Das Orakel von DeFi: Wie groß wird Chainlink?
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Das Orakel von DeFi: Wie groß wird Chainlink?

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Simeon Koch

Wer in der griechischen Mythologie wichtige Ratschläge brauchte, ging zum Orakel von Delphi. Der Legende nach soll Zeus einst zwei Adler ausgeschickt haben, die die Welt in entgegengesetzte Richtungen umrundeten und sich in der Stadt Delphi trafen, wo den Göttern ein Tempel gebaut wurde. Durch eine Priesterin soll der Göttervater höchstpersönlich gesprochen haben. Stammgast war angeblich der berühmte König Krösus, der alles in Gold verwandelte, was er berührte – wenn man der mediterranen Sagenwelt Glauben schenkt. Ein paar Tausend Jahre später sind Orakel nicht mehr so mystisch wie damals, ihre Funktion ist aber ähnlich geblieben, zumindest auf der Blockchain. Ein Orakel-Protokoll überträgt Daten aus der echten Welt in Echtzeit, ohne sie wäre die Blockchain blind für alles, was in der echten Welt passiert. Was Delphi in der Antike war – nämlich der Mittelpunkt der Welt – ist Chainlink im Krypto-Markt. Dort treffen sich zwar keine Adler nach einem Flug um die Welt, dafür aber die wichtigsten Blockchains und ihre Datenströme aus allen dezentralen Ecken des Globus. Auch hier stehen Antwortsuchende Schlange, um bisher unzugängliche Informationen zu bekommen. Und ähnlich wie bei Krösus wurde vieles sprichwörtlich zu Gold, was Chainlink bisher angepackt hat. Sein volles Potenzial hat das Projekt aber noch nicht ausgeschöpft.

Ohne Chainlink ist die Blockchain (fast) nutzlos

Waren Sie im Urlaub schonmal im Restaurant und wussten nicht, wie Sie sich mit dem Kellner verständigen sollen, weil der weder Deutsch noch Englisch sprechen konnte? Was tut man in so einem Moment? Einen Einheimischen suchen, der übersetzt? Den Google Translator anschmeißen? Oder einfach wieder gehen? Es hört sich vielleicht etwas albern an, aber Blockchains sitzen dauernd in fremden Restaurants und reden mit Kellnern, die sie nicht verstehen – nur, dass die Kellner in diesem Fall selbst Blockchains sind und das Restaurant ein digitaler Raum namens Web3, sozusagen das Blockchain-Internet. Jede Blockchain spricht quasi ihre eigene Sprache: Schickt man Ethereum-Token an eine Bitcoin-Wallet, sind die transferierten Coins unwiederbringlich verloren. Daten, die von der Solana-Blockchain kommen, sind für Programme auf Avalanche unverständlich und nutzlos. Will ein Entwickler seine dezentrale App nicht mehr auf Cardano, sondern auf Algorand laufen lassen, steht er vor einem Problem, bei dem ihm weder Cardano noch Algorand helfen können – denn sie verstehen sich gegenseitig nicht. Und versucht eine Blockchain, analoge Daten auszuwerten (wie es etwa VeChain tut, das mit seiner Lieferketten-Nachverfolgung eine der vielversprechendsten Anwendungsmöglichkeiten dezentraler Netzwerke bietet), ist sie erstmal aufgeschmissen: Wer hilft dem Restaurant-Gast, die Speisekarten, die hektischen Höflichkeits-Floskeln des Kellners oder die fremdartigen Worte der Leute draußen auf der Straße zu übersetzen?

