Bitcoin erholt sich auf 84 000 US-Dollar: ETF-Abflüsse belasten
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Bitcoin erholt sich auf 84 000 US-Dollar: ETF-Abflüsse belasten

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Nikolai Heger

Das Wichtigste in Kürze:

•      US-Bitcoin-Spot-ETFs verbuchen am Freitag 21.1 Millionen US-Dollar Zuflüsse, in der Woche aber 678.9 Millionen US-Dollar Nettoabflüsse.

•      Brent kostet zum Wochenbeginn rund 105 US-Dollar, die zehnjährige US-Rendite lag am Freitag bei rund 5.24 Prozent.

•      Liquidationen über 1.19 Milliarden US-Dollar treffen Ether stärker als Bitcoin.

Bitcoin hat am Donnerstag seine wochenlange Handelsspanne nach unten verlassen. Der Kurs fiel binnen weniger Stunden von rund 83 200 auf etwa 80 400 US-Dollar. Das war der tiefste Stand seit einem Monat. Vier Tage zuvor hatte die größte Kryptowährung noch knapp 87 000 US-Dollar erreicht. Vom Hoch bis zum Tief summiert sich der Rücksetzer auf rund acht Prozent. Am Montag, dem 12. Oktober, notiert Bitcoin wieder bei rund 84 000 US-Dollar. Das jüngste Hoch wurde nicht erneut erreicht; der Markt verarbeitet den vorangegangenen Abverkauf weiterhin.

Bitcoin-ETFs: kleiner Zufluss am Freitag nach hohen Abflüssen

Ein Auslöser liegt bei den börsengehandelten Fonds. Die US-amerikanischen Spot-ETFs auf Bitcoin verzeichneten am Mittwoch, dem 7. Oktober, 484.9 Millionen US-Dollar Nettoabflüsse. Das war nach Daten von Farside Investors der größte Tagesabfluss seit dem 25. Juni. Am Donnerstag folgten weitere 244.1 Millionen US-Dollar Abflüsse. Am Freitag kehrte mit 21.1 Millionen US-Dollar ein kleines Plus zurück. Der Oktober liegt damit bis zum 9. Oktober mit 386.3 Millionen US-Dollar im Minus.

Für das Gesamtjahr bleibt damit nur ein dünnes Polster. Im Juli hatte der Jahressaldo zwischenzeitlich bei minus 5.76 Milliarden US-Dollar gelegen. Der kleine Freitagszufluss ändert wenig am Wochenminus von 678.9 Millionen US-Dollar. Im September hatten die Fonds noch rund 2.65 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Die ETF-Nachfrage war eine zentrale Stütze der Rally im August und September. Bleibt sie aus, fehlt dem Markt ein verlässlicher Käufer.

Nach starken Abflüssen am 7. und 8. Oktober folgten am Freitag 21.1 Millionen US-Dollar ETF-Nettozuflüsse

Nach starken Abflüssen am 7. und 8. Oktober folgten am Freitag 21.1 Millionen US-Dollar ETF-Nettozuflüsse

Öl um 105 US-Dollar und hohe Anleiherenditen setzen Bitcoin zu

Hinzu kommt Gegenwind von der Makroseite. Berichte über mögliche US-Angriffspläne gegen den Iran trieben die Ölsorte Brent über 102 US-Dollar je Barrel. Am Montag lag Brent bei rund 105 US-Dollar. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte im Wochenverlauf 5.31 Prozent und lag am Freitag bei rund 5.24 Prozent. Hohe Renditen machen zinslose Anlagen wie Bitcoin weniger attraktiv.

Das Protokoll der US-Notenbank Federal Reserve verschärfte die Lage. Die Mehrheit der Mitglieder rechnet demnach mit einer weiteren Zinserhöhung bis Jahresende. US-Präsident Donald Trump schloss einen Angriff auf den Iran vor den Zwischenwahlen am 3. November aus. Der Ölpreis gab zwischenzeitlich nach. Auch der Verkaufsdruck bei Bitcoin ließ zunächst nach.

Liquidationen über 1.19 Milliarden US-Dollar treffen vor allem Ether

Der Kursrutsch löste eine Kette von Zwangsverkäufen aus. Binnen 24 Stunden wurden gehebelte Positionen im Wert von 1.19 Milliarden US-Dollar liquidiert. Mehr als eine Milliarde entfiel auf Long-Positionen, also Wetten auf steigende Kurse. Bei einer Liquidation schließt die Börse eine Position automatisch. Das geschieht, sobald die hinterlegte Sicherheit aufgebraucht ist.

Am stärksten traf es Ether. Dort wurden rund 356 Millionen US-Dollar aufgelöst, bei Bitcoin waren es 298 Millionen. Dabei ist Bitcoin gemessen am Börsenwert mehr als fünfmal so groß. Ether fiel unter 2500 US-Dollar und lag zeitweise rund sechs Prozent im Minus. XRP verlor ähnlich stark, Solana gab im Tagesverlauf sogar neun Prozent ab.

Bei den Liquidationen lag Ether mit 356 Millionen US-Dollar vor Bitcoin

Bei den Liquidationen lag Ether mit 356 Millionen US-Dollar vor Bitcoin, obwohl dessen Börsenwert mehr als fünfmal so groß ist

Crash-Jahrestag und Zwischenwahlen bestimmen die kommenden Wochen

Der Abverkauf fiel auf ein symbolträchtiges Datum. Am Samstag, dem 10. Oktober, jährte sich der Flash-Crash von 2025. Wenige Tage zuvor hatte der Kurs ein Rekordhoch über 126 000 US-Dollar markiert. Dann stürzte Bitcoin von rund 122 000 auf 105 000 US-Dollar, größtenteils binnen Minuten. An einem einzigen Tag wurden Positionen über 19 Milliarden US-Dollar liquidiert. Das entspricht etwa dem 16-Fachen der am vergangenen Donnerstag gemeldeten Liquidationen.

Analysten des Handelshauses QCP erwarten für das vierte Quartal eine Spanne zwischen 80 000 und 90 000 US-Dollar. Langfristig wächst das Vertrauen institutioneller Anleger. In einer Umfrage von State Street unter 300 institutionellen Investoren rechnen 51 Prozent mit dem Durchbruch digitaler Vermögenswerte binnen fünf Jahren. 2024 waren es elf Prozent. Im Schnitt halten die Befragten bereits elf Prozent ihres Portfolios in digitalen Anlagen.

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