Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem Wochenrückblick an.
Montag – OpenAI: Altman verliert Kontrolle über KI-Startup-Fonds
Der mit seinem revolutionären Chatbot ChatGPT in den Fokus der Öffentlichkeit gerückte KI-Pionier OpenAI machte zuletzt regelmäßig Schlagzeilen: Sei es nun aufgrund der neuen Video-KI Sora, einer fast schon unglaublichen $80-Milliarden-Bewertung oder Streitereien mit der New York Times, Tesla-Chef Elon Musk und der nordamerikanischen Börsenaufsicht (engl.: United States Securities and Exchange Commission; kurz: SEC) – um nur einige der jüngsten News rund um das KI-Unternehmen zu nennen. Nun gibt’s wieder Neuigkeiten aus der Firmenzentrale im kalifornischen San Francisco: Wie aus bei der SEC eingereichten Unterlagen hervorgeht, hat OpenAI die Governance-Struktur seines KI-Startup-Fonds geändert, wodurch dieser nun nicht mehr von CEO Samuel Altman kontrolliert wird. Zuvor hatte das ungewöhnliche Eigentumsmodell für Aufsehen gesorgt, da der Fonds von externen Partnern aufgebracht wurde, Altman jedoch die Investitionsentscheidungen traf. Nun wurde die Fondssteuerung auf Ian Hathaway übertragen. Der Fonds umfasst rund $175 Millionen, die von Investoren wie dem mit OpenAI verbandelten Tech-Giganten Microsoft aufgebracht wurden. OpenAI selbst zählt hier nicht zu den Geldgebern.
Dienstag – Alibaba: Aktienrückkauf in Höhe von $4.8 Milliarden
Wie am Dienstag bekannt wurde, hat der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba im ersten Quartal des Jahres den zweitgrößten Aktienrückkauf seiner Unternehmenshistorie durchgeführt: So erwarb das von Eddie Wu geführte Unternehmen Anteile im Wert von $4.8 Milliarden zurück. Unter den Investoren mehrten sich in den vergangenen Monaten die Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Performance des Internet-Giganten, der sich zuletzt mit aufstrebenden Konkurrenten wie PDD oder dem TikTok-Mutterkonzern ByteDance konfrontiert sieht. Alibaba befindet sich derzeit zudem in einem weitreichenden Transformationsprozess, in dessen Zuge der Konzern in sechs separate Einheiten aufgeteilt werden soll. Grundsätzlich sind Aktienrückkäufe für die Investoren eine gute Nachricht – vor allen Dingen, wenn sie so umfangreich ausfallen wie in diesem Fall: So signalisiert ein solches Vorgehen in der Regel, dass das Management Vertrauen in die zukünftige Entwicklung des Unternehmens hat. Zudem zeigt es, dass ein Unternehmen über ausreichend finanzielle Mittel verfügt. Darüber hinaus kann ein solcher Rückkauf zu einer Wertsteigerung der im freien Umlauf befindlichen Aktien führen, da diese in der Folge einen „größeren Anteil“ am Unternehmen repräsentierten. Jedoch tätigen Aktiengesellschaften ab und an auch Rückkäufe, um kurzfristige Aktienkurssteigerungen zu erzielen oder den Mangel an investierbaren Wachstumschancen zu kaschieren. Apropos Aktienkurssteigerungen – über diese werden Sie im Rahmen unseres China-Titans-Pakets, zu welchem Alibaba, aber auch PDD sowie 18 weitere chinesische Schwergewichte zählen, in täglichen Updates informiert.
Mittwoch – Microsoft und Quantinuum: Durchbruch bei Quantencomputern?
Wie auch wir zuletzt immer wieder berichtet haben, liefern sich die Tech-Riesen Microsoft, Amazon, Meta, Google, Apple und Co. ein dynamisches Wettrennen um die „Vorherrschaft“ im Bereich der Künstlichen Intelligenz (kurz: KI), bei dem derzeit der von Bill Gates gegründete Microsoft-Konzern – unter anderem aufgrund einer milliardenschweren Beteiligung am ChatGPT-Unternehmen OpenAI sowie einer Partnerschaft mit dem aufstrebenden französischen KI-Startup Mistral – die Nase vorne zu haben scheint. Jedoch ist der KI-Sektor längst nicht das einzige (Geschäfts-)Feld, in welchem Big Player des Technologiesektors konkurrieren: Ein weiteres ist die Entwicklung kommerzieller Quantencomputer. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei diesen um spezielle Computer, die Quantenmechanik nutzen, um komplexe Berechnungen durchzuführen – und zwar in rasender Geschwindigkeit: Für Rechenaufgaben, mit denen „herkömmliche“ Computer Tausende, gar Millionen Jahre beschäftigt wären, benötigen Quantencomputer in der Theorie lediglich wenige Minuten. Grund hierfür ist, dass Quantencomputer Qubits anstelle der klassischen Bits verwenden. Das Problem bislang: Die besagten Qubits sind zwar schnell, produzieren aber schwerwiegende Datenfehler, wenn der Quantencomputer auch nur leicht gestört wird. Und hier soll Microsoft gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Quantinuum nun ein Durchbruch geglückt sein – also gewissermaßen ein Quantensprung. So gaben die Unternehmen am Mittwoch bekannt, dass Microsoft einen Fehlerkorrekturalgorithmus auf die physikalischen Qubits von Quantinuum angewandt und hierbei Ergebnisse erzielt habe, die laut dem hochrangigen Microsoft-Manager Jason Zander „bis zu 800 Mal besser [sind] als alles, was bisher bekannt ist“.
