Das Wichtigste in Kürze
Bitcoin kämpft um 80 000 US-Dollar, während die Bitcoin-Dominanz wieder steigt.
Ethereum und Altcoins testen wichtige Kursmarken und kämpfen um den Aufwärtstrend.
Eine Stabilisierung von Bitcoin könnte den Weg für eine neue Altcoin-Rallye ebnen.
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Der Kryptomarkt steht unter Druck. Bitcoin flirtet mit der 80 000-Dollar-Marke, der Aktien-Crash in Asien, teures Öl und hohe Anleiherenditen drücken Risiko-Assets die Luft ab. Mit einem Abfluss von gut 750 Milliarden Dollar erlebten die US-Krypto-ETFs gestern den schlechtesten Handelstag seit den Tiefpunkten im Juni. Noch vor einem Monat, am 21. September, hatte die Wall Street dem Kryptomarkt mit knapp 1.3 Milliarden Dollar Zuflüssen den stärksten ETF-Tag seit einem Jahr beschert. Doch die Stimmung kippte schnell.

Altcoins vs. Bitcoin: Von Mitte August bis Ende September performten Altcoins 27 Prozent besser als Bitcoin. Das hat sich nun (vorerst) wieder umgekehrt.
Schuld daran ist nicht zuletzt die schwache Performance der Altcoins: Nach +27 Prozent im Verhältnis zu Bitcoin von Mitte August bis Ende September sackte der breite Altcoin-Sektor (unterhalb der Krypto-Top-10; Others) nun wieder -12 Prozent ab. Folgerichtig stieg die Bitcoin-Dominanz und versetzte dem breiten Kryptomarkt, gemeinsam mit der Bitcoin-Korrektur in Richtung 80 000 Dollar, einen herben Dämpfer. Der Altcoin-Sektor kehrt damit zurück auf ein entscheidendes Preislevel: Geht der Absturz weiter?
Negativserie droht: Fällt der Uptober ins Wasser?
Zwischen 2019 und 2024 schloss Bitcoin jeden Oktober grün ab. Davor war es in Bitcoins Geschichte seit 2013 überhaupt nur zweimal vorgekommen, dass ein Oktober negativ verlief – und zwar in den Bärenmärkten 2014 (-12.95 Prozent) und 2018 (-3.83 Prozent). Sogar das Krisenjahr 2022 brachte einen grünen Oktober (+5.56 Prozent). Aufgrund dieser saisonalen Stärke wurde der Oktober von der Krypto-Community irgendwann mit einem Augenzwinkern in Uptober umgetauft. Doch der bullische Nimbus des ersten Monats im vierten Quartal wackelt.

Positiv war der Oktober bisher nur für die Bitcoin-Dominanz, die zurück über 60 Prozent kletterte. Gleichzeitig gerieten Ethereum und der Altcoin-Sektor unter Druck.
Im vergangenen Jahr riss die lange grüne Oktober-Serie, als Bitcoin nach dem verheerenden Flashcrash am 10.10.2025 bis zum Monatsende nicht mehr aus den roten Zahlen kam (-3.69 Prozent). Und auch dieses Jahr brachte der Oktober ein bisheriges Minus von 2.06 Prozent. Was ist also mit dem ominösen Uptober passiert? Aus technischer Sicht ist die Antwort einfach: Ohne einen starken Bitcoin kann auch der Rest des Kryptomarkts nicht glänzen. Positiv war der diesjährige Oktober bisher nur für die Bitcoin-Dominanz, die wieder über 60 Prozent kletterte.
Gleichzeitig sackte das Preisverhältnis von Ethereum zu Bitcoin wieder unter 0.03, womit ETH/BTC erneut die Zwischentiefs von Anfang des Jahres testet. Wohl und Wehe des Altcoin-Sektors hängen nun an der Bitcoin-Dominanz: Geht der Anstieg weiter, hält die relative Schwäche gegenüber Bitcoin an. Kurzfristig halten wir einen Test der absteigenden rosa Trendlinie für möglich, ein neues Zyklushoch oberhalb der rund 66 Prozent vom letztjährigen Sommer erwarten wir aber nicht.
Wie geht’s weiter für Ethereum und Altcoins?
Sollte Ethereum im Preisverhältnis zu Bitcoin die Februar-Tiefs bei rund 0.0283 halten und verteidigen, könnte schon bald der nächste Angriff auf die Hochs von April und September bei rund 0.034 erfolgen. Relative Ethereum-Stärke sollte auch dem Altcoin-Sektor guttun, der nach einem kräftigen Spätsommer gerade versucht, die Zugewinne seit dem Tief Ende Juni zu konsolidieren. Im Fokus stehen dabei die Hochs von Anfang Mai, die gerade auf Herz und Nieren geprüft werden.
Die kumulierte Marktkapitalisierung der Top-125-Altcoins (exkl. Bitcoin und Ethereum; Total3) schloss ihre vergangene Wochenkerze knapp unterhalb der Mai-Hochs. Das ist noch kein Beinbruch, allerdings auch kein besonders gutes Vorzeichen für die kommenden Perioden. Etwas besser hält sich die gesammelte Marketcap der nächstkleineren Altcoins außerhalb der Krypto-Top-10 (Others), deren Kurs weiterhin oberhalb der Mai-Hochs notiert.

