HKCM-Newsflash 22.05.2024
#Global Markets

HKCM-Newsflash 22.05.2024

Author

Florian Winter

Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.

2.5€ Milliarden-Förderung für europäische Halbleiterforschung 

Vergangenes Jahr kündigte die Europäische Union an, im Rahmen des sogenannten European Chip Acts die europäische Halbleiterindustrie mit bis zu 43€ Milliarden zu unterstützen. Somit soll die Branche konkurrenzfähig bleiben und wieder etwas zu den enteilenden Konkurrenten aus den USA und China aufschließen. Wie gestern bekannt wurde, fließen hierzu nun 2.5€ Milliarden aus dem European Chip Act-Topf in führende Chip-Forschungslabore unter der Leitung des im belgischen Leuven ansässige0n Labors imec. Laut CEO Van den Hove ermögliche die Investition, „das Volumen und die Lerngeschwindigkeit zu verdoppeln, das Innovationstempo zu beschleunigen, das europäische Chip-Ökosystem zu stärken und das Wirtschaftswachstum in Europa voranzutreiben“. Mit dem Fördergeld soll unter anderem eine Sub-2-Nanometer-Chip-Pilotreihe realisiert werden. Hierbei handelt es sich um extrem kleine Halbleiterchips mit Transistoren, die letztlich eine höhere Leistung und Energieeffizienz ermöglichen sollen.

 

Rabbit-Hole-Effekt? EU eröffnet Verfahren gegen Meta 

Die EU-Kommission macht den nordamerikanischen Tech-Riesen weiterhin das Leben schwer: So hat die Exekutive der Eurozone nun ein weiteres Verfahren gegen den Meta-Konzern eingeleitet, unter dessen Dach die sozialen Netzwerke Facebook, Instagram und WhatsApp agieren. Im Kern geht es um mögliche Verstöße gegen den Jugendschutz. Die Brüsseler Behörde prangert an, dass die Plattformen Suchtverhalten bei Kindern fördern könnten, insbesondere durch sogenannte Rabbit-Hole-Effekte. Dabei verlieren sich Nutzer derart in digitalen Inhalten, dass sie sich kaum noch lösen können – ähnlich der Hauptfigur in der Geschichte Alice im Wunderland. Darüber hinaus hat die Kommission Zweifel an der Wirksamkeit der Alterskontrollen von Meta. Gemäß dem Digital Services Act (kurz: DSA) müssen Plattformen Minderjährige besonders schützen und dürfen sie nicht mit personalisierter Werbung ansprechen. Die Behörde teilte mit, nun Beweise zu sammeln und Befragungen durchzuführen. Bereits Ende April leitete die EU-Kommission ein Verfahren gegen Meta ein, bei dem es um politische Werbung geht.

Größter Auftrag der Geschichte: Airline Saudia bestellt 105 Airbus-Maschinen

Beim europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmen Airbus läuft es weiter rund. Nachdem man den strauchelenden Boeing-Konzern – auch aufgrund zahlreicher Pannen beim Konkurrenten aus den USA – nach Zahlen zusehends abhängen konnte, zog das Unternehmen nun einen Rekordauftrag an Land: So teilte die in Saudi-Arabien ansässige Airline Saudia mit, dass sie bei Airbus kürzlich 105 Schmalrumpfflieger bestellt habe. Im Detail soll es sich um 93 Flugzeuge des Typs A321neo sowie zwölf Maschinen des Modells A320neo handeln. Wenn die Auftragsbücher bei Airbus nicht ohnehin schon prall gefüllt wären, hätte die Airline sogar deutlich mehr Flugzeuge geordert; laut Saudia-Sprecher Alshahrani benötige man „mehr als 150 Flugzeuge“, es gebe bei Airbus aber „keine Slots“ mehr. Die ersten nun bestellten Maschinen sollen 2026 ausgeliefert werden. Wie sich der Wert des Airbus-Wertpapiers kurz- und mittelfristig entwickelt, erfahren die Kunden unseres DAX40-Aktienpakets in den täglichen Marktupdates.

Europäischer Automarkt: Absätze steigen im April deutlich

Der europäische Automarkt hat im April ein Wachstum von 13.7 Prozent verzeichnet. Das gab der Branchenverband ACEA kürzlich bekannt. Im April wurden etwa 914 000 Fahrzeuge verkauft, seit Jahresbeginn rund 3.7 Millionen. Besonders stark war der Absatz in Spanien und Deutschland mit Zuwächsen von fast einem Viertel respektive einem Fünftel. Frankreich und Italien sahen ebenfalls Anstiege um knapp elf und 7.7 Prozent. Über alle europäischen Länder hinweg dominieren vorwiegend Benziner und Hybridfahrzeuge bei den Neuzulassungen: Knapp zwei Drittel entfielen auf diese Gruppe, rein batteriebetriebene Fahrzeuge machten lediglich rund zwölf Prozent aus. Constantin Gall, Fachmann für Mobilität bei der Unternehmensberatung Ernst & Young, spricht von einer „Renaissance des Verbrenners“, die jüngsten Entwicklungen seien „das Gegenteil des geplanten Hochlaufs der Elektromobilität“. Führend in der Eurozone bleibt der Volkswagen-Konzern mit seinen Marken VW, Skoda, Audi, Seat, Cupra und Porsche.

Sammelklage in den USA: BASF zahlt 291€ Millionen 

Nicht nur der krisengeschüttelte Bayer-Konzern muss sich in den Vereinigten Staaten zahlreichen Gerichtsverfahren stellen, auch der DAX40-Kumpane BASF sah sich zuletzt mit einer millionenschweren Sammelklage konfrontiert: So hatten mehrere nordamerikanische Wasserversorger den weltweit größten Chemiekonzern aufgrund von umweltschädlichen Ewigkeitschemikalien im Trinkwasser vor Gericht gezerrt. Der Vorwurf: Über Feuerwehr-Löschschäume von BASF seien biologisch nicht abbaubare Stoffe – auch als PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) bezeichnet – in die Natur gelangt. Das DAX-Mitglied einigte sich mit öffentlichen Wasserversorgern im Zuge eines Vergleiches auf eine Zahlung in Höhe von 291€ Millionen. Wie auch der Bayer-Konzern, der sich die Klagewelle in den USA durch den Kauf des Agrarmittelunternehmens Monsanto eingehandelt hatte, ist es auch bei der BASF eine milliardenschwere Übernahme, die nun durch die zu leistenden (Straf-)Zahlungen noch teurer wird: Im Jahr 2009 übernahm das Ludwigshafener Unternehmen für 3.8€ Milliarden die Schweizer Firma Ciba Specialty Chemicals – und damit die nun vorgetragenen Umweltverschmutzungsvorwürfe. Der US-Titan 3M wurde in einem ähnlichen Fall übrigens kürzlich zu einer milliardenschweren Strafe verdonnert.

Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!

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Florian Winter

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