Das Krypto-ABC: die Bitcoin-Dominanz
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Das Krypto-ABC: die Bitcoin-Dominanz

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Florian Winter

Wie Sie sicherlich wissen, ist es uns ein großes Anliegen, mit dem Inhalten auf der HKCM News nicht nur aktuelle Geschehnisse und Entwicklungen aus den Welten der Finanzen und der Wirtschaft aufzuzeigen – wir möchten Ihnen auch wertvolles Wissen an die Hand geben, mit dessen Hilfe Sie den Investment-Dschungel etwas klarer durchblicken und somit ihre Anlagestrategie optimieren können. Heute soll es um eine Begrifflichkeit gehen, die im Krypto-Sektor in den letzten Monaten mal wieder Hochkonjunktur hat: die Bitcoin-Dominanz. In diesem Beitrag erklären wir, warum ein Blick auf diese Metrik lohnt – und was sie über die Phasen des Bullenmarktes verrät.

Der Taktgeber des Krypto-Sektors

Der Bitcoin ist der unumstrittene Platzhirsch am Krypto-Markt. Als älteste Kryptowährung nimmt er, auch 16 Jahre nach seiner Erfindung durch Satoshi Nakamoto, maßgeblichen Einfluss auf das gesamte Ökosystem der Blockchain-Assets. Erst zuletzt, genauer gesagt Mitte Januar, schwappte eine regelrechte Euphoriewelle über den gesamten Krypto-Sektor, als die nordamerikanische Börsenaufsicht (engl.: United States Securities and Exchange Commission; kurz: SEC) die ersten Bitcoin-Spot-ETFs der US-Geschichte genehmigte. Das trieb nicht nur viele Altcoins mit in die Höhe, sondern sorgte auch für ein historisches Novum: Zum ersten Mal überhaupt erreichte der Bitcoin vor dem Halving, welches voraussichtlich Ende April über die Bühne geht, einen neuen Höchststand. Durch die Milliarden, die seit der Zulassung der ETFs von den großen nordamerikanischen Vermögensverwaltern wie BlackRock und Fidelity in den Bitcoin gepumpt wurden, stieg zuletzt auch die Bitcoin-Dominanz wieder deutlich an.

Bitcoin-Dominanz: der Anteil des Bitcoins an der Gesamtkapitalisierung

Die Bitcoin-Dominanz beschreibt den prozentualen Anteil der Bitcoin-Marktkapitalisierung an der Gesamtkapitalisierung aller Kryptowährungen. Entsprechend ist diese Kennzahl ein wichtiger Indikator für die Stärke und Relevanz von Bitcoin innerhalb des Krypto-Marktes. Und genau deshalb spielt die Bitcoin-Dominanz auch bei der Einschätzung künftiger (Kurs-)Entwicklungen anderer Assets innerhalb des Sektors eine wichtige Rolle.

Die bisherigen Krypto-Bullenmärkte liefen stets nach einem ähnlichen Schema ab: Zunächst steigt der Wert des Bitcoins stark an, die Altcoins – mit wenigen narrativgetriebenen Ausnahmen – können diese Performance (noch) nicht mitgehen und bleiben entsprechend zurück. Somit nimmt die Bitcoin-Dominanz kontinuierlich zu. Ab einem gewissen Punkt kommt es dann zur sogenannten Rotation, sprich: Investoren ziehen ihr Geld aus dem Bitcoin ab und stecken es in die nach Marktkapitalisierung größten Altcoins, beginnend mit dem Ethereum-Coin Ether. Somit nimmt die Bitcoin-Dominanz im weiteren Verlauf wieder deutlich ab, man spricht hier auch von sogenannten Altcoin-Seasons. Am Ende dieser (bislang in quasi allen Zyklen immer wiederkehrenden) Rotation fließt das Geld in Meme-Coins und die Bitcoin-Dominanz erreicht ihren Tiefpunkt, ehe das Geld zurück in den Bitcoin geschoben wird – und das ganze Spiel wieder von Neuem beginnt. Innerhalb eines Bull Runs kommt es zu mehreren Wiederholungen dieser Rotationsprozedur.

Ein immer wiederkehrendes Muster? 