Total3 droht, die Mai-Hochs zu verlieren, während Others sich noch recht komfortabel darüber hält. Die aktuelle Wochenkerze wird wichtig: Gelingt beiden ein positiver Wochenschluss?
Zoomt man aus dieser Momentaufnahme heraus, wird klar: Sowohl Total3 als auch Others versuchen gerade, den ersten Ausbruchsversuch aus der sommerlichen Bodenbildungsphase zu konsolidieren. Beiden gelang im Vergleich zum Mai ein höheres Hoch – strukturell gesehen ein erstes bullisches Signal, das jetzt allerdings bestätigt werden muss, um eine mögliche bullische Trendfortsetzung zu erwirken. Schließlich reicht ein einzelnes höheres Hoch noch nicht für einen neuen Aufwärtstrend. Im nächsten Schritt bräuchte es dafür auch ein bestätigtes höheres Tief im Vergleich zum Juni-Tief.
Ein starkes bullisches Signal wäre die Verteidigung der Mai-Hochs gegen den aktuellen Abgabedruck. Doch gerade Total3 macht aktuell wenig Hoffnung auf dieses kleine Kunststück. Aller Tage Abend ist im Altcoin-Sektor deshalb aber noch lange nicht. Ein tieferer Rücksetzer wäre weder bei Total3 noch bei Others übergeordnet ein Beinbruch. Zumindest solange der Kurs gebührenden Abstand zu den Februar-Tiefs hält. Je näher der Altcoin-Sektor diesen Preislevels kommt, desto schmerzhafter wird es für Einzelwerte.

Total3 und Others versuchen, den Aufwärtstrend zu zementieren: Ein höheres Hoch im Vergleich zum Mai ist jeweils geschafft, jetzt sollte im nächsten Schritt zumindest ein höheres Tief her, um den Trend zu halten.
Langfristig rechnen wir weiterhin mit einer impulsiven Expansion in Richtung neuer Allzeithochs für die kumulierten Marktkapitalisierungen von Total3 und Others. Dafür müssen beide Kurse aber zunächst den möglichen neuen Aufwärtstrend bestätigen. Und der Weg nach oben wird natürlich nicht in einer geraden Linie verlaufen, wie im Chart beispielhaft illustriert. Je stärker die Volatilität zur Oberseite zurückkehrt, desto heftiger werden auch die Korrekturen zwischendurch. Um die bullische Stimmung in den Altcoin-Sektor zurückzubringen, sollte sich zunächst Bitcoin stabilisieren.
Am Freitagvormittag notierte BTC bei rund 81 700 Dollar (+0.46 Prozent), Ethereum schob sich zeitlich zurück über 2400 Dollar (+0.73 Prozent). Für Druck sorgt weiterhin der hohe Ölpreis (WTI bei 100 Dollar, Brent bei knapp 115 Dollar) gemeinsam mit dem anhaltend hohen US-Dollar-Index DXY (101.79 Punkte). Leichte Entspannung kommt von den 10-jährigen US-Staatsanleihen, deren Rendite gestern erstmals seit Ende September unter 5.0 Prozent fiel. Leichte Schwäche auch bei den US-Indizes S&P 500 (-1.21 Prozent auf 7663 Punkte) und Nasdaq-100 (-2.90 Prozent auf 28 958 Punkte).
FAQs: Uptober-Enttäuschung oder Altcoin-Ausbruch?
Warum steht der Kryptomarkt aktuell unter Druck?
Bitcoin korrigiert in Richtung 80 000 US-Dollar, während hohe Ölpreise, ein starker US-Dollar und die Schwäche an den Aktienmärkten die Risikobereitschaft der Anleger belasten. Gleichzeitig fließt Kapital verstärkt in Bitcoin statt in Altcoins. Die US-Krypto-ETFs verzeichneten zuletzt zudem außergewöhnlich hohe Abflüsse.
Was bedeutet die steigende Bitcoin-Dominanz für Altcoins?
Die Bitcoin-Dominanz beschreibt den Anteil von Bitcoin an der gesamten Marktkapitalisierung des Kryptomarkts. Steigt sie, entwickeln sich Altcoins häufig schwächer als Bitcoin. Eine anhaltend hohe Dominanz könnte daher die Erholung von Ethereum und anderen Kryptowährungen erschweren. Erst eine Stabilisierung von Bitcoin und eine relative Stärke der Altcoins könnten den Boden für eine breitere Rallye bereiten.
Ist der „Uptober“ für Bitcoin gescheitert?
Der Begriff „Uptober“ beschreibt die historisch häufig positive Entwicklung von Bitcoin im Oktober. Nach mehreren grünen Oktober-Monaten in Folge endete die Serie 2025 mit einem Verlust von 3.69 Prozent. Auch im Oktober 2026 liegt Bitcoin bislang im Minus. Ob der Monat erneut negativ endet, hängt vor allem davon ab, ob sich Bitcoin in den verbleibenden Handelstagen stabilisieren kann.
Wie könnte sich Ethereum gegenüber Bitcoin entwickeln?
Entscheidend ist das Wechselkursverhältnis ETH/BTC. Es ist zuletzt unter 0.03 gefallen und testet damit wichtige Unterstützungsbereiche. Hält Ethereum das Februar-Tief bei etwa 0.0283, könnte sich eine Erholung in Richtung der Hochs von April und September bei rund 0.034 entwickeln. Fällt die Unterstützung, droht dagegen eine Fortsetzung der relativen Schwäche gegenüber Bitcoin.
Wann könnte eine neue Altcoin-Rallye beginnen?
Eine nachhaltige Erholung setzt voraus, dass sich Bitcoin stabilisiert und die Altcoins wichtige Unterstützungen verteidigen. Bei den Marktkapitalisierungen der Altcoins ohne Bitcoin und Ethereum (Total3) sowie der kleineren Kryptowährungen außerhalb der Top 10 (Others) stehen insbesondere die Hochs von Anfang Mai im Fokus. Ihre Verteidigung wäre ein positives Signal. Für einen bestätigten Aufwärtstrend müssten die Kurse anschließend auch ein höheres Tief gegenüber dem Juni-Tief ausbilden.




