Hacker fälschen eine Milliarde DOT: Todesstoß für Polkadot?
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Hacker fälschen eine Milliarde DOT: Todesstoß für Polkadot?

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Simeon Koch

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hacker haben eine Milliarde Polkadot gefälscht und sofort verkauft
  • Ermöglicht wurde der Angriff durch eine fehlerhafte Ethereum-Brücke
  • Polkadot bleibt eine der beliebtesten Blockchains unter Entwicklern

Als hätte die Polkadot-Community in den letzten Jahren nicht schon genug gelitten, erschüttert nun ein Hack das preislich hart gebeutelte Altcoin-Projekt: Über ein Bridge-Protokoll generierten Hacker eine Milliarde (!) gefälschter DOT-Token auf Ethereum – bei einer Gesamtumlaufmenge von rund 1.7 Milliarden DOT ein existenzbedrohender Vorfall. Polkadot fiel in Richtung seines Allzeittiefs von Anfang Februar. Wir erklären, was da eigentlich passiert ist – und wie gefährlich der Hack für die Polkadot-Blockchain ist.

Polkadot-Hack: So wurde eine Milliarde Fake-DOT erschaffen

Die Polkadot-Angreifer haben eine Schwachstelle im sogenannten Hyperbridge-System auf Ethereum ausgenutzt. Ziel war nicht die eigentliche Polkadot-Blockchain, sondern die Verbindung zwischen Polkadot und Ethereum. Derartige Bridges ermöglichen es, Vermögenswerte zwischen verschiedenen Systemen zu übertragen und dort als Wrapped-Versionen nutzbar zu machen. Polkadot werden im Smart-Contract hinterlegt und als Kopien auf Ethereum ausgegeben.


Der Schock sitzt tief: Kurz nach dem Hack knickte DOT ein. Dabei ist die DOT-Chain gar nicht selbst betroffen.


Im konkreten Fall manipulierte der Angreifer die Nachrichtenverifizierung innerhalb der Bridge. Durch eine gefälschte, aber als gültig akzeptierte Cross-Chain-Nachricht verschaffte er sich administrative Kontrolle über den Smart Contract auf Ethereum. Diese Kontrolle erlaubte es ihm, die Regeln des Systems zu umgehen und eigenständig Token zu erzeugen.

Die kompromittierte Nachricht wurde nicht von Menschen geprüft, sondern von einem Smart Contract auf Ethereum, der automatisch entscheidet, ob eine Information aus einer anderen Blockchain gültig ist. Diese Prüflogik wurde ausgetrickst: Der Angreifer schleuste eine scheinbar legitime Nachricht ein. Der Smart Contract erkannte sie fälschlich als echt und führte sie aus, wodurch der Angreifer administrative Rechte erhielt und selbst neue Tokens erzeugen konnte.

In der Folge wurden rund eine Milliarde DOT-Token ohne reale Deckung geprägt. Diese existierten ausschließlich als gebridgte Version auf Ethereum, wurden jedoch in dortigen Liquiditätspools zunächst wie echte Tokens behandelt. Sie konnten also nicht auf die Polkadot-Blockchain übertragen, sondern lediglich auf dezentralen Ethereum-Börsen verkauft werden, deren begrenzte Liquidität (geringes Handelsvolumen von Wrapped DOT auf Ethereum) größere Schäden verhinderte.

Polkadot auf null? Deshalb verdiente der Hacker 'nur' 240 000 Dollar

Trotz des enormen Umfangs der erzeugten Tokens blieb der finanzielle Schaden vergleichsweise gering. Der Angreifer verkaufte die gesamte Menge in kurzer Zeit und erhielt dafür lediglich rund 108 ETH, was knapp 240 000 US-Dollar entspricht (obwohl eine Milliarde DOT aktuell knapp 1.2 Milliarden US-Dollar entspricht). Der Grund dafür lag in der extrem begrenzten Liquidität der entsprechenden Handelspaare auf Ethereum.


Die gefälschten Wrapped DOT wurden auf Ethereum liquidiert. Trotzdem fiel der native DOT-Coin in Richtung des Allzeittiefs von Anfang Februar.


Die große Menge an neu erzeugten DOT-Token traf auf einen Markt mit geringer Tiefe. Es gab zu wenig Käufer, um die gefälschten DOT aufzukaufen. Dadurch fiel der Preis der gebridgten DOT (wohlgemerkt: nur der Preis im begrenzten Wrapped DOT-Markt auf Ethereum, nicht der Preis der echten DOT) quasi auf null. Jeder weitere Verkauf drückte den Kurs weiter nach unten, sodass der Angreifer für den Großteil seiner Tokens nur noch Bruchteile eines Cents erhielt.

Der offizielle DOT-Preis blieb davon weitgehend unberührt, weil nur der begrenzte Handelspool auf Ethereum betroffen war. Der Vorfall führte dennoch zu Verunsicherung im gesamten Markt. Viele Anleger unterschieden nicht zwischen nativen DOT und der manipulierten Ethereum-Version, was dennoch Verkaufsdruck bei DOT erzeugte. Die allgemeine Schwäche im Kryptomarkt, unter anderem bei Bitcoin, verstärkte diesen Effekt.

Krypto-Börsen blockieren Polkadot: Was der Hack für DOT bedeutet

Als Reaktion auf die Ereignisse setzten große südkoreanische Börsen wie Upbit und Bithumb vorübergehend Ein- und Auszahlungen von DOT aus. Hintergrund war die geringe Liquidität sowie die Sorge vor erhöhter Volatilität. Ziel dieser (voraussichtlich temporären) Maßnahme war es, den Handel zu stabilisieren und Nutzer vor weiteren Risiken zu schützen.

Diese Entscheidung ist besonders relevant, da beide Plattformen eine zentrale Rolle im globalen Kryptomarkt spielen. Südkorea zählt zu den aktivsten Kryptomärkten weltweit, und insbesondere Upbit gehört regelmäßig zu den volumenstärksten Börsen überhaupt. Bewegungen auf diesen Plattformen haben daher oft direkte Auswirkungen auf die Preisbildung vieler Altcoins.


Polkadot-Statement nach dem Hack: "Polkadot ist sicher!"


Für Polkadot (DOT) bedeutet dies kurzfristig zusätzlichen Druck, aber keine fundamentale Schwächung. In einem Statement schrieb Polkadot selbst: „Polkadot, seine Parachains und native DOT-Coins bleiben sicher.“ Das Problem beschränke sich auf die Hyperbridge-Brücke, die laut Polkadot „pausiert wurde, während der Fall untersucht wird“.

Trotz dieser Turbulenzen bleibt Polkadot eine der führenden Blockchains, was Entwickler-Aktivität anbelangt. Zudem brachte Polkadot erst kürzlich sein erstes Halving hinter sich, wodurch die Ausgabe neuer DOT-Token künftig streng begrenzt wird. Dennoch bleibt DOT – genau wie alle anderen Altcoins – ein riskantes Investment. Unsere Preisprognose für die nächsten Monate und Jahre finden sich mit konkreten Zielzonen in unserem Altcoin-Analysepaket.

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Simeon Koch

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