Trumps Zolloffensive versetzt der Weltwirtschaft einen Schock
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Trumps Zolloffensive versetzt der Weltwirtschaft einen Schock

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Carlo Schmid

Am 1. August 2025 hat der frühere US-Präsident Donald Trump offiziell die nächste Stufe seiner Zollpolitik vorgestellt. Mit der Veröffentlichung der neuen Reziproken Zollsätze im Weißen Haus erhielten Unternehmen und Handelspartner erstmals konkrete Angaben zu den geplanten Abgaben, die bereits seit Monaten angedroht wurden.

Die Maßnahmen sehen Mindestzölle von zehn Prozent auf Importe aus den meisten Ländern vor, deutlich höhere Sätze gelten für Staaten mit Handelsüberschüssen gegenüber den USA. Besonders hart trifft es unter anderem die Schweiz mit einem Strafzoll von 39 Prozent und Kanada mit teilweise 35 Prozent.

Die Zölle sollen am 8. August 2025 in Kraft treten, eine Frist von sieben Tagen, die Unternehmen kaum Zeit zur Anpassung lässt. Während Trumps Administration die Maßnahmen als Schritt hin zu „fairerem Handel“ verteidigt, warnen Ökonomen und internationale Beobachter vor weitreichenden Folgen für die Weltwirtschaft.

Die neuen Zollsätze im Überblick

Die neue Zollstruktur sieht einen Mindestzoll von zehn Prozent für die meisten Länder vor. Staaten mit Handelsüberschüssen gegenüber den USA müssen teils deutlich höhere Abgaben zahlen. Besonders auffällig ist die Strafmaßnahme gegen die Schweiz mit einem Satz von 39 Prozent. Zukünftig sollen weitere Importgüter wie Pharmazeutika, Halbleiter und kritische Rohstoffe gezielt mit Sonderzöllen belegt werden. Auch eine zusätzliche 40-Prozent-Strafabgabe auf sogenannte Transshipment-Ware ist vorgesehen.

Der Begriff Transshipment-Ware bezieht sich auf Güter, die ursprünglich aus einem bestimmten Land stammen, aber über ein anderes Drittland in die USA weitergeleitet werden. Diese Praxis wird manchmal genutzt, um Ursprungsland-Regelungen oder Zölle zu umgehen. Auf Deutsch könnte man Umladeware dazu sagen.

Liste betroffener Länder und Zollsätze

Schweiz: 39 Prozent

Kanada: Bis zu 35 Prozent auf bestimmte Produkte

Mexiko: Frist von 90 Tagen, teilweise ausgenommen

EU: 15 Prozent

Japan: 15 Prozent

Südkorea: 15 Prozent

China: Vorerst keine neuen Zölle – Waffenstillstand

Alle anderen: mindestens zehn Prozent

Auswirkungen auf globale Märkte

Die unmittelbaren Marktreaktionen fielen verhalten aus. Asiatische Börsen verloren 0.7 Prozent, Europas Stoxx 600 mehr als ein Prozent, S&P-500-Futures rund ein Prozent. Auch der Kryptomarkt wurde in Mitleidenschaft gezogen: Bitcoin fiel zwischenzeitlich auf 114 000 Dollar zurück, Altcoins verloren deutlich stärker an Wert.

Doch Experten wie der ehemalige IWF-Chefökonom Raghuram Rajan warnen vor einem ernsthaften globalen Nachfrageschock. Viele Zentralbanken denken über Zinssenkungen nach. Bloomberg Economics rechnet mit einem Rückgang des US-BIP um 1.8 Prozentpunkte sowie einem Anstieg der Kerninflation um 1.1 Prozentpunkte über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren.

Der durchschnittliche Zollsatz der USA gegen andere Länder liegt jetzt bei 15.2 Prozent, verglichen mit 2.3 Prozent vor Trumps Amtsantritt. Da diesmal nahezu alle Handelspartner betroffen sind, ist eine Weitergabe der Kosten an US-Verbraucher laut Wirtschaftsexperten wahrscheinlich. Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück.

Neue 50-Prozent-Zölle auf Kupfer

Zusätzlich zu den neuen Zoll-Ankündigungen hat Trump am 30. Juli 2025 auch einen pauschalen Zollsatz von 50 Prozent auf alle Kupferimporte unterzeichnet. Der Schritt tritt am heutigen Freitag in Kraft und ließ die Kupferpreise direkt nach der Ankündigung am Mittwoch weltweit einbrechen, um bis zu 18 Prozent im nachbörslichen Handel.

Die Maßnahme soll laut Weißem Haus dazu beitragen, inländische Industrien zu stärken und Handelsungleichgewichte zu korrigieren. Da Kupfer in zahlreichen Branchen von Bau bis Elektronik eingesetzt wird, befürchten Experten jedoch deutlich steigende Materialkosten auch für US-Unternehmen. Der Kupferpreis kollabierte in den vergangenen Stunden um zwischenzeitlich rund 25 Prozent.

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Carlo Schmid

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