Südkoreas Aktienmarkt ist VERRÜCKT! Sind seine zwei KI-Giganten jetzt ZU GÜNSTIG?
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Südkoreas Aktienmarkt ist VERRÜCKT! Sind seine zwei KI-Giganten jetzt ZU GÜNSTIG?

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Simeon Koch

Das Wichtigste in Kürze

  • Samsung meldet Rekordgewinn, doch Anleger verkaufen die Aktie trotzdem weiter.
  • SK Hynix treibt Milliarden-IPO voran und profitiert weiter vom KI-Boom.
  • KOSPI verliert 23 Prozent, Fundamentaldaten vieler KI-Konzerne bleiben stark.

Guten Morgen,

Südkoreas Aktienmarkt liefert derzeit eines der widersprüchlichsten Bilder weltweit. Während der Leitindex KOSPI nach seinem Rekordhoch binnen weniger Wochen in einen Bärenmarkt gerutscht ist, melden ausgerechnet die beiden wichtigsten KI-Profiteure des Landes historische Geschäftszahlen und treiben milliardenschwere Zukunftsprojekte voran. Warum also geraten Samsung und SK Hynix unter Druck – und könnte genau darin eine Chance liegen?

Stärker als Apple & Nvidia: Warum Samsung trotzdem schwächelt

Samsung Electronics erlebt operativ das stärkste Quartal seiner Unternehmensgeschichte. Der Konzern erwartet für das zweite Quartal einen operativen Gewinn von 89.4 Billionen Won (rund 58.4 Milliarden US-Dollar) – mehr als 19-mal so viel wie vor einem Jahr und höher als die Quartalsgewinne von Nvidia oder Apple. Der Umsatz soll auf 171 Billionen Won (rund 111.8 Milliarden US-Dollar) gestiegen sein und sich damit gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als verdoppelt haben. Trotzdem verlor die Aktie zeitweise mehr als zehn Prozent und schloss rund sieben Prozent im Minus.


Sind Samsung und SK Hynix unterbewertet? Die Zahlen schlagen so manchen US-Giganten, aber die Aktien wurden im KOSPI-Bärenmarkt abgestraft.


Der Grund liegt weniger in den Zahlen als in den Erwartungen. Nach einer Rallye von mehr als 500 Prozent innerhalb eines Jahres gilt Samsung inzwischen selbst als KI-Aktie. Anleger fürchten, dass die extrem hohen Preise für DRAM- und NAND-Speicherchips ihren Höhepunkt erreichen könnten und große US-Technologiekonzerne ihre Investitionen in KI-Rechenzentren künftig langsamer ausbauen. Gleichzeitig belasten milliardenschwere Investitionen in neue Chipfabriken und hohe Bonuszahlungen für Mitarbeiter kurzfristig die Margen.

Noch deutlicher zeigt sich der Optimismus langfristiger Investoren bei SK Hynix. Der Speicherchip-Spezialist, der Nvidia und Google mit High-Bandwidth-Memory (HBM) beliefert, bereitet eine der größten Börsenplatzierungen des Jahres in den USA vor. Das Unternehmen will 43 Billionen Won (rund 28 Milliarden US-Dollar) einsammeln und hat laut eigenen Angaben bereits milliardenschwere Kaufzusagen großer Investoren. Parallel plant das von Samsung und SK Hynix unterstützte KI-Start-up Rebellions seinen Börsengang im kommenden Jahr und setzt dabei ebenfalls auf den südkoreanischen KOSPI statt auf die USA – ein weiteres Signal für das Vertrauen in den heimischen KI-Sektor.

Sind Samsung und SK Hynix zu günstig?

Gerade diese Diskrepanz macht den südkoreanischen Markt derzeit so außergewöhnlich. Samsung wird an der Börse mit rund 1.75 Billionen US-Dollar bewertet, SK Hynix mit etwa 1.5 Billionen US-Dollar. Gemeinsam stehen beide Unternehmen damit für mehr als die Hälfte (!) der gesamten Marktkapitalisierung des rund 5.4 Billionen US-Dollar schweren südkoreanischen Aktienmarktes. Fällt der KI-Sektor, gerät der gesamte KOSPI automatisch unter Druck. Nach dem Rekordhoch von knapp 9400 Punkten Mitte Juni verlor der Index inzwischen rund 23 Prozent und erfüllt damit die klassische Definition eines Bärenmarktes.


Ist der KI-Trade in Südkorea über seinem Zenit? Oder ist der aktuelle Crash eine Chance? Die fundamentalen Daten spiegeln Stärke, die Messlatte liegt hoch.


Paradoxerweise spricht gleichzeitig vieles dafür, dass der KI-Boom keineswegs beendet ist. Speicherchippreise liegen weiterhin deutlich über dem Vorjahr, Samsung und SK Hynix investieren gemeinsam mit der südkoreanischen Regierung Hunderte Milliarden Dollar in neue Halbleiterkapazitäten, und internationale Investoren reißen sich um neue KI-Emissionen. Der Markt stellt deshalb inzwischen weniger die Nachfrage nach KI infrage als vielmehr die Bewertungen nach der historischen Rallye. Anders gesagt: Nicht die Fundamentaldaten haben sich drastisch verschlechtert – sondern die Messlatte für positive Überraschungen ist enorm gestiegen.

Südkorea federt zurück – Bitcoin und US-Aktien unter Iran-Druck

Die Nervosität bleibt an den Märkten spürbar. Der KOSPI notiert knapp unter 7250 Punkten und damit rund 23 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Juni. Samsung gewinnt am Donnerstagmorgen leicht um 0.45 Prozent hinzu, während SK Hynix nach den jüngsten Verlusten sogar um mehr als fünf Prozent zulegt. In den USA schloss der S&P 500 erneut knapp unter 7500 Punkten, während sich der Nasdaq-100 nach den geopolitischen Turbulenzen rund um den gescheiterten Iran-Friedensdeal und neuen US-Luftangriffen leicht auf 29 252 Punkte erholte.

Am Rohstoff- und Kryptomarkt bleibt das Bild gemischt. Bitcoin fiel wieder unter 63 000 Dollar zurück, während Ethereum sich bei rund 1750 Dollar stabilisiert. Der Ölpreis (WTI) liegt nach seiner jüngsten Erholung bei etwa 73 Dollar und bleibt angesichts der Lage im Nahen Osten erhöht. Gold gibt leicht auf rund 4 100 Dollar nach, Silber notiert bei etwa 59 Dollar je Unze. Insgesamt zeigt sich: Die Unsicherheit rund um den globalen KI-Boom und geopolitische Risiken sorgen kurzfristig für Schwankungen – die langfristigen Wachstumserwartungen scheinen bislang jedoch intakt zu sein.


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