Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.
Fußballstar David Beckham wirbt bei EM für Alibaba
In der chinesischen E-Commerce-Branche droht der Billigproduzent und Senkrechtstarter Temu dem bisherigen Branchenprimus Alibaba den Rang abzulaufen. Deshalb setzt AliExpress, die Onlinehandel-Tochter des Tech-Giganten rund um die Europameisterschaft auf das berühmte Gesicht des ehemaligen englischen Fußballstars David Beckham. Während Alibaba kürzlich durchwachsene Zahlen präsentierte, legte die internationale Sparte rund um AliExpress mit einem Umsatzwachstum von 45 Prozent auf ganze $3.8 Milliarden im vergangenen Quartal starke Bilanzen vor. AliExpress fungiert bereits als einer der Hauptsponsoren bei der kommenden Fußball-Europameisterschaft in Deutschland. Mit David Beckham will man nun eine Werbe-Marke ins Boot holen, die bei internationalen Fußballfans beliebt ist. Wie man in Sachen Marketing bei Sportveranstaltungen punkten kann, zeigte Temu rund um den letzten Super Bowl in den Vereinigten Staaten: Durch nur einen Werbespot in der Halbzeitpause stiegen die Downloads der Temu-App um 34 Prozent.
Europäische Union verkündet neues Wirtschaftswachstum
Die Wirtschaft der Europäischen Union wächst wieder. Mit einem moderaten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0.3 Prozent im zurückliegenden ersten Quartal scheint die europäische Wirtschaft ihre Weichen langsam zurück auf Expansion zu stellen. In den ersten beiden Quartalen des letzten Jahres war die ökonomische Entwicklung bei einem marginalen Plus von 0.1 Prozent im Vergleich zum jeweils vorangehenden Quartal stagniert, in der zweiten Jahreshälfte fiel sie sogar auf null. Im Jahresvergleich fiel die Wachstumsrate von 1.2 Prozent in Q1 2023 auf 0.2 in Q4. Unter den Mitgliedsstaaten schnitt damals Dänemark mit einem Plus von zwei Prozent am besten ab, Irlands Wirtschaft schrumpft um 3.4 Prozent und bildete damit das Schlusslicht. Deutschland lag mit einem Minus von 0.3 Prozent im unteren Drittel und verfehlte den neutralen EU-Durchschnitt. Das kollektive Bruttoinlandsprodukt soll laut Prognosen nun langsam, aber stetig ansteigen, die Inflation dürfte sukzessive auf die angestrebte Marke von zwei Prozent absinken.
Milliarden-Abverkauf? Bitcoin-Sorgen wegen Mt. Gox
Gestern hat die ehemalig marktführende Kryptobörse Mt. Gox offenbar erstmals große Bitcoin-Bestände an ihre Gläubiger überwiesen. Laut Onchain-Analysen wurden zumindest 100 000 BTC im Gegenwert von über $5 Milliarden bewegt, im Kryptomarkt machten sich Bedenken über einen möglichen Abverkauf und damit verbundenen Preissturz breit. Mt. Gox war 2014 gehackt worden, die Angreifer stahlen damals rund 850 000 Bitcoin. Damals waren die gestohlenen Coins rund $450 Millionen wert, heute sind es fast $60 Milliarden. Über Jahre zog sich das Verfahren um die havarierte Handelsplattform hin, lediglich rund 142 000 Bitcoin konnten von den Tätern zurückerlangt werden. Bereits vor einigen Monaten war bekannt geworden, dass Mt. Gox die geretteten Bestände bis Ende Oktober dieses Jahres an die geprellten Anleger auszahlen will, ein konkreter Zeitplan steht bislang aber nicht. Investoren von damals sitzen auf großen Gewinnen und könnten diese realisieren, wenn sie ihre Bitcoins zurückerhalten – so zumindest die Befürchtung einiger Marktteilnehmer. Experten halten einen direkten Abverkauf jedoch für unwahrscheinlich.
Für Rechenzentren: OpenAI investiert in Atomstrom
Die KI-Marktführer rund um OpenAI investieren kräftig in Start-ups, die sich mit der effizienten Produktion von Atomstrom befassen. Seit Monaten stehen nukleare Energiequellen wieder hoch im Kurs, der internationale Handel mit Uran, bei dem Russland eine Hauptrolle spielt, wird aufgrund des Kriegs in der Ukraine immer mehr zum Politikum. Auch die Europäische Union tendiert in Richtung Atomenergie, um die Energiewende zu unterstützen. Gerade der KI-Sektor verschlingt wegen großer Rechenzentren und immensen Bedarfs an Server-Leistung Unmengen an Energie – laut Experten dürften KI-Serverfarmen bald so viel Strom verbrauchen wie ganz Indien. Das ist auch OpenAI-CEO Sam Altman nicht verborgen geblieben: „Wir sind uns des Energiebedarfs dieser Technologie immer noch nicht bewusst“, mahnte er schon im Januar. Günstiger Strom durch Atomenergie könnte die Lösung für dieses Problem sein, weshalb Altman im Vorstand von zwei vielversprechenden Startups dieser Branche sitzt. Eines davon, der Entwickler von Kleinreaktoren Oklo, ging vor wenigen Tagen an die Börse. Oklo bekam dabei finanzielle Starthilfe von Sam Altman und arbeitet auch mit dem DAX-Konzern Siemens Energy zusammen. In den letzten Jahren steckten auch Google und Amazon Hunderte Millionen in Unternehmen, die an Technologien für Kernspaltung und -fusion arbeiten.
Kupfer und E-Autos: EU und Australien mit Rohstoff-Pakt
Die Europäische Union und Australien haben eine Absichtserklärung zur engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen unterzeichnet. Das gab die Europäische Kommission am gestrigen Dienstag bekannt. Gefördert werden dadurch Investitionen und Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Produktionsstätten und nachhaltigen Lieferketten. Übergeordnetes Ziel sind die Klimaneutralität bis 2050 und Autarkie im Rohstoffsektor, auf dem besonders China zuletzt aggressiv expandierte. Für den australischen Handelsminister Don Farrell bringt die Übereinkunft „beidseitige Vorteile“, die EU-Kommission schrieb in ihrer Stellungnahme: „Australische Produkte mit ihren hohen Produktionsstandards sind ideal, um den EU-Markt zu beliefern“. Die neue Partnerschaft bestärke die gemeinsame Zusammenarbeit, „um die nachhaltige und sichere Produktion kritischer Mineralien zu fördern“. Australien gehört zu den weltweit führenden Produzenten von Kupfer, Lithium und Aluminium, die allesamt auf der EU-Liste für strategische Rohstoffe stehen. Außerdem sind sie unverzichtbar für Zukunftstechnologien wie E-Mobilität – ein Eckpfeiler des European Green Deal.
Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!






