkrise
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China-Newsflash: Alibaba, Xi & Trump, Jack Ma, BYD und Chinas Schuldenkrise

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Carlo Schmid

Alibaba sammelt Milliarden für KI-Ausbau

Alibaba hat 3.17 Milliarden US-Dollar eingesammelt – und zwar über sogenannte Wandelanleihen. Das sind spezielle Schuldscheine: Investoren leihen dem Unternehmen Geld und können sich später entscheiden, ob sie ihr Geld zurückhaben wollen oder es in Alibaba-Aktien umwandeln. Der Clou für Alibaba: Zinsen muss das Unternehmen keine zahlen, und für die Anleger besteht die Chance, später von steigenden Aktienkursen zu profitieren. Mit dem frischen Kapital will Alibaba neue Rechenzentren bauen, seine Technik aufrüsten und das Geschäft im Ausland ausweiten.

Der Hintergrund: In China liefern sich die großen Tech-Konzerne ein teures Wettrennen im Bereich Künstliche Intelligenz. Firmen wie Baidu, Tencent und Meituan stecken ebenfalls Milliarden in neue Technik. Alibaba selbst plant in den nächsten drei Jahren satte 53 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur. Für Anleger und Beobachter heißt das: Die Konkurrenz wird härter, die Investitionen immer größer – und es geht darum, sich langfristig eine Spitzenposition im weltweiten KI-Markt zu sichern.

Neue Hoffnung auf Gipfel: Xi und Trump nähern sich an

China und die USA haben hochrangige Gespräche geführt, die den Weg für ein mögliches Treffen zwischen Xi Jinping und Donald Trump ebnen. Sowohl US-Verteidigungsminister Pete Hegseth als auch Außenminister Marco Rubio betonten in Telefonaten mit ihren chinesischen Amtskollegen, dass man eine offene und konstruktive Kommunikation anstrebe. Während Washington versicherte, keinen Konflikt mit Peking zu suchen, warnte China die USA vor einer Unterstützung der Unabhängigkeit Taiwans. Beide Seiten wünschen, den Austausch fortzusetzen.

Die Gespräche finden in einer Phase gespannter Handelsbeziehungen statt. Derzeit gilt ein 90-tägiger Waffenstillstand bei Zöllen, der bis November anhält. Trump hatte zuletzt neue Strafzölle ins Spiel gebracht, was die Aussichten auf ein Gipfeltreffen erschweren könnte. Gleichzeitig erinnerte Chinas Außenminister Wang Yi daran, dass beide Staaten im Zweiten Weltkrieg Verbündete waren, und rief zu Zusammenarbeit für den Weltfrieden auf. Ein erstes direktes Treffen zwischen Xi und Trump seit Trumps Amtsrückkehr könnte schon beim kommenden Gipfel in Südkorea stattfinden.

Jack Ma greift ins Roboter-Rennen ein

Die Ant Group, unterstützt von Alibaba-Gründer Jack Ma, hat in Shanghai erstmals seinen humanoiden Roboter R1 vorgestellt. Das Modell kann als Tourguide arbeiten, Medikamente sortieren, einfache medizinische Beratung leisten oder in der Küche helfen. Entwickelt wurde der R1 von Ants Tochterfirma Robbyant, die diesen auf der Inclusion Conference in Shanghai präsentierte. Das Unternehmen setzt dabei nicht nur auf Hardware, sondern vor allem auf die Gehirne der Roboter: große KI-Modelle, die Maschinen komplexere Aufgaben ermöglichen sollen.

Damit steigt Ant in ein Feld ein, in dem bereits Tesla und chinesische Firmen wie Unitree aktiv sind. China hat heute schon mehr Roboter in der Industrie als die USA oder Japan und will laut Beobachtern nun auch massiv humanoide Helfer für Alltag und Pflege voranbringen. Ziel sei es, Roboter als Alltagsbegleiter zu etablieren – vom Servieren von Mahlzeiten bis hin zur medizinischen Unterstützung. Ant testet den R1 derzeit in Restaurants und Pflegezentren.

BYD auf der IAA: China greift Deutschlands Autoriesen an

BYD hat in München seinen neuen Showroom eröffnet und auf der IAA ein breites Spektrum an Elektro- und Hybridautos präsentiert – vom günstigen Kleinwagen Dolphin bis zur Luxusmarke Denza. Das chinesische Unternehmen, das 2024 Tesla als weltgrößten Hersteller von Elektroautos überholt hat, will bis Jahresende 1000 Verkaufsstellen in Europa eröffnen, davon 120 in Deutschland. Auch eine Fabrik in Ungarn ist geplant. Damit macht BYD Traditionsmarken wie VW, BMW und Mercedes spürbar Konkurrenz.

Gestartet ist BYD in den 1990er-Jahren mit Batterien, heute beschäftigt der Konzern über 120 000 Ingenieure und meldet täglich Dutzende Patente an. In China bietet BYD Einstiegsmodelle schon ab 10 000 Euro an, in Europa setzt man jedoch bewusst auf höherwertige Positionierung. Vor allem mit dem Plug-in-Kombi Seal 6 DM-i, der 1350 Kilometer Reichweite verspricht, will BYD deutsche Kunden überzeugen. Gründer Wang Chuanfu brachte es bereits im Jahr 2023 in einem Interview so auf den Punkt: „Lasst uns die alten Legenden demolieren und neue Weltklassemarken schaffen.“

China will Milliarden-Schulden von Lokalregierungen stützen

China hat beschlossen, die gewaltigen Schuldenberge seiner Lokalregierungen anzugehen. Laut Bloomberg geht es um unbezahlte Rechnungen an private Firmen von über einer Billion US-Dollar. Die Regierung erwägt, staatliche Banken wie die China Development Bank einzuschalten, um Kredite an Regionen zu vergeben, damit diese ihre Rückstände begleichen können. Präsident Xi Jinping hatte zuvor gewarnt, dass verspätete Zahlungen das Vertrauen in den Staat gefährden und kleine Unternehmen sogar in die Insolvenz treiben könnten. Ziel ist es, die offenen Rechnungen bis 2027 weitgehend zu begleichen.

Die Hintergründe sind brisant: Chinas Lokalregierungen und ihre Beteiligungen sitzen laut Schätzungen auf Verbindlichkeiten von über 10 Billionen Yuan – das entspricht rund 7 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Bisher mussten viele private Unternehmen monatelang auf ihr Geld warten, was ihre Existenz bedrohte. Für die staatlichen Banken birgt das Hilfspaket allerdings Risiken, da sie schon jetzt unter sinkender Rentabilität und wachsenden Kreditausfällen leiden. Ökonomen sehen den Schritt dennoch als Versuch Pekings, die Stabilität des privaten Sektors zu sichern und drohende Schäden für die gesamte Wirtschaft abzuwenden.

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Carlo Schmid

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