DAX-Newsflash: Nahostkonflikt gefährdet Deutschland, Nvidia baut Telekom-KI, Microsoft schützt EU-Daten
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DAX-Newsflash: Nahostkonflikt gefährdet Deutschland, Nvidia baut Telekom-KI, Microsoft schützt EU-Daten

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Carlo Schmid

Bundesbank-Chef: Nahostkonflikt drückt Konjunktur

Bundesbankpräsident Joachim Nagel hat vor Folgen des Nahostkonflikts für die deutsche Wirtschaft gewarnt. Sollte sich der Krieg zwischen Iran und Israel verschärfen, drohen laut Nagel unter anderem steigende Ölpreise und eine Belastung für die Konjunktur. Zwar sei 2025 trotz globaler Unsicherheiten noch ein leichtes Wachstum möglich, doch Risiken wie Zölle, schwache Exporte und ein träger Konsum bremsten die Erholung.

Nagel sprach beim Euro Finance Summit in Frankfurt auch über strukturelle Reformen: Allein mit staatlichen Investitionen lasse sich kein nachhaltiger Aufschwung erreichen. Mit dieser Äußerung spielte Nagel auch auf das kontroverse, 500 Milliarden schwere Investmentpaket an, das die Bundesregierung zu Beginn ihrer Legislatur verabschiedete. Damit Deutschland wieder auf Wachstumskurs komme, seien bessere Arbeitsanreize, schnellere Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie notwendig, konstatierte Nagel. Nur so könne aus den Herausforderungen eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte werden.

Nvidia und Deutsche Telekom tüfteln an KI

Nvidia und die Deutsche Telekom haben angekündigt, gemeinsam Europas erste industrielle KI-Cloud in Deutschland aufzubauen. Die neue AI Factory soll mit 10 000 Nvidia-Blackwell-GPUs ausgestattet werden und europäischen Unternehmen helfen, KI-gestützte Fertigung, Simulationen und Robotik-Anwendungen zu entwickeln. Ziel ist es, Deutschland eine souveräne und wettbewerbsfähige Infrastruktur für Künstliche Intelligenz zu sichern.

Hintergrund der Partnerschaft ist der Wunsch, Europa unabhängiger in der KI-Entwicklung zu machen und den Rückstand zu den USA und China aufzuholen. Die geplante Infrastruktur ermöglicht es nicht nur großen Konzernen, sondern auch Mittelständlern, Start-ups und Forschungseinrichtungen, auf modernste KI-Ressourcen zuzugreifen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf sogenannten Digital Twins – digitalen Zwillingen realer Anlagen oder Prozesse – sowie auf Physical AI, also Künstlicher Intelligenz, die in physischen Maschinen wie Robotern eingesetzt wird. Diese Technologien ermöglichen es etwa Robotern, Aufgaben wie Schweißen oder Bügeln zu erlernen und voneinander zu übernehmen.

Microsoft will Daten von EU-Firmen besser schützen

Microsoft hat angekündigt, Unternehmen in der EU besser vor dem Zugriff US-amerikanischer Behörden auf ihre Daten zu schützen. Im Rahmen der neuen EU Data Boundary sollen Geschäftsdaten von Kunden künftig ausschließlich in Rechenzentren innerhalb der EU gespeichert und verarbeitet werden. Microsoft sichert zudem rechtliche Unterstützung zu, falls ausländische Behörden auf diese Daten zugreifen wollen.

Hintergrund ist das Spannungsfeld zwischen US-Überwachungsgesetzen und europäischem Datenschutz. Durch Initiativen wie die EU Data Boundary will Microsoft laut eigenen Aussagen das Vertrauen von Firmen und Behörden stärken, die bei Cloud-Diensten oft Sicherheitsbedenken haben. In der Praxis würde das bedeuten: Daten europäischer Nutzer bleiben nicht nur physisch in Europa, sondern Microsoft verpflichtet sich auch, sie vor unrechtmäßigen Zugriffen aktiv zu verteidigen.

Volkswagen vermeidet Millionen-Strafe im Dieselskandal

Volkswagen ist in Deutschland einer Millionen-Strafe im Dieselskandal entgangen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte geprüft, ob der Konzern Anleger zu spät über den Einsatz manipulierter Software informiert hat – und kam zu dem Schluss, kein Bußgeld zu verhängen. Die zuständige Staatsanwaltschaft Braunschweig schloss sich dieser Bewertung an.

Hintergrund ist der Dieselskandal von 2015, bei dem VW Millionen Fahrzeuge mit illegaler Abgastechnologie verkauft hatte. Anleger werfen dem Konzern vor, sie nicht rechtzeitig über die drohenden Risiken informiert zu haben. Die Entscheidung, kein Bußgeld zu erheben, ist umstritten, denn in den USA hatte der Skandal milliardenschwere Folgen. In Deutschland hingegen drohen dem Konzern lediglich zivilrechtliche Schadensersatzklagen.

Bundeskartellamt prüft Signavio-Übernahme durch SAP

Das Bundeskartellamt hat eine vertiefte Prüfung der SAP-Übernahme von Signavio eingeleitet. Hintergrund sind Beschwerden des Wettbewerbers Celonis, der SAP vorwirft, seine Marktstellung auszunutzen und Wettbewerber systematisch zu benachteiligen. Die Übernahme des Berliner Softwareunternehmens Signavio durch SAP war 2021 erfolgt, nun soll geklärt werden, ob dadurch eine marktbeherrschende Stellung entstanden ist.

Im Zentrum steht der Bereich Process Mining, also Software zur Analyse und Optimierung von Unternehmensprozessen. Hier dominieren aktuell SAP und der Münchener Software-Riese Celonis den Markt. Sollte sich der Verdacht erhärten, könnte SAP gezwungen sein, Auflagen zu akzeptieren oder sogar Anteile zu veräußern. Die Entscheidung könnte also weitreichende Folgen für den Wettbewerb im deutschen Tech-Sektor haben.

Das war's schon mit dem DAX-Newsflash. Der nächste kommt, wie gewohnt, am kommenden Dienstag!

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