Guten Morgen,
der April neigt sich dem Ende zu und während der fünfte Monat des Jahres immer näher kommt, rückt eine alte Börsenweisheit zurück ins Bewusstsein der Anleger: Sell in May and go away! Die Idee dahinter ist einfach: Im Sommer ist nicht viel los – die Sonne scheint, viele fahren in den Urlaub, die Ferien beginnen. Wer hat da schon Lust auf den Stress an der wuseligen Börse?
Wird das Sommerloch Bitcoin zum Verhängnis?
Genau das bezeichnet man landläufig als Sommerloch. Partizipation und Volumen am Finanzmarkt sind für gewöhnlich gering, Märkte stagnieren von Juni bis August gerne oder tendieren langsam abwärts. Dabei ist eine wichtige Daumenregel zu beachten: Je riskanter und volatiler eine Assetklasse, desto härter wird sie für gewöhnlich von Liquiditätsengpässen getroffen.
Bestes Beispiel Krypto: Bitcoin und Altcoins korrelieren eng mit der globalen Zentralbankliquidität und den Entwicklungen in der Bilanz der US-Notenbank Federal Reserve. Einfach gesprochen: Ist viel Geld im System, geht es Risiko-Assets gut. Prominente Beispiele sind die Quantitative-Easing-Programme 2017 oder 2021 (nach der Corona-Krise).
Umgekehrt gilt diese Daumenregel aber ebenso: Wird die Liquidität im System knapp – entweder langfristig durch straffe Geldpolitik oder kurzfristig durch ein Sommerloch –, kommen Kryptowährungen rasch in Schieflage. Wer erinnert sich noch an den schmerzhaften Bärenmarkt 2022, der mit dem aggressivsten Zinshebungszyklus der Fed einherging? Oder an das zähe Sommerloch 2024?
Altcoin-Blutbad: Die nächsten Monate entscheiden
Damals, also 2024, hatte Bitcoin gerade zum ersten Mal in seiner Geschichte ein neues Allzeithoch noch vor dem vierjährig wiederkehrenden Halving erreicht. Die Euphorie war groß, viele erwarteten eine ebenso rasche Fortsetzung des so zügig angelaufenen Bullenmarkts. Wie es an der Börse aber allzu häufig so ist, trat das genaue Gegenteil ein.
Bis Oktober durchlief Bitcoin eine schmerzhafte Seitwärtskonsolidierung, viele Altcoins verloren in der Zwischenzeit zwischen 50 und 80 Prozent an Wert. Ähnliches geschah in den vergangenen Monaten, als die Fed den Zinssenkungszyklus plötzlich pausierte – mit dem Unterschied, dass diesmal auch Bitcoin deutlich an Boden verlor und auf 60 000 Dollar crashte. Am gleichzeitigen Altcoin-Blutbad änderte sich nicht viel.
Was also, wenn in diesem Sommer wieder ein dickes Liquiditäts-Loch aufklafft? Ungewöhnlich wäre das nicht, dafür spricht nicht nur das berühmte Börsensprichwort vom Beginn. In drei der letzten fünf Jahre war der Mai für Bitcoin negativ. Besonders übel war das ausgerechnet das Bullrun-Jahr 2021, als BTC im Mai 35.3 Prozent verlor. 2022 und 2023 lief es mit -15.6 und -6.98 Prozent nicht viel besser.
Wird der Mai-Fluch gebrochen?
Es gibt aber durchaus Hoffnung für den (Krypto-) Markt. S&P 500 und Nasdaq-100 sind eben erst auf neue Allzeithochs geschnellt, das spricht zumindest aktuell (noch) nicht für nachlassende Kauffreude. Und zuletzt war der Sommer für Bitcoin auch alles andere als schmerzhaft: 2025 waren Mai, Juni und Juli durchgehend grün, 2024 enttäuschte nur der Juni mit -6.96 Prozent.
Und auch im Durchschnitt der letzten 13 Jahre kommt der Sommer nicht einschüchternd daher. Mai (+8.18 Prozent), Juli (+7.60 Prozent) und August (+1.12 Prozent) waren im Mittel positiv, einzig der Juni mit -0.14 Prozent zart rot. Dass das Sell-in-May-Sprichwort womöglich nicht mehr ganz zeitgemäß ist, zeigt auch seine Herkunft: Der Spruch stammt ursprünglich aus dem England des 18. Jahrhunderts, als die (Finanz-) Elite im Sommer die Stadt verließ.
HKCM-Tops und -Flops
Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent
| AMD | +13.91 |
Qualcomm | +11.82 |
Newmont Corp. | +8.68 |
Novo Nordisk | +5.37 |
CRISPR Therapeutics | -11.59 |
| Planet Labs | -7.44 |
Earnings
Verizon (erw. EPS: 1.21 USD)
Southern Copper (erw. EPS: 1.84 USD)
Etwas verpasst?
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HKCM-Signal
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