Während China um Zusammenarbeit wirbt, sanktionieren die USA große Unternehmen. Chinesische Öl-Importe dürften hoch bleiben, die morgige Zinsentscheidung in Japan bereitet dem Markt Sorgen.
China will „Differenzen mit den USA“ regeln
Nachdem der frischgebackene US-Präsident Donald Trump bei seiner Amtseinführung angekündigt hatte, die Zölle auf chinesische Waren ab Februar um zehn Prozent zu erhöhen, versucht China, die Wogen zu glätten. „Die chinesische Seite hofft, dass beide Staatsoberhäupter ihren Dialog und die Kommunikation verstärken, um Differenzen vernünftig zu regeln“, sagte ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums am Dienstag bei einer Pressekonferenz..jpg)
Man wolle „wechselseitig profitable Kooperationen ausweiten und eine gesunde, stabile Entwicklung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und China unterstützen“. China sei „bereit, zusammen mit den Vereinigten Staaten an einer friedlichen Koexistenz zu arbeiten“, werde aber „die eigenen Interessen entschlossen verteidigen“, ergänzte eine Vertreterin des Außenministeriums.
USA stufen Tencent als Militär-Unternehmen ein
Rund um die Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident haben die Vereinigten Staaten den Tech-Großkonzern Tencent und CATL, den chinesischen Marktführer für Batterietechnologie, als militärische Unternehmen eingestuft. Damit sind Tencent und CATL nun Teil einer Liste internationaler Unternehmen, die seitens der USA unter besonderer Beobachtung stehen und bei Geschäften mit amerikanischer Beteiligung eingeschränkt werden können.
Ab Juni 2026 etwa darf das US-Verteidigungsministerium Pentagon keine Geschäfte mehr mit den Unternehmen abschließen. Der Lithiumakku-Spezialist CATL liefert Batterien für Elektroautos weltweit, auch an die deutschen Schwergewichte Mercedes-Benz und Volkswagen. Tencent betreibt Online-Marktplätze und Social-Media-Plattformen. In China stieß die Maßnahme auf Kritik.
Alibaba stellt neue KI-Modelle vor
Die Cloud-Sparte des chinesischen Multimedia-Riesen Alibaba hat auf einem internen Entwicklergipfel neue KI-Modelle und autonome Anwendungen für Geschäftskunden vorgestellt. Die Neuerungen betreffen vor allem Alibabas Sprachmodell Qwen, das sich als unmittelbarer Konkurrent zu OpenAIs ChatGPT versteht..jpg)
Qwen soll branchenübergreifend in der Auto-Industrie, im Gaming-Sektor und in der wissenschaftlichen Forschung Anwendung finden. Dafür erhalten die Alibaba-Modelle neue multimodale Fähigkeiten, wie etwa das Verständnis visueller Inhalte oder die unmittelbare Verarbeitung von Spracheingaben. Außerdem wurde ein Coding-Assistent für Entwickler aufgesetzt, um die Arbeit an Alibabas KI-Algorithmen effektiver zu gestalten.
BYD versteckt Schulden, XPeng erwartet „Elimination“
Die meisten chinesischen Fahrzeughersteller werden die kommende Dekade wahrscheinlich nicht überleben – das mutmaßte He Xiaopeng, Gründer des aufstrebenden Autobauers XPeng, vor einigen Tagen in einem firmeninternen Brief. Außerdem werde sich der Wettlauf um die Marktmacht in China in den nächsten zwei Jahren zu einem „Eliminationskampf“ zuspitzen. Der martialische Duktus ist bei Xiaopeng nicht neu: Schon im vergangenen März hatte der XPeng-CEO ein „Blutbad unter den chinesischen Auto-Herstellern“ angekündigt.
In Sachen Zukunftsfähigkeit steht aktuell besonders der chinesische E-Auto-Marktführer BYD im Fokus. Die renommierten Hongkonger Wirtschaftsprüfer von GMT bezichtigen den größten Tesla-Konkurrenten, einen Schuldenberg zu verschleiern. Demnach soll BYD auf Verbindlichkeiten von rund $44 Milliarden sitzen – aber wegen buchhalterischer Tricks weniger als zehn Prozent davon öffentlich angegeben haben.
Carrytrade-Sorgen vor Zinsentscheid in Japan
Am morgigen Freitag wird die japanische Zentralbank ihre nächste Zinsentscheidung bekanntgeben; Analysten rechnen mit einer Erhöhung des Leitzinses um einen Zinsschritt von aktuell 0.25 auf 0.5 Prozent. Japan hatte jahrelang mit Deflation zu kämpfen, nach der Corona-Krise allerdings stieg die Teuerung auf den höchsten Stand seit 30 Jahren und liegt aktuell bei rund drei Prozent..jpg)
Bereits im August hatte die Bank of Japan (BoJ) ihren Leitzins nach mehr als einem Jahrzehnt der Nullzinspolitik erstmals wieder angehoben und damit die globalen Finanzmärkte erschüttert. Die unerwartete Zinsentscheidung führte im vergangenen Sommer zu heftigen Abverkäufen, weil Marktteilnehmer milliardenschweren Abgabedruck aus Liquidationen von Yen-Carrytrade-Positionen fürchteten. Mit einer Zinserhöhung würde die BoJ ihren Zinssatz auf das höchste Niveau seit 17 Jahren anheben.
China will Importe und Produktion von Rohöl stabil halten
Am Dienstag hat die nationale Energiebehörde Chinas bekanntgegeben, dass China seine Rohöl-Produktion im Jahr 2025 stabil bei gut 200 Millionen Tonnen halten will. Im vergangenen Jahr hatte China 213 Millionen Tonnen Rohöl produziert und damit an historischen Rekorden gekratzt. Auch die Öl-Importe sollen laut dem staatlichen Ölkonzern China National Petroleum Corp. (CNPC) nahezu konstant bleiben.
Insgesamt werden in der Volksrepublik knapp 560 Millionen metrische Tonnen an Rohöl-Käufen erwartet, was einer marginalen Steigerung von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspräche. Chinas Rohöl-Raffinerie ist die zweitgrößte der Welt, dennoch ist das Reich der Mitte zu 70 Prozent von Einfuhren abhängig. Laut CNPC dürfte diese Quote bis 2030 Bestand haben.
Das war’s schon mit dem China/Energie-Newsflash. Der nächste wird wie gewohnt am kommenden Donnerstag erscheinen.




