DAX crasht nach Trumps Zoll-Ankündigung
Der deutsche DAX-Index hat in den letzten drei Handelstagen einen heftigen Abverkauf erlebt und dabei zwischenzeitlich mehr als 3000 Punkte an Kurswert verloren. Mitte der Woche sorgte die Ankündigung neuer Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump für eine panische Reaktion an den weltweiten Börsen. Als am Montag Gegenmaßnahmen seitens der EU und Chinas bekanntgegeben wurden und nun ein Handelskrieg zu drohen scheint, sorgte dies für eine weitere Panikreaktion.
Die Anleger flohen vor allem aus Risiko-Assets, aber auch der Goldpreis korrigierte deutlich. Besonders die Chemie- und Pharmabranche hat es getroffen, ebenso wie die Auto- und Industriewerte. Der größten Verlierer waren Rheinmetall, MTU sowie Infineon, mit einem jeweiligen Verlust von mehr als 20 Prozent.
DHL investiert Milliarden in Gesundheitslogistik
Der Logistik-Riese DHL möchte in den nächsten fünf Jahren zwei Milliarden Euro in den Ausbau seiner Healthcare-Infrastruktur investieren. Ziel ist dabei die weltweite Stärkung der Lieferketten für Life Sciences und Gesundheitsversorgung. Die Hälfte der Summe soll nach Amerika fließen, 25 Prozent in den Asien-Pazifik-Raum und das letzte Viertel in die Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika. Investiert wird in Lagerung, Distribution und globalen Versand.
Der Fokus soll auf temperaturgeführter Infrastruktur und Kühlfahrzeugen liegen. Auch die Kapazitäten für Biopharma, klinische Studien sowie Zell- und Gentherapien sollen ausgebaut werden. Die Einführung moderner IT-Systeme soll die Sicherstellung von Qualität, Nachverfolgbarkeit und Compliance verbessern. Somit will sich die DHL als führender Anbieter für vernetzte, agile Healthcare-Logistiklösungen etablieren.
Sartorius übernimmt schwedischen Pharmakonzern
Der Laborzulieferer Sartorius übernimmt für rund 72 Millionen Euro das Mikrogewebegeschäft der schwedischen BICO AB. Damit erwirbt das Göttinger Unternehmen die Firmen MatTek und Visikol, die gemeinsam über 80 Mitarbeitende beschäftigen. Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2025 abgeschlossen werden.
Mit der Übernahme erweitert Sartorius sein Portfolio um innovative 3D-Mikrogewebemodelle, die die Medikamentenentwicklung beschleunigen und Tierversuche reduzieren sollen. MatTek, 1985 gegründet, erzielte 2024 einen Umsatz von über 20 Millionen US-Dollar und hat Standorte in den USA und der Slowakei. Sartorius-CEO Joachim Kreuzburg bezeichnet die Übernahme als wichtigen Schritt zur Stärkung der Laborsparte.
Bayer und BASF: Supreme Court und Windpark-Aus
Der Pharmakonzern Bayer und der Chemie-Riese BASF stehen vor entscheidenden Wendepunkten: Während Bayer beim US-Supreme Court eine Petition eingereicht hat, um die Klageflut rund um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup und den umstrittenen Inhaltsstoff Glyphosat einzudämmen, verkauft BASF seinen 49-prozentigen Anteil an den Nordsee-Windparks Nordlicht 1 und 2 an Vattenfall und verbucht dadurch einen Verlust von 300 Millionen Euro.
Für Bayer geht es im Fall Durnell um die Frage, ob Bundesstaaten strengere Warnhinweise verlangen dürfen als die US-Umweltbehörde EPA. Bei einem positiven Urteil könnte der Konzern Tausende Klagen abwenden, denn Bayer hat bisher rund zehn Milliarden US-Dollar für Vergleiche aufgewendet und 5.9 Milliarden Dollar für offene Verfahren zurückgestellt.
Infineon stärkt Automobilgeschäft mit Marvell-Übernahme
Der Münchener DAX-Konzern Infineon Technologies, ein führender Anbieter von Halbleiterlösungen für die Automobilindustrie, übernimmt das Automotive-Ethernet-Geschäft von Marvell Technology für 2.5 Milliarden US-Dollar. Automotive Ethernet ist eine Schlüsseltechnologie für vernetzte und softwaredefinierte Fahrzeuge, die schnelle und sichere Datenübertragungen ermöglichen.
Es umfasst Komponenten wie Transceiver zur Signalübertragung, Switches zur Datenverteilung und Bridges zur Vernetzung unterschiedlicher Systeme. Die Übernahme soll bis Ende 2025 abgeschlossen werden und stärkt Infineons Marktposition im Bereich Fahrzeugnetzwerke.
Continental expandiert im E-Auto-Markt
Continental, einer der weltweit führenden Automobilzulieferer mit Hauptsitz in Hannover, hat seine Position im Markt für Elektrofahrzeugreifen weiter ausgebaut. Gestern berichtete das DAX-Unternehmen, dass die Zahl inzwischen auf insgesamt 18 der 20 absatzstärksten Elektrofahrzeughersteller gestiegen ist, die mit Reifen von Continental ausgestattet werden. Im Jahr 2021 belieferte Continental noch sieben der zehn absatzstärksten Elektrofahrzeughersteller.
Darunter BYD, Volkswagen, Geely, NIO und Mercedes-Benz. Besonders in den Regionen Europa, Amerika und Asien-Pazifik erreicht Continental eine nahezu vollständige Marktabdeckung. Die speziell entwickelten Reifen sind auf die hohen Anforderungen von Elektrofahrzeugen zugeschnitten – darunter geringes Abrollgeräusch, hoher Lastindex und energieeffiziente Profile.
Das war’s schon mit dem DAX-Newsflash. Der nächste erscheint wie gewohnt am kommenden Dienstag.
Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Woche!






