Das Wichtigste in Kürze:
JPMorgan erwartet für Bitcoin langfristig 10 Prozent Rendite pro Jahr.
Hohe Volatilität und schwankende Korrelationen erschweren den Einsatz in Portfolios.
BlackRock plant einen Bitcoin-ETF mit Verlustpuffer, Sparkassen starten den Kryptohandel.
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Die nach Börsenwert größte Bank der Welt traut Bitcoin in den kommenden Jahren mehr zu als Aktien und Gold. Es ist das erste Mal, dass JPMorgan Asset Management eine langfristige Renditeprognose für Bitcoin veröffentlicht. Und die hat es in sich. Ausgerechnet JPMorgan, wo CEO Jamie Dimon seit Jahren als harter Bitcoin-Gegner gilt. BTC soll nun also die größten Assetklassen übertrumpfen – aber es gibt einen Haken. Das Bitcoin-Wettrennen läuft: BlackRock arbeitet an einem BTC-ETF mit Verlustpuffer, während die Sparkassen in Deutschland den Kryptohandel starten.
„Ich rauche nicht, aber...“: Plötzlicher BTC-Sinneswandel bei JPM
JPMorgan erwartet für Bitcoin eine durchschnittliche jährliche Rendite von zehn Prozent über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren. Das geht aus dem neuen Kapitalmarktausblick für 2027 hervor. Aber das ist nicht alles. JPMorgans Bitcoin-Prognose ist auch deshalb bemerkenswert, weil Konzernchef Jamie Dimon der Kryptowährung seit Jahren skeptisch gegenübersteht. 2017 bezeichnete er Bitcoin als Betrug und drohte Mitarbeitern mit Konsequenzen, sollten sie damit handeln.

"Ich rauche nicht, aber ich verteidige euer Recht zu rauchen": JPM-Chef Jamie Dimon ist immer noch kein Bitcoin-Fan. Doch BTC ist bei der größten Bank der Welt angekommen.
Inzwischen ist der Ton deutlich differenzierter: 2025 erklärte Dimon, dass seine Bank Kunden den Kauf von Bitcoin ermöglichen werde. Seine persönliche Einschätzung blieb jedoch kritisch. Er verglich die Haltung dazu mit dem Rauchen: „Ich rauche nicht, aber ich verteidige dein Recht zu rauchen.“ Nun also prognostiziert die nach Marktkapitalisierung größte Bank der Welt, dass Bitcoin über die kommende Dekade sogar Aktien und Gold überflügeln soll. Aber es gibt einen Haken.
Der neue Bericht stammt von JPMorgan Asset Management, der Vermögensverwaltung des Bankkonzerns. Die Analysten setzen die erwartete jährliche Rendite von Bitcoin auf rund zehn Prozent. Damit liegt die Kryptowährung deutlich vor US-Aktien großer Unternehmen mit prognostizierten 7.5 Prozent und Gold mit 5.5 Prozent. Auch ein klassisches Portfolio aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen kommt mit erwarteten sieben Prozent nicht an Bitcoin heran.

Laut einem aktuellen Bericht von JPMorgan soll Bitcoin über die kommenden 10 bis 15 Jahre rund 10 Prozent p.a. zulegen. Doch die Prognose hat einen Haken.
Das Problem daran: JPMorgan veranschlagt die jährliche Schwankungsbreite von Bitcoin auf 55 Prozent, verglichen mit rund 17 Prozent bei Gold. Wegen dieser Volatilität kann der tatsächliche Anlageerfolg stark schwanken. Die Analysten rechnen im Durchschnitt einzelner Jahresrenditen sogar mit 20.9 Prozent, doch starke Kursbewegungen drücken den langfristigen Zinseszinseffekt auf die prognostizierten 10 Prozent.
Zudem bleibt Bitcoin vorerst aus den zentralen Modellen ausgeschlossen, mit denen JPMorgan bewertet, wie sich verschiedene Anlageklassen gemeinsam bewegen. Als Risiken nennt der Bericht volatile Korrelationen und Unsicherheiten bei Regulierung und Marktliquidität.
Bitcoin, aber sicher? BlackRocks neue ETF-Idee (und BTC-Expansion in Deutschland)
Auch BlackRock reagiert auf die Nachfrage nach Bitcoin-Anlagen, bei denen Anleger nicht das volle Verlustrisiko tragen möchten. Der weltgrößte Vermögensverwalter hat bei der US-Börsenaufsicht SEC einen neuen ETF namens iShares Bitcoin Managed Protection ETF mit dem Kürzel PBIT beantragt. Statt Bitcoin direkt zu halten, soll der Fonds über Optionen auf den bestehenden Bitcoin-ETF IBIT einen Teil möglicher Verluste abfedern. Der Preis dafür: Die Gewinne werden nach oben begrenzt. Einen vollständigen Kapitalschutz bietet die Strategie nicht.

