JD und Alibaba fordern Yuan-Stablecoin – Behörden warnen
JD.com und die Ant Group, ein Alibaba-Ableger, haben laut Insidern die chinesische Zentralbank gedrängt, einen Stablecoin einzuführen, der an den Yuan gekoppelt ist. Ziel ist es, den wachsenden Einfluss von US-Dollar-Stablecoins wie Tether einzudämmen und die internationale Nutzung der chinesischen Währung zu fördern. Während bereits Stablecoin-Projekte auf Basis des Hongkong-Dollars geplant sind, sehen die Tech-Giganten im Yuan-Stablecoin ein strategisches Instrument für Chinas digitalen Zahlungsverkehr. Hintergrund ist der weltweite Boom digitaler Dollar-Stablecoins, die den globalen Zahlungsverkehr dominieren.
Stablecoins sind Kryptowährungen, die an stabile Vermögenswerte – meist den US-Dollar – gekoppelt sind. Sie ermöglichen schnelle, grenzüberschreitende Transaktionen. Chinas Behörden zeigen sich vorsichtig optimistisch, sehen aber auch Risiken für die Finanzstabilität. Ein möglicher Yuan-Stablecoin könnte dennoch helfen, Chinas Rolle im internationalen Zahlungsverkehr zu stärken – sofern die politischen Hürden überwunden werden.
Zehn Milliarden: Verkauft Starbucks das China-Geschäft?
Mehrere Investoren, darunter der singapurische Staatsfonds GIC, haben laut Insidern Gebote für das Joint Venture von Starbucks in China abgegeben, zu einer Bewertung von bis zu zehn Milliarden US-Dollar. Starbucks prüft derzeit strategische Optionen für sein China-Geschäft, darunter auch einen Teilverkauf. Die Gespräche laufen, eine finale Entscheidung steht noch aus.
Starbucks steht in China zunehmend unter Druck. Lokale Ketten wie Luckin Coffee expandieren aggressiv mit günstigen Preisen, digitaler Bestellstruktur und hoher Markenbindung bei jungen Konsumenten. Zwar ist China nach den USA der wichtigste Markt für Starbucks, doch die Konkurrenz wächst rasant – auch durch neue Anbieter wie Cotti Coffee, gegründet von Ex-Luckin-Managern. Ein Teilverkauf könnte Starbucks dabei helfen, Kapital freizusetzen und sich strategisch neu aufzustellen, um im umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Alibaba steckt 50 Milliarden in Rechenzentren und KI
Alibaba hat angekündigt, in den kommenden drei Jahren über 52 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur und Künstlichen Intelligenz (KI) zu investieren. Das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Ziel ist es, Rechenzentren weltweit – unter anderem in Mexiko, Malaysia und Südkorea – auszubauen und KI-Anwendungen stärker in seine Dienste zu integrieren. Die Offensive soll das Wachstum des Cloud-Geschäfts beschleunigen und Alibaba wieder auf Kurs bringen.
Alibaba hat damit die größte Technik-Investition seiner Geschichte gestartet – aus gutem Grund: Das Cloud-Geschäft gilt als künftiger Wachstumstreiber, während traditionelle Geschäftsbereiche stagnieren. Mit KI-Modellen wie Qwen will Alibaba beim globalen Wettrennen um die besten KI-Plattformen mitmischen. Doch Analysten warnen: Trotz des hohen Potenzials könnten die immensen Ausgaben kurzfristig die Margen belasten. Die Expansion kommt zu einer Zeit, in der Alibaba international wieder mehr Einfluss gewinnen will, gerade im Wettbewerb mit US-Riesen wie Amazon und Microsoft.
Gold-ETFs erleben bestes Halbjahr seit 2020
Gold-ETFs haben laut dem World Gold Council im ersten Halbjahr 2025 die höchsten Zuflüsse seit fünf Jahren verzeichnet, insgesamt rund 38 Milliarden US-Dollar. Besonders stark investierten Anleger aus den USA und Asien. Auslöser war unter anderem die neue Zollpolitik von US-Präsident Trump, die geopolitische Spannungen schürte und Gold wieder zur gefragten Krisenwährung machte. Der weltweite Goldbestand in ETFs stieg dadurch auf 3615.9 Tonnen. Die starke Nachfrage kommt nach Jahren mit Abflüssen, bedingt durch hohe Zinsen und zeigt, wie stark politische Unsicherheit auf die Finanzmärkte wirkt.
Gold-ETFs sind börsengehandelte Fonds, die physisch mit Gold hinterlegt sind und Anlegern ermöglichen, indirekt in das Edelmetall zu investieren. Mit einem Rekordhoch des Goldpreises von 3500 US-Dollar je Feinunze im April bleibt Gold ein bevorzugtes Sicherheitsnetz für viele Investoren. Besonders auffällig: Asiatische Fonds machten mit nur neun Prozent des globalen ETF-Vermögens ganze 28 Prozent der Zuflüsse aus. Mit anderen Worten: Obwohl asiatische Fonds nur einen kleinen Teil des weltweiten ETF-Markts ausmachen, haben sie im ersten Halbjahr 2025 überproportional viel neues Kapital angezogen.
Rohöl-Markt zittert nach Angriffen im Roten Meer
Im Zuge neuer Angriffe der Huthi-Rebellen auf Handelsschiffe im Roten Meer sind die Rohölpreise deutlich gestiegen. Am Dienstag kletterte der Preis für WTI-Öl auf ein Zwei-Wochen-Hoch, nachdem bereits am Sonntag ein Schiff attackiert wurde. Die Angriffe könnten nicht nur weitere militärische Vergeltungsmaßnahmen der USA auslösen, sondern auch die Transportkosten erhöhen – mit potenziellen Auswirkungen auf die globale Ölversorgung.
Die Spannungen im Nahen Osten treffen auf einen ohnehin angespannten Markt. Während Saudi-Arabien den Preis für asiatische Kunden überraschend stark anhebt, hat OPEC+ gleichzeitig angekündigt, die Produktion ab August stärker als erwartet auszuweiten. Die Kombination aus geopolitischem Risiko und Marktmaßnahmen sorgt für Unsicherheit. Steigende Transportkosten durch Angriffe und politische Unsicherheiten können den Ölpreis ebenso beeinflussen wie Produktionsentscheidungen großer Förderländer. Bereits seit Anfang vergangenen Jahres kommt es im Roten Meer wiederholt zu Angriffen auf Transportschiffe durch die Huthi-Miliz aus dem Yemen.
Das war's schon mit unserem Newsflash über China und den Rohstoff-Markt. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Donnerstag.