Genau dieses Problem lösen die sogenannten Orakel-Protokolle. Chainlink, das renommierteste dieser Projekte, baut Daten-Brücken, die einerseits verschiedene Blockchains untereinander und andererseits den gesamten Sektor mit unserer Alltagswelt verbinden. Das Zauberwort dabei lautet Interoperabilität: Eigenständige Blockchain-Ökosysteme werden dazu befähigt, miteinander zu interagieren und Daten auszutauschen – dank Chainlink sprechen sie plötzlich die gleiche Sprache. Wie wichtig Interoperabilität in der Finanzbranche ist, zeigt etwa das Swift-System, ein internationaler Standard für Bargeld-Transaktionen. Swift ermöglicht Banken auf der ganzen Welt, ihre Daten in ein gemeinsames Netzwerk einzuspeisen. Jede Bank hat ihr eigenes System und ohne die Swift-Brücke wäre es nahezu unmöglich, sensible Informationen sicher und effizient zu übermitteln. Damit löst Chainlink eines der größten Probleme im Krypto-Bereich, denn welchen Zweck erfüllen Blockchains, die nichts miteinander anfangen oder Daten aus der echten Welt sammeln können. Das wäre so, also ob jede Website auf einem eigenen Server liefe und keinerlei Möglichkeit bestünde, andere Seiten von dort aus zu besuchen. Erst das Internet in seiner heutigen Form ermöglicht es, Suchmaschinen zu benutzen und mithilfe von Links durchs Netz zu navigieren. Ohne diese Verbindungen und seine Brücken-Funktion wäre das Internet nutzlos.

Warum ist der LINK-Token so wichtig?

Auf ähnlich Weise wie Swift verschiedene Banken miteinander interagieren lässt oder das Internet seine Websites systematisch zugänglich macht, helfen Orakel-Funktionen den Smart Contracts dabei, richtig zu funktionieren. Smart Contracts sind intelligente Verträge auf der Blockchain, die zwischen Nutzern geschlossen werden. Wenn die Blockchain im medizinischen Bereich genutzt wird, um Patienten-Daten anonym und sicher zu speichern, müssen diese Informationen irgendwie auf die Blockchain gelangen und dort ausgewertet werden, um Behandlungsempfehlungen zu generieren. Sind smarte Haushaltsgeräte, etwa ein intelligenter Kühlschrank oder eine automatische Heizung über das Internet of Things mit Blockchains verbunden, um Lebensmittel nachzubestellen oder ihre Temperatur zu regeln, dann müssen ihre Daten transferiert und abgeglichen werden. Will jemand eine Sportwette über das Web3 platzieren, muss das Ergebnis live mitverfolgt werden, um über Gewinn oder Verlust zu entscheiden. Das Problem ist nicht nur die Schnittstelle, sondern auch ihr möglicher Einfluss auf Smart Contracts, deren Ergebnisse auf der automatischen Auswertung von Daten basieren, die auf der Blockchain ankommen. Wird dem Patienten das richtige Medikament empfohlen? Regelt die Heizung auf die richtige Temperatur? Bekommt der Sportwetten-Kunde sein Geld, wenn seine Mannschaft gewinnt? Das sind sensible Entscheidungen, die korrekte Daten erfordern. Manipulation wäre verheerend – bei zentralisierten Orakeln aber leicht möglich.

Genau deshalb nutzt Chainlink als Daten-Schnittstelle dezentrale Konsensmechanismen, wie sie nur im Blockchain-Bereich möglich sind, um Betrug oder Manipulation – im Fachjargon als Gegenparteirisiko bezeichnet – zu verhindern. Ein Beispiel sind die Preise für Kryptowährungen wie Ethereum auf dezentralen Handelsbörsen: Hier möchte jeder den Marktpreis bezahlen, niemand soll einen Vor- oder Nachteil durch falsche Berechnung bekommen. Dafür bezieht Chainlink die Preisdaten aus verschiedenen Quellen, unabhängige Knotenpunkte im Netzwerk gleichen sie ab und validieren das Ergebnis, ähnlich wie bei Transaktionen auf der Bitcoin-Blockchain – mit dem Unterschied, dass auf der Chainlink-Blockchain eine Art des Proof of Stake-Prinzips vorherrscht, ähnlich wie auf Ethereum. Dabei transferieren Betreiber von Knotenpunkten, die das Netzwerk aufrechterhalten und die abgewickelten Operationen prüfen, ihre LINK-Token in abgeschlossene Vorräte. Validieren diese Knotenpunkte (überwiegend) korrekte Transaktionen und handeln damit entsprechend ihrer Sorgfaltspflicht, werden sie mit neuen LINK-Token belohnt. Machen sie absichtlich Fehler und versuchen, die Abläufe auf der Blockchain zu stören oder zu manipulieren, werden sie durch den Entzug ihrer LINK bestraft. Dieser Mechanismus schafft Anreize, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln, wobei die Knotenpunkte sich auch gegenseitig überwachen. So wird das sogenannte Gegenparteirisiko minimiert.

