Das Wichtigste in Kürze:
- Kevin Warsh kann zum reichsten Fed-Chef aller Zeiten aufsteigen.
- In Warshs Portfolio finden sich neben SpaceX auch Altcoins.
- Warsh ist Bitcoin-Unterstützer, aber nicht nur postiv für Krypto.
Im Mai endet die Amtszeit von Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Sein designierter Nachfolger ist der Trump-Vertraute Kevin Warsh, der bereits zwischen 2006 und 2011 im Fed-Direktorium saß und in der Finanzkrise 2008 wichtigster Verbindungsmann zwischen Fed-Spitze und Wallstreet war.
Warsh, zuletzt für die Stanford-Universität und diverse Vermögensverwalter tätig, würde zum reichsten Fed-Chef aller Zeiten, wenn der Senat ihn nach seiner Anhörung am 21. April bestätigt. Gestern legte er sein Anlage-Portfolio offen.
Reichster Fed-Chef aller Zeiten: So viel Geld hat Kevin Warsh
Kevin Warsh, von Donald Trump als neuer Fed-Chef nominiert, wird bei Amtsantritt im Mai (sofern der Senat seiner Nominierung zustimmt, was als Formalität gilt) zum wohlhabendsten Notenbankchef in der Geschichte der US-Notenbank aufsteigen. Seine Finanzoffenlegung vom gestrigen 14. April weist ein gemeinsames (Anlage-) Vermögen mit seiner Ehefrau von mindestens 192 Millionen US-Dollar aus.
Auf Warsh selbst entfallen davon zumindest 135 Millionen US-Dollar (bis zu rund 200 Millionen), wobei die große Bandbreite durch die üblichen Offenlegungsregeln zustande kommt. Aber auch seine Ehefrau muss sich finanziell nicht verstecken: Warsh ist mit Jane Lauder, Erbin des Estée-Lauder-Konzerns, verheiratet. Sie verfügt über ein Vermögen von zwei bis drei Milliarden US-Dollar.
Im Vergleich dazu wirkt selbst Jerome Powell, bislang einer der wohlhabendsten Fed-Chefs, fast schon wie ein kleines Licht. Powells zuletzt gemeldetes Vermögen lag zwischen 19 und 75 Millionen US-Dollar. Die Daten stammen aus gesetzlich vorgeschriebenen Erklärungen gegenüber der US-Regierung, die hochrangige Amtsträger und Kandidaten vor einer Bestätigung abgeben müssen.
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In diesen Erklärungen werden Vermögenswerte offengelegt, um mögliche Interessenkonflikte transparent zu machen. Der Senat nutzt sie, um über die Integrität von Kandidaten für Amtsbesetzungen zu urteilen. Besonders auffällig bei Warsh ist die Struktur seines Vermögens: Zwei Fondsbeteiligungen sind jeweils mit über 50 Millionen US-Dollar angegeben, ohne obere Grenze. Gleichzeitig bleiben viele Details zu den zugrunde liegenden Assets aufgrund von Vertraulichkeitsvereinbarungen verborgen.
Ein erheblicher Teil von Warshs Einkommen stammt aus Beratungsmandaten und Tätigkeiten im Finanzsektor. Besonders hervor sticht seine Zusammenarbeit mit dem berühmten Milliardär und Investor Stanley Druckenmiller. Neben klassischen Honoraren aus der Finanzbranche erzielt er zusätzliche Einnahmen aus akademischen und institutionellen Tätigkeiten, was seine starke Verankerung im Netzwerk der globalen Finanzelite unterstreicht.
Warshs wichtigsten Einnahmequellen des letzten Jahres im Überblick:
- 10.2 Millionen Dollar: Beratung für Duquesne (geführt von Stanley Druckenmiller)
- 1.55 Millionen Dollar: GoldenTree Asset Management (US-Vermögensverwalter)
- 750 000 Dollar: Cerberus Capital Management (Private-Equity-Gesellschaft)
- 750 000 Dollar: Brevan Howard (Hedgefonds-Verwaltungsgesellschaft)
- rund drei Millionen Dollar zusätzlich: Stanford und weitere Mandate
SpaceX, Polymarket & Bitwise: Das 100-Millionen-Portfolio von Kevin Warsh
Warshs Portfolio ist außergewöhnlich breit diversifiziert und umfasst laut Offenlegung rund 1800 Einzelpositionen. Neben klassischen Fondsinvestments hält er auch direkte Beteiligungen an Technologieunternehmen und Zukunftsprojekten. Dazu zählen unter anderem SpaceX sowie die Prognoseplattform Polymarket, die auf der Ethereum-Layer-2 Polygon läuft. Warsh investiert gezielt in Technologien mit potenziell disruptivem Charakter – auch im Kryptomarkt.
