DAX-Newsflash: DAX-Rekorde, VW kürzt Dividende, Siemens will Industrie-KI
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DAX-Newsflash: DAX-Rekorde, VW kürzt Dividende, Siemens will Industrie-KI

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Carlo Schmid

DAX knackt erstmals die 24 000 

Der DAX hat am Montagabend erstmals die Marke von 24 000 Punkten überschritten und damit ein historisches Rekordhoch erreicht. Der deutsche Leitindex legte seit Jahresbeginn über 20 Prozent zu. Besonders gefragt waren Aktien von Rheinmetall und Lufthansa. Auslöser der Kauflaune war auch die beruhigte Lage an den US-Börsen trotz einer Ratingabstufung der USA durch Moody’s.

Die Börsen reagierten kaum auf die Abstufung des US-Kreditratings durch Moody’s. Damit wurde Ende letzter Woche die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten für internationale Geldgeber von der höchsten Stufe leicht abgesenkt. Die Herabstufung bedeutet im Prinzip, dass es weniger sicher ist, in den USA zu investieren. An den Börsen sorgte die Nachricht aber kaum für Verunsicherung, da sie bereits im Einklang mit früheren Bewertungen der Agenturen Fitch und S&P stand.

IW-Studie zeigt: Deutsche arbeiten wenig 

Eine neu veröffentlichte Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hat ergeben, dass Menschen in Deutschland 2023 mit rund 1036 Stunden pro Erwerbstätigem und Jahr deutlich weniger gearbeitet haben als der OECD-Durchschnitt. Nur in Frankreich und Belgien war das Arbeitszeitniveau noch niedriger. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte deshalb kürzlich, die Arbeitszeit in Deutschland wieder zu erhöhen.

Zum Vergleich: In Ländern wie Neuseeland oder Israel wird jährlich teils über 1300 Stunden gearbeitet. Die Studie verweist zudem auf ungenutztes Potenzial bei Frauen in Teilzeit. Arbeitsministerin Bas will dem mit steuerlichen Anreizen und besserer Kinderbetreuung begegnen. Die Debatte trifft einen wunden Punkt: Deutschland steuere laut Michael Hüther, dem Präsidenten des Instituts der deutschen Wirtschaft, auf ein Arbeitszeitdefizit von insgesamt 4.2 Milliarden Stunden bis 2030 zu.

EU warnt: Deutschlands Wirtschaft stagniert

Die EU-Kommission hat ihre Frühjahresprognose veröffentlicht und erwartet für Deutschland im Jahr 2025 kein Wirtschaftswachstum, also einen Stillstand beim Bruttoinlandsprodukt. Damit fällt Deutschland im europäischen Vergleich besonders ab. Aber auch die gesamte EU musste ihre Prognose von ursprünglich 1.7 auf 1.1 Prozent Wachstum senken.


Die Ursachen für die Eintrübung der Aussichten sind laut EU-Kommission die höheren US-Zölle und die Unsicherheiten durch abrupte Kurswechsel in der US-Handelspolitik. Bereits zuvor hatten andere Institutionen wie der Internationale Währungsfonds ihre Erwartungen für Deutschland gesenkt. Nach zwei Jahren wirtschaftlicher Kontraktion versucht die Bundesrepublik, ökonomisch wieder in Tritt zu kommen. Erste Indikatoren deuten auf leichte Erholung hin, diese Woche werden Daten zur Entwicklung von Industrie und Dienstleistungssektor bekanntgegeben.

VW kürzt Dividende 

Volkswagen hat auf der Hauptversammlung am 16. Mai eine deutliche Kürzung der Dividende beschlossen: Statt 9.06 € gibt es für 2024 nur noch 6.36 € pro Vorzugsaktie. Fast 30 Prozent weniger. Grund sind sinkende Gewinne und hohe Sonderkosten. Die Entscheidung stieß bei vielen Anlegern auf Kritik, auch wegen der umstrittenen Doppelrolle von CEO Oliver Blume.

Blume ist nicht nur Vorstandschef der Volkswagen AG, sondern führt parallel auch die Porsche AG, zwei DAX-Konzerne mit jeweils eigenen Herausforderungen. Kritiker monieren, dass diese Doppelfunktion zu Interessenkonflikten und mangelnder Fokussierung führen könnte, besonders in einer Phase, in der der Konzern unter Margendruck steht und mit Investitionen haushalten muss. Porsche hatte kürzlich schlechte Quartalszahlen vorgelegt und seine Prognose fürs aktuelle Jahr deutlich zusammengestrichen.

Siemens plant eigenes Industrie-KI-Modell 

Siemens hat angekündigt, ein eigenes großes Sprachmodell speziell für die Industrie zu entwickeln. Technologiechef Peter Körte erklärte, dass der Konzern jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag in das Projekt investieren will. Erste Anwendungen sollen noch 2025 starten. Ziel ist es, die Produktivität in Fabriken weltweit massiv zu steigern, mithilfe sogenannter KI-Agenten, die ganze Prozessketten abbilden können.

Während Sprachmodelle wie ChatGPT oft für Konsumenten gedacht sind, fokussiert Siemens sich auf industrielle Anwendungen, etwa bei der Konstruktion oder Wartung von Maschinen. Der DAX-Konzern will so Europas Rückstand zu US- und chinesischen Tech-Giganten verkleinern. Grundlage für den Erfolg sei laut Körte nicht die Rechenleistung, sondern Europas „industrieller Datenschatz“ und das spezifische Fachwissen. Kritik übt Siemens an der zögerlichen Haltung der Politik und den bremsenden EU-Vorgaben, die der sicheren Regulierung dienen.


Das war's schon mit dem DAX-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Dienstag.

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