Donnerstag – Boeing: Millionen-Entschädigung und eingeschränkte Produktion
Die Negativnachrichten rund um den nordamerikanischen Luftfahrtkonzern Boeing reißen nicht ab: Nachdem Anfang Januar ein türgroßes Teil aus einer in 5000 Meter Höhe befindlichen 737 Max 9 herausbrach und eine Katastrophe in der Folge nur durch eine Notlandung verhindert werden konnte, sprach die Flugaufsichtsbehörde in den USA (engl.: Federal Aviation Administration; kurz: FAA) ein Flugverbot für die betroffene Jet-Reihe aus; letzte Woche kündigte der angeschlagene CEO Dave Calhoun seinen Rücktritt zum Jahresende an. Zu allem Überfluss wurde Boeing in den vergangenen Monaten vom großen Konkurrenten Airbus zunehmend abgehängt. Nun ließen Brancheninsider verlauten, dass das US-Titans-Unternehmen aufgrund der strengen Kontrollen der FAA aktuell deutlich weniger Flugzeuge produzieren könne als gewohnt – seitens der Behörde wurde darüber hinaus eine Obergrenze von maximal 38 Jets pro Monat festgelegt. Deshalb sollen die Bänder in den Werken zuletzt um einiges langsamer gelaufen sein. Eine weitere Hiobsbotschaft für die Boeing-Führungsriege: Aufgrund des eingangs beschriebenen Zwischenfalls fordert die betroffene Airline Alaska Air eine hohe Entschädigungszahlung. Rund $160 Millionen soll Boeing in diesem Zuge schon an die Fluggesellschaft überwiesen haben – diese ließ aber bereits verlauten, dass man weitere Zahlungen erwarte, habe man doch im Rahmen des Flugverbots im ersten Quartal einen deutlichen Verlust eingefahren. Verluste eingefahren hatte zuletzt auch die Aktie des Boeing-Konzerns. Wie es hier weitergeht? Das erfahren die Kunden unseres US-Titans-Aktienpakets in den täglichen Updates.
Freitag – Milliarden-Übernahme: Kauft Alphabet das Tech-Unternehmen HubSpot?
Bahnt sich hier etwa die umfangreichste Akquisition in der Unternehmenshistorie der Google-Mutter Alphabet an? Wie aus Insiderquellen hervorgeht, erwägt der Technologiegigant offenbar ein Angebot für das nordamerikanische Marketing-Softwareunternehmen HubSpot abzugeben. Im Raum steht hier eine Übernahmesumme in Höhe von sage und schreibe $35 Milliarden. Durch die Akquisition möchte Alphabet seine Position im CRM-Sektor (engl.: Customer-Relationship-Management; dt.: Kundenbeziehungsmanagement) stärken und darüber hinaus sein Cloud-Computing-Geschäft weiter ausbauen. Diese geplante Offensive kommt zu einer Zeit, in der Googles Kerngeschäft – die Schaltung von Onlinewerbung – etwas schwächelt; die Zahlen in diesem Bereich blieben im vergangenen Quartal deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das potenzielle Objekt der Begierde, der Inbound-Marketingspezialist HubSpot, verzeichnete im Jahr 2023 zwar einen Nettoverlust in Höhe von $176.3 Millionen, konnte aber in Sachen Umsatzwachstum zuletzt überzeugen. Ob die Übernahme letztlich zustande kommt, hängt aber auch von den Kartellbehörden ab. Und diese haben den Google-Konzern ohnehin bereits im Blick, wird dem Unternehmen doch vorgeworfen, seine Position als führender Online-Suchanbieter auszunutzen. (Aus-)Nutzen können Sie derweil unsere Analysen zu den Big Playern der nordamerikanischen Technologiebranche, die wir unseren Kunden im Rahmen unseres TECH33-Aktienpakets tagtäglich bereitstellen.
Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!