Um die Marktkapitalisierungsrotation nochmals etwas nachvollziehbarer zu machen, haben wir im untenstehenden Chart die Bitcoin-Dominanz dem Kursverlauf des Krypto-Krösus gegenübergestellt. Die Bitcoin-Dominanz wird hierbei in Form der weißen Linie abgebildet, die orangefarbene Linie zeichnet den BTC-Kursverlauf nach. Zudem haben wir die – im Sinne unseres Elliott-Wellen-Analyse identifizierten – Zyklus-Tops und -Lows eingezeichnet. Angemerkt sei hier, dass wir das Hoch aus dem November 2021 lediglich einer korrektiven Welle B zuschreiben, das genaue (Welle-1-)Top verorten wir hingegen beim Peak aus dem April 2021. Als erster Makro-Trend ist zu erkennen, dass die Bitcoin-Dominanz langfristig abnimmt. Das liegt primär an der stetig wachsenden Marktkapitalisierung des Altcoin-Sektors, der mit jeder Hype-Phase unzählige neue Projekte hinzugewinnt und neues Kapital anzieht. Wurden Altcoins bis zum Bullenmarkt 2017 noch kaum beachtet, so haben sie sich seither zu einer festen Größe in der Krypto-Landschaft entwickelt – und konkurrieren mit dem Bitcoin immer stärker um die Vormacht auf dem Markt.

Gegenüberstellung der Bitcoin-Dominanz in Weiß und des Bitcoin-Kursverlaufes in Orange.


Auf dem Chart ist ersichtlich, dass in allen bisherigen Bullenmärkten – wie bereits dargelegt – zunächst der Bitcoin (und somit dessen Marktkapitalisierung und entsprechend seine Dominanz) nach oben schießt und den Gesamtmarkt deutlich outperformt. Erst nachdem das bisherige Allzeithoch deutlich und nachhaltig überboten wurde, wandert das Kapital nach unten in den Altcoin-Sektor – und die Bitcoin-Dominanz nimmt wieder ab. In der aktuellen Marktphase dürfte das Top der Bitcoin-Dominanz noch bevorstehen, bis zur möglichen Altcoin-Season wird es wohl noch etwas dauern. Aber auch im Bärenmarkt gibt die Bitcoin-Dominanz wichtige Hinweise auf mögliche künftige Kursentwicklungen. In bisherigen Schwächephasen des Gesamtmarktes wurde der Bitcoin schwächer abgestraft als die deutlich volatileren Altcoins – zu sehen ist das besonders gut am vorläufigen Tiefpunkt des vergangenen Bärenmarktes in der zweiten Jahreshälfte 2022: Der Bitcoin-Preis fiel schlagartig, ausgerechnet am lokalen Tiefpunkt aber erreichte die Bitcoin-Dominanz ein lokales Hoch.

Die Bitcoin-Dominanz: ein aussagekräftiger Indikator? 

In dieser Panikphase verlor der gesamte Altcoin-Sektor deutlich stärker an Wert als die Krypto-Leitwährung, konsolidierte anschließend aber wieder, weshalb auch die Bitcoin-Dominanz erneut nachließ. Selbst zum Zeitpunkt des vergangenen Bärenmarkttiefs stieg der Bitcoin-Anteil am Gesamtwert des Krypto-Marktes an, viele Altcoins fanden ihren Boden erst in den folgenden Wochen und Monaten. Angesichts dieser historischen Entwicklungen ließe sich folgende Daumenregel formulieren: Steigt die Bitcoin-Dominanz, sind Altcoins tendenziell unterbewertet und bieten Einstiegschancen. Schwächelt die relative BTC-Gewichtung oder geht gar drastisch zurück, sollte man erste Gewinnmitnahmen aus anderen Kryptowährungen in Betracht ziehen, um die überhitzte Altcoin-Rallye zu verlassen, bevor sich das Kräfteverhältnis zwischen Bitcoin und dem Rest des Marktes wieder im neutralen Bereich einpendelt. Bei dieser Daumenregel sind individuelle Preisentwicklungen einzelner Coins natürlich nicht berücksichtigt und müssen im Einzelfall ins individuelle Kalkül miteinbezogen werden.

Es lässt sich also festhalten: Ein Blick auf die Metrik der Bitcoin-Dominanz ist stets sinnvoll, wenn man sich einen Überblick verschaffen möchte, in welcher Phase eines (Bullen-) Zyklus der Sektor sich aktuell befindet. Wie oben aber bereits am Beispiel des Vor-Halving-Hochs aufgezeigt, ist auch im Krypto-Sektor nichts in Stein gemeißelt – nur, weil etwas in der Vergangenheit immer ähnlich war, bedeutet es nicht zwangsläufig, dass es heute genauso wieder geschieht. Im Rahmen unserer Elliott-Wellen-Analysemethode bewerten wir jede Situation immer individuell – und die Erfolgsquote gibt uns hier absolut recht: Sowohl beim Bitcoin als auch beim Ethereum und den 15 von uns analysierten Altcoins konnten wir in den vergangenen Jahren und Monaten immer wieder präzise Trendwendebereiche identifizieren, die zum einen lukrative Einstiegsmöglichkeiten boten, zum anderen aber auch  klar signalisierten, wenn es Zeit war, dem Markt (vorerst) den Rücken zu kehren respektive diesen auf der Short-Seite zu bespielen.

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Florian Winter

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