Bayer überrascht – doch der Cashflow warnt
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Bayer überrascht – doch der Cashflow warnt

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Nikolai Heger

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Bayer übertrifft mit 10 872 Milliarden Euro Umsatz den Konsens.
  • Bayers Core-EPS übertrifft mit 0.95 Euro die Prognose deutlich.
  • Der Free Cashflow fällt auf minus 371 Millionen Euro.

Q2 2026 QuartalsergebnisseIst-WertSchätzung
Umsatz€10.872B€10.7B
EPS€0.95€0.73
Agrarwissenschaften€4.910B€4.8B
Pharmazeutika€4.458B€4.4B
Verbrauchergesundheit€1.445B€1.4B

Bayer übertrifft im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen

Bayer hat im zweiten Quartal 2026 besser abgeschnitten als erwartet. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 1.2 Prozent auf 10 872 Milliarden Euro und übertraf die Konsensprognose von 10.7 Milliarden Euro um 172 Millionen Euro. Die positive Abweichung wurde mit 1.8 Prozent angegeben. Währungs- und portfoliobereinigt legten die Erlöse um 2.2 Prozent zu.

Der Core-EPS erreichte 0.95 Euro nach 1.14 Euro im Vorjahresquartal. Damit sank die Kennzahl zwar um 16.7 Prozent, lag aber 0.22 Euro beziehungsweise 30.1 Prozent über der Analystenschätzung von 0.73 Euro. Der berichtete Gewinn je Aktie verbesserte sich von minus 0.20 Euro auf 0.23 Euro.

Unter dem Strich verdiente Bayer 219 Millionen Euro, nachdem ein Jahr zuvor ein Verlust von 199 Millionen Euro angefallen war. Der deutliche Anstieg des berichteten Gewinns beruhte allerdings vor allem auf erheblich niedrigeren Sondereinflüssen.

Bayers Agrargeschäft wird zum wichtigsten Ergebnistreiber

Die Agrarwissenschaften lieferten den stärksten Beitrag. Der Segmentumsatz stieg berichtet um 2.5 Prozent auf 4910 Milliarden Euro und übertraf die Erwartung von 4.8 Milliarden Euro um 110 Millionen Euro. Währungs- und portfoliobereinigt betrug das Wachstum 3.5 Prozent. Das bereinigte EBITDA stieg um 30.2 Prozent, während sich die Marge von 14.5 Prozent auf 18.4 Prozent erhöhte. Positive Impulse kamen von Glyphosatprodukten, Sojabohnenmerkmalen, Baumwollsaatgut und Insektiziden.

Die Pharmazeutika erzielten Erlöse von 4458 Milliarden Euro und lagen damit 58 Millionen Euro über dem Konsens von 4.4 Milliarden Euro. Berichtet sank der Umsatz um 0.3 Prozent, bereinigt stieg er um 0.8 Prozent. Nubeqa, Kerendia, Radiologieprodukte und die Mirena-Familie glichen Patentbelastungen bei Eylea und Xarelto weitgehend aus. Das bereinigte EBITDA fiel dennoch um 3.6 Prozent.

Consumer Health erreichte 1445 Milliarden Euro statt der erwarteten 1.4 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg berichtet um 1.3 Prozent und bereinigt um 1.5 Prozent, während das bereinigte EBITDA wegen schwacher US-Nachfrage und einer milden Allergie- und Erkältungssaison um 3.6 Prozent zurückging.

Analyse für Bayer: Gewinnqualität und Cashflow im Fokus

Operativ zeigen die Zahlen eine leichte Stabilisierung. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 1.9 Prozent von 2105 Milliarden Euro auf 2144 Milliarden Euro und übertraf die Markterwartung. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 19.6 Prozent auf 19.7 Prozent. Das EBIT vor Sondereinflüssen legte um 0.5 Prozent auf 999 Millionen Euro zu, während das berichtete EBIT von 13 Millionen Euro auf 827 Millionen Euro stieg. Die operative Marge betrug 7.6 Prozent. Eine Bruttomarge meldete Bayer nicht.

Das EBITDA einschließlich Sondereinflüssen stieg von 285 Millionen Euro auf 1985 Milliarden Euro. Entscheidend waren geringere Sonderbelastungen von minus 159 Millionen Euro nach minus 1820 Milliarden Euro.

Schwächer fiel die Liquiditätsentwicklung aus: Der operative Cashflow sank um 34.8 Prozent von 1058 Milliarden Euro auf 690 Millionen Euro. Der Free Cashflow verschlechterte sich um 396.8 Prozent von 125 Millionen Euro auf minus 371 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg die Nettofinanzverschuldung um 1.1 Prozent auf 33 647 Milliarden Euro. Für Anleger bleibt der Schuldenabbau damit ein zentraler Faktor.

Elliot-Wellen-Analyse für Bayer AG


Elliot-Wellen-Analyse Chart


Ausblick und Prognose für Bayer 2026

Bayer bestätigte den operativen Ausblick. Währungsbereinigt erwartet der Konzern 2026 einen Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro, entsprechend einem Wachstum von null bis drei Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll 9.6 bis 10.1 Milliarden Euro und der Core-EPS 4.30 bis 4.80 Euro erreichen. Zu den Wechselkursen vom 30. Juni liegen die Spannen bei 44.7 bis 46.7 Milliarden Euro Umsatz, 9.4 bis 9.9 Milliarden Euro EBITDA und 4.20 bis 4.70 Euro Core-EPS.

Für Agrarwissenschaften und Pharmazeutika prognostiziert Bayer jeweils null bis drei Prozent Umsatzwachstum, für Consumer Health null bis vier Prozent. Die erwarteten EBITDA-Margen liegen bei 20 bis 22 Prozent für Agrarwissenschaften beziehungsweise 19 bis 21 Prozent zu Stichtagskursen, 23 bis 25 Prozent für Pharmazeutika und 22 bis 24 Prozent für Consumer Health.

Hinzu kommen Core-Abschreibungen von minus 2.1 Milliarden Euro, ein Core-Finanzergebnis von minus 1.9 bis minus 1.7 Milliarden Euro und eine Core-Steuerquote von 24 bis 26 Prozent. Die Sondereinflüsse in EBIT und EBITDA sollen jeweils zwischen minus 1.0 Milliarden Euro und null Euro liegen. Bayer erwartet einen Free Cashflow von minus 2.5 bis minus 1.5 Milliarden Euro. Bereinigt um Vergleichszahlungen wären es 2.0 bis 3.0 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung soll auf 29 bis 30 Milliarden Euro sinken, setzt aber die erwartete Apollo-Einlage von 3.0 Milliarden Euro voraus.

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