Zoll-Pause verlängert: USA und China setzen auf Dialog statt Strafzölle
Die USA und China haben bei Gesprächen in Stockholm eine Verlängerung ihres Zoll-Waffenstillstands um 90 Tage vereinbart. Vertreter beider Länder, darunter US-Finanzminister Scott Bessent und Chinas Vizepremier He Lifeng, lobten die Verhandlungen als vertrauensbildend. Ein endgültiger Beschluss zur Verlängerung soll laut US-Seite jedoch noch von Präsident Trump getroffen werden.
Hintergrund ist der schwelende Handelskonflikt zwischen den beiden Wirtschaftsmächten, bei dem Strafzölle von 24 Prozent beidseitig verhängt wurden. Die Gespräche in Schweden gelten als positives Signal, dass wirtschaftliche Differenzen durch direkte Konsultationen statt durch Konfrontation gelöst werden könnten. China betonte dabei, dass amerikanische Unternehmen von einer Öffnung des chinesischen Marktes profitieren könnten, wenn die USA im Gegenzug ihre Exportbeschränkungen lockern.
Flaute in Chinas Fabriken: Erste Risse trotz Zoll-Waffenstillstand
Chinas Industrieproduktion hat im Juli überraschend an Schwung verloren. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel auf 49.3 Punkte, ein Drei-Monats-Tief und unterhalb der Wachstumsschwelle von 50. Trotz eines laufenden Zoll-Waffenstillstands mit den USA bremsen schwache Inlandsnachfrage, Extremwetter und erste Anzeichen einer Exportflaute die Produktion. Der Aktienindex CSI 300 reagierte mit einem Rückgang von rund 1 Prozent.
Der PMI gilt als Frühindikator für die wirtschaftliche Lage. Ein Wert unter 50 signalisiert eine schrumpfende Industrie. Zwar hatte China im ersten Halbjahr von stabilen Exporten und Vorzieheffekten profitiert, doch nun schwächelt der Außenhandel: Die Zahl der verschifften Container sank zuletzt spürbar. Auch die Konsumstimmung ist gedämpft: Laut Notenbank-Umfrage beurteilen viele Haushalte ihre finanzielle Lage und den Arbeitsmarkt zunehmend negativ.
Öldruck steigt: Indien gerät wegen Russland-Importen unter Druck
Indiens Ölraffinerien haben sich plötzlich neuen Hürden gegenübergesehen: Die USA und die EU verschärfen ihren Kurs gegen russische Energieimporte, mit spürbaren Folgen. Präsident Trump kündigte einen 25-Prozent-Zoll auf indische Exporte an, weil das Land weiterhin russisches Öl und Waffen bezieht. Als Reaktion sichern sich Indiens staatliche Raffinerien nun eilig Alternativen aus dem Nahen Osten und Westafrika.
Indien importierte 2024 rund ein Drittel seines Öls aus Russland, trotz westlicher Sanktionen. Doch mit den jüngsten Strafmaßnahmen wird das zunehmend riskant. Zudem droht ein EU-Importverbot für indischen Diesel, wenn dieser aus russischem Rohöl hergestellt wurde. Indische Raffinerien fordern nun Klarheit von der Regierung, wie es weitergehen soll. Denn geopolitischer Druck und steigende Preise bringen ihre Versorgungssicherheit ins Wanken.
Gold glänzt wieder: Handelsunsicherheit treibt Anleger in sichere Häfen
Der Goldpreis ist am Mittwoch um 0.5 Prozent auf 2.337 US-Dollar pro Unze gestiegen, nachdem er zuvor auf ein Ein-Monats-Tief gefallen war. Auslöser war die wachsende Unsicherheit rund um den US-chinesischen Zoll-Waffenstillstand, dessen Zukunft aktuell offen ist. Anleger flüchteten aus Aktien und Anleihen in sichere Anlagen, allen voran in Gold.
Gold gilt als sogenannter sicherer Hafen, eine Wertanlage, die in Krisenzeiten als stabil angesehen wird. Je unsicherer die geopolitische Lage oder die Geldpolitik, desto mehr Kapital fließt typischerweise in Edelmetalle. Auch schwankende US-Zinserwartungen beeinflussen den Goldkurs: Steigen die Zinsen, wird Gold als zinsloses Investment weniger attraktiv, sinken sie oder bleiben sie unsicher, gewinnt es wieder an Reiz.
JD.com greift zu: MediaMarkt und Saturn sollen chinesisch werden
Der chinesische Online-Riese JD.com hat ein offizielles Übernahmeangebot für Ceconomy, die Mutter von MediaMarkt und Saturn, vorgelegt. Die Aktionäre sollen 4.60 Euro pro Aktie in bar erhalten, ein Aufschlag von 43 Prozent auf den Durchschnittskurs der letzten drei Monate. Die Gewerkschaft Verdi zeigt sich kritisch, weil Beschäftigte und Aufsichtsrat erst spät informiert wurden. JD.com verspricht hingegen Standortgarantie, Tarifbindung und keine Kündigungen für mindestens drei Jahre.
JD.com plant mit der Übernahme, in den europäischen Einzelhandel einzusteigen. Ceconomy leidet seit Jahren unter sinkenden Gewinnen, der Einstieg eines finanzstarken Partners soll frischen Schwung bringen. Die Beteiligung eines chinesischen Konzerns sorgt jedoch für Diskussionen über Mitbestimmung, Transparenz und die zukünftige strategische Ausrichtung. Branchenexperten sehen in dem Schritt einen möglichen Umbruch im stationären Technikhandel, mit Auswirkungen auf Preise, Sortiment und Digitalstrategie.