Deutsche Sparkassen bieten Bitcoin und einige Altcoins zum Kauf an. Über die kommenden Monate kommen immer mehr Filialen dazu, doch das Misstrauen bleibt bestehen.
In Deutschland ist Bitcoin inzwischen ebenfalls näher am Alltag klassischer Bankkunden angekommen. Seit dem 19. Oktober können erste Kunden teilnehmender Sparkassen über ihre Banking-App Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und Polygon handeln. Das Angebot Krypto – powered by Deka wird von der DekaBank betrieben; mehr als 230 Sparkassen haben bereits Interesse signalisiert, das Angebot soll über die nächsten Monate geografisch ausgeweitet werden. Pro Kauf oder Verkauf fallen 0.99 Euro Gebühren zuzüglich Spread an. Die Kunden verwahren ihre Coins allerdings nicht selbst. Die Sparkassen warnen weiterhin vor hohen Risiken und möglichen Totalverlusten und empfehlen keine persönliche Krypto-Beratung.
Der Kryptomarkt selbst startet verhalten in den Mittwoch: Bitcoin notiert bei rund 83 000 US-Dollar, Ethereum verbessert sich leicht auf 2450 US-Dollar. Die BTC-Dominanz bleibt mit 60.6 Prozent hoch, während die gesamte Marktkapitalisierung seit Anfang Oktober von 2.91 auf 2.76 Billionen US-Dollar gefallen ist – ein Minus von 5.2 Prozent. Die US-Börsen starten solide: Der S&P 500 legt 0.28 Prozent auf 7712 Punkte zu, der Nasdaq-100 gibt 0.13 Prozent auf 29 490 Punkte nach. Ein leicht schwächerer Dollar bei 101.73 Punkten und zehnjährige US-Renditen von 5.11 Prozent stützen die Stimmung. Öl bleibt teuer: Brent kostet rund 111 US-Dollar, WTI knapp 99 US-Dollar je Barrel.
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FAQ: Bitcoin im Visier von JPM, BlackRock und der Sparkasse
Wie viel Rendite erwartet JPMorgan für Bitcoin?
J.P. Morgan Asset Management prognostiziert für Bitcoin eine durchschnittliche jährliche Rendite von 10 Prozent über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren. Damit liegt die Kryptowährung in den Modellannahmen vor US-Aktien großer Unternehmen mit 7.5 Prozent und Gold mit 5.5 Prozent. Die Zahlen sind langfristige Erwartungen und keine Garantie für tatsächliche Gewinne.
Warum bleibt JPMorgan trotz der Prognose skeptisch gegenüber Bitcoin?
Die Analysten schätzen die jährliche Volatilität von Bitcoin auf 55 Prozent. Starke Kursschwankungen können den langfristigen Anlageerfolg erheblich beeinflussen. Außerdem bewegen sich Bitcoin und andere Anlageklassen nicht zuverlässig in gleichbleibenden Mustern. Deshalb nimmt JPMorgan die Kryptowährung vorerst nicht in seine zentralen Portfoliomodelle auf.
Was ist BlackRocks neuer Bitcoin-ETF PBIT?
Der beantragte iShares Bitcoin Managed Protection ETF soll über Optionsstrategien auf den bestehenden Bitcoin-ETF IBIT einen Teil möglicher Verluste abfedern. Dafür wird das Gewinnpotenzial nach oben begrenzt. Der Fonds bietet keinen garantierten Kapitalschutz und ist bislang ein Antrag, kein bereits gestartetes Anlageprodukt.
Wie können Kunden bei den Sparkassen Bitcoin kaufen?
Kunden teilnehmender Sparkassen können seit dem 19. Oktober 2026 über die Sparkassen-App ein Krypto-Konto bei der DekaBank eröffnen. Zum Start sind Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und Polygon verfügbar. Pro Kauf oder Verkauf fallen 0.99 Euro Gebühren zuzüglich Spread an. Die Verwahrung übernimmt die DekaBank; eine direkte Selbstverwahrung über die eigene Wallet ist nach den vorliegenden Informationen nicht vorgesehen.




