Es ist Freitag und wir lassen eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns im Wochenrückblick an.
Montag – Microsoft-Computer künftig mit eigenem KI-Chip
Der Technologie-Riese Microsoft will neue Windows-PCs mit speziellen Chips für Künstliche Intelligenz ausstatten. Das teilte Satya Nadella Anfang der Woche bei einer Präsentation im Microsoft-Headquarter in der Washingtoner Kleinstadt Redmond mit. Auch das Windows-Betriebssystem selbst soll angepasst und für die Nutzung autonomer Algorithmen optimiert werden. Teil der Neuerung ist eine KI-Suchfunktion namens Recall, die dabei helfen soll, alles wiederzufinden, was jemals auf einem Gerät getan oder gespeichert wurde. Dafür sollen Windows-PCs lernen, Informationen auf der eigenen Festplatte zu verstehen und in einen sinnvollen Kontext zu bringen. Laut Nadella komme Microsoft damit seinem Ziel näher, „Computer zu bauen, die uns verstehen, statt dass wir Computer verstehen müssen“. Die KI-Modelle für diese neue Infrastruktur kommen vom ehemaligen KI-Startup und heutigen Marktführer OpenAI, die Chips von ARM und demnächst auch von Intel und AMD. Laut Microsoft selbst sind die neuen KI-PCs um fast zwei Drittel schneller als das aktuell beste MacBook Air des Kontrahenten Apple.
Dienstag – Millionen-Verlust für Trumps Truth Social
Donald Trumps Social-Media-Kanal Truth Social hat im ersten Quartal des Jahres einen Verlust von $330 Millionen zu verzeichnen. Der Gesamtumsatz belief sich auf gerade einmal $770 500. Truth Social wurde 2021 gegründet, nachdem Trump wegen Falschinformationen von der Kurznachrichten-Plattform Twitter verbannt worden war. Am 26. März brachte Trump das Unternehmen an die Börse, das Wertpapier feierte ein fulminantes Debüt. In den Folgewochen aber brach der Kurs ein und der anfängliche Börsenwert von $11 Milliarden fiel bis Mitte April auf nur noch $3.7 Milliarden. Der Kurs hat sich seit Mitte April zwar wieder etwas erholt, verlor in den letzten Tagen aber erneut an Boden. Die schwachen Geschäftszahlen, die Truth Social als Börsenunternehmen nun offenlegen muss, dürften zur Verunsicherung der Anleger beigetragen haben. Trump selbst hält seit dem Börsengang gut 57 Prozent der gesamten Anteile, unterliegt als Hauptaktionär aber einer sechsmonatigen Sperrfrist für den Verkauf. Der Rest wird laut Unternehmensangaben von mehr als 620 000 Aktionären gehalten. Mehrheitlich soll es sich dabei um Kleinanleger handeln.
Mittwoch – US-Parlament stimmt für wichtiges Krypto-Gesetz
Am Mittwoch hat das nordamerikanische Repräsentantenhaus für das Gesetz über finanzielle Innovation und Technologie für das 21. Jahrhundert (FIT21) votiert. Damit hat der Beschluss die erste Kammer des Parlaments passiert und wird nun zur Abstimmung im Repräsentantenhaus vorgelegt, die lediglich Formsache sein sollte. Beobachter bezeichnen die Entscheidung als größten Sieg für Kryptowährungen in der politischen Geschichte der Vereinigten Staaten. Tritt das Gesetz in Kraft, würde es einen eindeutigen regulatorischen Rahmen für Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum schaffen sowie klare Richtlinien des Konsumentenschutzes festlegen. Eine der wichtigsten Neuerungen wäre dabei, dass die nordamerikanische Behörde für den Handel von Rohstoffen (engl. Commodity Futures Trading Commission, kurz CFTC) hauptverantwortlich für die Regulierung digitaler Vermögenswerte sein soll. Außerdem sollen eindeutigere Kriterien festgelegt werden, um zu klären, ob einzelne Altcoins als Wertpapiere einzustufen sind. Auf dem Papier bedeutet das einen Paradigmenwechsel beim politischen Umgang mit Kryptowährungen. Bisher hatte die US-Börsenaufsicht (engl. Securities and Exchange Commission, kurz SEC) versucht, Altcoins pauschal als illegale Wertpapiere abzustempeln. Weil sie sich dabei auf ein veraltetes Gesetz berief, kassierte sie viel Kritik und sieht sich mit Klagen zahlreicher Krypto-Projekte konfrontiert.
Donnerstag – Preismanipulation: EU-Millionenstrafe für Milka-Hersteller
Der Süßwaren-Riese Mondelez hat von der Europäischen Union eine Wettbewerbsstrafe in Höhe von rund $350 Millionen kassiert. Dabei handelt es sich um die höchste Strafe, die je von der EU-Kommission über einen Lebensmittelkonzern verhängt wurde. Laut den Ermittlern habe Mondelez jahrelang grenzüberschreitenden Handel zwischen Ländern mit unterschiedlichen Preisen für die eigenen Produkte verhindert: „Durch diese illegalen Praktiken konnte Mondelez weiterhin höhere Preise für seine eigenen Produkte verlangen“, konstatierte die Kommission. Das habe den Wettbewerb verzerrt und sei „letztlich zum Nachteil der Verbraucher in der EU“ gewesen. Das Verfahren gegen den Hersteller berühmter Schokoladenmarken wie Milka, Daim oder Oreo war schon im Januar 2021 eingeleitet worden. Die aufgedeckten Verstöße hätten „von 2012 bis 2019 stattgefunden und betrafen alle EU-Märkte“, erklärten die EU-Wettbewerbshüter. Die ursprünglich höher angesetzte Strafe wurde verringert, weil Mondelez freiwillig mit der Kommission kooperierte.
Freitag – Elon Musks xAI wird mit $18 Milliarden bewertet
In einer neuerlichen Finanzierungsrunde hat Tesla-Chef Elon Musk für sein KI-Startup xAI $6 Milliarden von Risikokapitalgebern wie Andreessen Horowitz und Sequoia Capital eingesammelt. Andreessen Horowitz ist auch im Kryptomarkt sehr aktiv und tätigte frühe Investments in Solana, Uniswap oder auch Near Protocol. Von xAI erhoffen sich die finanzstarken Investoren bahnbrechende technologische Innovation und den Aufstieg in die illustre Runde der Marktführer. Die Bewertung von xAI steigt durch die jüngste Finanzspritze zwar auf beträchtliche $18 Milliarden, an die Branchengrößen um OpenAI oder Anthropic kommt Elon Musks Startup damit aber noch nicht heran. OpenAI konnte seinen Wert im letzten Jahr auf $80 Milliarden hochschrauben und damit fast verdreifachen. Musk aber hat große Pläne und will seine eigenen KI-Programme mit den Daten seiner Social-Media-Plattform X, vormals Twitter, trainieren. Mit OpenAI, das er mitgegründet, aber schon 2018 verlassen hat, liegt Musk auch anderweitig im Clinch: Erst vor wenigen Wochen verklagte er den KI-Giganten und dessen Geschäftsführer Sam Altman, weil OpenAI laut Musk sein Versprechen gebrochen habe, Künstliche Intelligenz zum Wohl der Menschen zu entwickeln.
Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen guten Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!