Ein großer Teil des Portfolios bleibt jedoch schwer durchschaubar. Rund zwei Dutzend Beteiligungen sind jeweils mit bis zu fünf Millionen US-Dollar bewertet, ohne nähere Angaben zu den zugrunde liegenden Assets. Noch bedeutender sind zwei Positionen im Healthcare-spezialisierten Juggernaut Fund (Private Equity), die jeweils mit über 50 Millionen US-Dollar angegeben sind, deren Inhalte jedoch geheim bleiben. Diese Intransparenz dürfte im Bestätigungsprozess politisch relevant werden.
Hinzu kommt, dass zahlreiche weitere Investments zwar genannt, aber nicht mit konkreten Werten beziffert werden. Viele dieser Beteiligungen scheinen sich auf Bereiche wie künstliche Intelligenz, Biotechnologie und Finanztechnologie zu konzentrieren. Warsh hat angekündigt, sich im Falle seiner Bestätigung von potenziell problematischen Beteiligungen zu trennen, um den strengen Ethikregeln der Federal Reserve zu entsprechen.
Zu den spannendsten bekannten Einzelinvestments zählen:
- SpaceX (Raumfahrt und Satelliteninfrastruktur)
- Polymarket (dezentrale Prognosemärkte)
- Cafe X (robotisierte Gastronomie)
- Cionic (medizinische Wearables)
- Contraline (biotechnologische Verhütungslösungen)
Bitcoin-Infra, Solana & Perp-DEX: Diese Altcoins hält der neue Fed-Chef
Ein besonders bemerkenswerter Teil von Warshs Portfolio ist seine breite Krypto-Exponierung. Die Offenlegung zeigt Beteiligungen an mindestens 20 Projekten aus dem Bereich Blockchain und Web3. Dabei investiert Warsh überwiegend indirekt über Venture-Fondsstrukturen, was auf einen langfristigen, technologiegetriebenen Investmentansatz hindeutet. Neben Infrastruktur-Entwicklern im Bitcoin-Lightning-Netzwerk setzt Warsh auch auf einzelne Kryptowährungen.
Unter den wichtigsten Positionen finden sich etablierte Blockchain-Netzwerke wie Solana sowie Skalierungslösungen wie Optimism auf Ethereum, die als technische Infrastruktur für das Krypto-Ökosystem dienen. Diese Projekte zielen darauf ab, Transaktionskosten zu senken und die Leistungsfähigkeit bestehender Systeme zu erhöhen.
Daneben hält Warsh Beteiligungen an experimentellen Projekten, insbesondere im Bereich dezentraler Finanzanwendungen. Diese ermöglichen etwa Kreditvergabe oder Derivatehandel ohne klassische Banken (dezentralisierte Trading-Plattformen wie dYdX oder Lighter). Ergänzt wird das Portfolio durch Infrastrukturprojekte ohne eigenen Token, die im Hintergrund wichtige Funktionen erfüllen, etwa im Zahlungsverkehr oder im NFT-Sektor.
Die interessantesten Krypto-Positionen im Überblick:
- Solana (schnelle Layer-1-Blockchain)
- Optimism (Ethereum-Skalierungslösung)
- Blast (Ethereum-Layer-2)
- dYdX (dezentrale Derivatebörse)
- Lightning Network (Bitcoin-Zahlungsinfrastruktur)
- Flashnet (Bitcoin-Payment-Startup)
- Dapper Labs (NFT-Infrastruktur)
"Bitcoin ist ein Wertspeicher": Bekommt die Fed einen Krypto-Maxi als Chef?
