Uber hebt ab: Bald Helikopter-Flüge per App buchen
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Uber hebt ab: Bald Helikopter-Flüge per App buchen

Author

Esma Sakalli

Die wichtigsten Punkte 

Uber wird ab 2026 Helikopter- und Wasserflugzeugflüge über seine App anbieten, ermöglicht durch eine Partnerschaft mit Joby Aviation, das im August 2025 den Anbieter Blade für 125 Millionen US-Dollar übernommen hat. Blade betreibt bereits Strecken rund um New York und in Südeuropa, künftig sollen Kunden diese direkt über Uber buchen können. Joby nutzt Blades bestehende Infrastruktur, um seine geplanten elektrischen Lufttaxis (eVTOLs) vorzubereiten, die mit bis zu 200 Meilen pro Stunde fliegen sollen. Der medizinische Transportbereich von Blade blieb außen vor und wurde als Strata Critical Medical ausgegliedert.

Uber hebt ab – der Einstieg ins Luftgeschäft

Uber plant, seine App im kommenden Jahr um ein Angebot zu erweitern, das bisher eher in Science-Fiction-Filmen zu sehen war: Helikopter- und Wasserflugzeugflüge. Möglich wird dies durch eine enge Partnerschaft mit Joby Aviation, einem kalifornischen Unternehmen, das sich auf urbane Luftmobilität spezialisiert hat. Joby hatte im August für 125 Millionen US-Dollar den Anbieter Blade übernommen, der seit Jahren Helikopterlinien rund um New York betreibt – etwa zwischen Manhattan und den Flughäfen Newark und JFK sowie zu den Hamptons.

Blade transportierte allein 2024 über 50 000 Passagiere, zusätzlich zu einem Netz in Südfrankreich mit Routen nach Nizza, Monaco und Cannes. Bislang konnten diese Flüge nur über Blades eigene App gebucht werden, künftig werden sie direkt in Ubers Plattform integriert. Damit schlägt Uber ein neues Kapitel auf: vom Fahrdienstleister zum Komplettanbieter für Mobilität, der nicht nur Straßen, sondern auch den Himmel erschließt.

Ein Plan mit langer Vorgeschichte

Dass ausgerechnet Joby der Partner ist, überrascht nicht. Uber und Joby arbeiten seit Jahren zusammen: 2020 hatte Uber seine eigene Lufttaxi-Sparte, Uber Elevate, an Joby verkauft und zugleich 75 Millionen US-Dollar investiert. Zuvor war bereits ein Investment von 50 Millionen geflossen, Toyota stieg 2024 mit über einer halben Milliarde ein. Mit diesem Kapital im Rücken entwickelte Joby leise, elektrische Senkrechtstarter (eVTOLs), die mit vier Passagieren und einem Piloten Geschwindigkeiten von bis zu 200 Meilen pro Stunde erreichen können – bei einem Geräuschpegel, der hundertmal niedriger sein soll als der eines Helikopters.

Bis zur Einführung dieser neuen Fluggeräte nutzt Joby die bestehende Blade-Infrastruktur, um Routen, Landeplätze und Kundenbeziehungen auszubauen. Für Uber ist das ein idealer Testlauf: Schon bevor futuristische Lufttaxis regulär starten dürfen, können Kunden reale Flugverbindungen nutzen und die App als universelles Mobilitäts-Tool erfahren. So wird überprüft, wie sich Luft- und Bodenverkehr auf einer Plattform nahtlos verbinden lassen.

Der Beginn einer neuen Ära der Mobilität

Hinter den nüchternen Verträgen steckt eine weitreichende Vision. Joby will seine Lufttaxis nicht nur in New York, sondern auch in Dubai, Los Angeles, London und Tokio einsetzen. Ziel ist es, Städte vertikal zu entlasten und Pendlern sowie Reisenden eine Alternative zu verstopften Straßen zu bieten. Schon heute existiert ein Netz von Blade-Landeplätzen mit Lounges, das als Fundament für die künftigen eVTOL-Flotten dienen wird. Ubers App soll dabei als Schnittstelle fungieren, die Flüge mit anderen Transportmitteln kombiniert.

Interessant ist, dass Blade bislang rund 60 Prozent seines Umsatzes gar nicht mit Passagieren machte, sondern mit medizinischen Transporten – vor allem Organflügen für Transplantationen. Dieser Bereich wurde von Joby bewusst nicht übernommen und firmiert nun als Strata Critical Medical weiter. Für Uber und Joby bleibt der Fokus klar: Personenbeförderung. Dass Ubers Einstieg ins Luftgeschäft jetzt konkrete Formen annimmt, markiert einen Wendepunkt – nicht nur für das Unternehmen, sondern für die urbane Mobilität insgesamt. Aus einer App für Fahrdienste wird ein Zugang zu einer multimodalen Zukunft, in der das Taxi auch vom Himmel kommen kann.

FAQ

Was macht Joby Aviation?
Joby Aviation entwickelt elektrische Senkrechtstarter-Flugzeuge (eVTOL), die leise, emissionsfrei und für den urbanen Luftverkehr gedacht sind. Ziel ist es, künftig Lufttaxi-Dienste in Metropolen wie New York, Los Angeles, London oder Dubai anzubieten.

Wer steckt hinter Joby Aviation?
Gegründet wurde Joby Aviation 2009 von JoeBen Bevirt in Santa Cruz, Kalifornien. Das Unternehmen wird unter anderem von Investoren wie Toyota und Uber unterstützt.

Gibt es eine Joby Aviation Aktie?
Ja, Joby Aviation ist seit 2021 an der New Yorker Börse (NYSE) unter dem Ticker JOBY gelistet und wird öffentlich gehandelt.

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Esma Sakalli

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