Wie wertvoll wird Chainlink im Bull Run?

Die native Chainlink-Währung LINK, aufgesetzt als ERC20-Token auf Ethereum, fungieren aber auch als Tauschwert für die Übermittlung von Informationen. So werden die von Chainlink aufbereiteten Daten über die Blockchain gehandelt und mit LINK bezahlt. Der Wechselkurs zwischen Ethereum und dem US-Dollar etwa wird von verschiedenen Knotenpunkten an eine dezentrale Börse übermittelt, die für den Service bezahlt. Je größer dabei das LINK-Vermögen eines Knotenpunkt-Betreibers, desto weitreichender ist der Zugang zu diesen lukrativen Datenverträgen, also der Möglichkeit, gesammelte Informationen gewinnbringend zu verkaufen. Das steigert die Nachfrage nach LINK-Token zusätzlich. Anders als bei Ethereums ETH-Coin ist die Umlaufmenge für LINK auf eine Milliarde Tokens beschränkt, aktuell sind davon knapp 600 Millionen im Umlauf. Deren Wert wiederum steigt mit der Bandbreite der möglichen Anwendungen des Chainlink-Protokolls, mit dem die wichtigsten Altcoins rund um Ethereum, Solana und Avalanche schon lange zusammenarbeiten. Das Interesse aus der analogen Welt ist gleichermaßen groß: Erst vor einer Woche schloss Chainlink mit der milliardenschweren O2-Mutter Telefónica eine Partnerschaft, um SIM-Karten-Betrug zu verhindern.

Je mehr Datenströme über die Blockchain fließen, desto mehr Handel findet mit den Informationen statt und desto mehr LINK-Token werden von Knotenpunkt-Betreibern akkumuliert, um ihre profitablen Deals abzuwickeln. Gleichzeitig müssen auch externe Kunden ihre über Chainlink bezogene Information in der nativen Währung bezahlen. Die Beispiele aus der Erklärung waren übrigens nicht zufällig gewählt: Chainlink strebt die Integration in Bereichen wie Sportwetten, Internet of Things oder auch der dezentralen Datenspeicherung für Versicherungen, den Gesundheitssektor und die Finanzbranche an. Auch in Sachen Gaming beansprucht das Projekt, künftig eine große Rolle zu spielen – schließlich spielen große Entwicklerstudios ja schon länger mit dem Gedanken, bisher spielinterne Gegenstände wie Waffen, Skins oder Werkzeuge als NFTs über die Blockchain universal und spielübergreifend verfügbar zu machen. Passend zu diesen diesen (fundamentalen) Wachstumsaussichten gehen wir in unserer technischen Analyse von langfristigen Preiszielen des LINK-Tokens jenseits der $100 aus. In den letzten Wochen hat sich der Kurswert allerdings schon vervierfacht. Unsere Abonnenten, die unsere Kaufsignale seit 2022 zwischen $5 und $10 genutzt haben, sind also bereits deutlich im Profit. Trotzdem teilen wir regelmäßig neue Einstiegsmöglichkeiten mit. Dranbleiben lohnt sich also beim Orakel von DeFi!

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Simeon Koch

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