Kevin Warsh hat sich bereits lange vor seiner Nominierung öffentlich zu Bitcoin und Kryptowährungen geäußert. Er bezeichnete Bitcoin als potenziellen Wertspeicher, vergleichbar mit Gold, und sieht in der Kryptowährung ein Instrument, das politische Fehlentscheidungen sichtbar machen kann. Besonders prägnant ist seine Beschreibung von Bitcoin als eine Art „Polizist“ für die Geldpolitik, der Vertrauen und Fehlentwicklungen widerspiegelt.
Seine aktuellen Investments verleihen diesen Aussagen zusätzliche Glaubwürdigkeit. Die Finanzoffenlegung zeigt, dass Warsh nicht nur theoretisch Interesse an der Technologie hat, sondern aktiv Kapital in DeFi-Protokolle, Ethereum-Skalierungslösungen und Bitcoin-Infrastruktur investiert hat. Gleichzeitig betonte er, dass er es bedauere, das Bitcoin-Whitepaper nicht früher vollständig verstanden zu haben.
An den Finanzmärkten wird seine mögliche Ernennung daher kontrovers diskutiert. Einerseits könnte seine technologische Offenheit Innovationen fördern und regulatorische Klarheit schaffen. Andererseits gilt Warsh als eher restriktiv in geldpolitischen Fragen, was insbesondere für risikobehaftete Anlagen wie Kryptowährungen Gegenwind bedeuten könnte. Wichtige Aufschlüsse über seine Marschrichtung dürfte die offizielle Anhörung vor dem Senat am 21. April liefern.
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Wer ist Kevin Warsh?
Kevin Warsh ist ein ehemaliger Gouverneur der US-Notenbank Federal Reserve und aktueller Kandidat für das Amt des Fed-Chefs, nominiert von Donald Trump. Er ist zudem stark im Investment- und Beratungssektor tätig und mit der Milliardärsfamilie Lauder verheiratet, die hinter Estée Lauder steht. Seine Karriere verbindet Zentralbankpolitik, akademische Arbeit und private Finanzmärkte.
Wofür ist Kevin Warsh bekannt?
Warsh ist vor allem für seine Rolle während der Finanzkrise 2008 als Fed-Gouverneur bekannt, als er eng in geldpolitische Entscheidungen eingebunden war. Darüber hinaus gilt er als gut vernetzter Finanzexperte mit starken Verbindungen zu großen Investoren wie Stanley Druckenmiller. Aktuell steht er im Fokus, weil seine umfangreichen Krypto- und Tech-Investments in seiner Offenlegung bekannt wurden.
Wann kommt Kevin Warsh ins Amt?
Ob Kevin Warsh tatsächlich Fed-Chef wird, hängt von der Bestätigung durch den US-Senat ab. Die Anhörung im Senate Banking Committee ist für den 21. April 2026 angesetzt, eine endgültige Abstimmung im Senat steht noch aus. Erst nach erfolgreicher Bestätigung und Ablauf der Amtszeit von Jerome Powell könnte er das Amt übernehmen.
Was sind Kevin Warshs Ansichten zur Wirtschaft?
Warsh gilt als wirtschaftspolitisch eher „hawkish“, also tendenziell für restriktivere Geldpolitik und Fokus auf Inflationsbekämpfung. Gleichzeitig zeigt er Offenheit gegenüber neuen Technologien wie Kryptowährungen, die er als Signalgeber für wirtschaftliche Entwicklungen betrachtet. Er verbindet damit klassische Zentralbanklogik mit einer innovationsfreundlichen Sicht auf Finanzmärkte.


Noch ist Jerome Powell an der Spitze der Fed. Das wird sich im Mai ändern. Kevin Warsh wäre als sein Nachfolger der reichste Fed-Chef aller Zeiten.
Dicke Luft: Donald Trump (rechts; auf der Baustelle des neuen Fed-Gebäudes) will Powell (links) schon lange loswerden. Warsh ist sein Favorit.
Eine der spannendsten Positionen im Warshs Portoflio ist SpaceX. Die Raketenfirma von Elon Musk strebt 2026 einen der größten Börsengänge der Geschichte an.
Ist der neue Fed-Chef ein Bitcoin-Maxi? Mehrfach äußerte Warsh sich positiv über den Krypto-Marktführer und hat in BTC-Infrastruktur investiert.

