Drei Schwergewichte der internationalen Bankenwelt sondieren offenbar das Krypto-Terrain in den USA. Die Deutsche Bank, Standard Chartered und Morgan Stanley prüfen laut Medienberichten eine strategische Ausweitung ihrer Aktivitäten im Bereich digitaler Vermögenswerte und treiben damit den Wiedereinstieg traditioneller Finanzhäuser in den umkämpften US-Markt voran.
Während die Deutsche Bank und Standard Chartered ihre Krypto-Präsenz ausbauen wollen, plant Morgan Stanley, über seine Plattform E*Trade erstmals direkten Krypto-Handel für Privatkunden anzubieten. Nach der Zulassung der Bitcoin-ETFs im Januar wächst nun auch das Interesse an Blockchain-Technologie allgemein für die Nutzung im Bankensektor. Was dieser Kurswechsel für Kryptowährungen bedeutet? Alle Informationen jetzt im News-Artikel.
Die wichtigsten Infos des Artikels in der Übersicht:
• Morgan Stanley plant den Einstieg in den direkten Krypto-Handel für E*Trade-Kunden.
• Deutsche Bank und Standard Chartered wollen ihre Krypto-Aktivitäten in den USA ausbauen.
• Traditionelle Banken kehren nach dem FTX-Kollaps langsam in den Kryptomarkt zurück.
• Mehrere Krypto-Firmen streben US-Banklizenzen an, darunter Coinbase und Paxos.
• Anchorage Digital bleibt bisher einziger Anbieter mit US-Banklizenz, steht aber unter Beobachtung.
Morgan Stanley will Krypto verkaufen
Nach dem massiven Rückschlag durch den Zusammenbruch von FTX hatten sich nach dem letzten Bärenmarkt viele Banken aus dem Kryptomarkt zurückgezogen. Nun aber scheint das Interesse an Blockchain-Lösungen umso schneller zurückzukehren. Laut einem Bericht des Wall Street Journal, auf den sich mehrere Fachportale berufen, planen internationale Banken wie die
Deutsche Bank und die Londoner Investmentbank Standard Chartered, ihre Krypto-Präsenz in den Vereinigten Staaten deutlich auszubauen.
Auch Morgan Stanley, eine der größten Investmentbanken der Welt, plant Berichten zufolge, seinen Kunden über die Tochtergesellschaft E*Trade den direkten Kauf und Verkauf von Kryptowährungen zu ermöglichen. Der Handelsstart ist für das kommende Jahr angedacht. Damit will sich Morgan Stanley stärker im wachsenden Kryptomarkt positionieren, der durch die Deregulierung unter Präsident Donald Trump zusätzlichen Auftrieb erhält. Darüber, welche Kryptowährungen angeboten werden könnten, wird noch spekuliert.
Noch sei laut übereinstimmenden Medienberichten nicht bekannt, wie konkret die Vorhaben derzeit sind, doch das wachsende Interesse deutet auf eine neue Phase der Krypto-Adaption hin. Die Entwicklungen folgen auf eine Periode regulatorischer Unsicherheit und empfindlicher Imageverluste für die Branche, welche nun wieder Hoffnung auf Stabilität und institutionelles Engagement macht. Passend dazu wurde die Krypto-Abteilung der US-Börsenaufsicht SEC nach Donald Trumps Amtsantritt zu Beginn des Jahres umstrukturiert und wird nun von der kryptofreundlichen Kommissarin Hester Peirce geführt.
Bitcoin-ETF bei Wells Fargo und UBS
Aber nicht nur Morgan Stanley, die Deutsche Bank und Standard Chartered wollen einen Teil des Krypto-Kuchens. Auch Merrill Lynch, Wells Fargo und UBS haben angekündigt, ihren Kunden bis Ende 2025 Bitcoin-ETFs zugänglich zu machen. Das hat Matt Hougan, Chief Investment Officer (CIO) des Krypto-Vermögensverwalters Bitwise, erklärt. Bislang durften viele Finanzberater diese Fonds nicht aktiv anbieten, weil interne Risikorichtlinien der Banken sie daran hinderten.
Hougan erwartet, dass diese Zurückhaltung nun schrittweise verschwindet – und rechnet deshalb mit Rekordinvestitionen in Bitcoin-ETFs noch in diesem Jahr. Bitcoin-ETFs (engl. Exchange Traded Funds) ermöglichen es Anlegern, in Bitcoin zu investieren, ohne die Kryptowährung direkt kaufen zu müssen – ein Vorteil für viele klassische Investoren. Bisher galten Bitcoin-ETFs bei vielen Vermögensverwaltern und Banken als zu risikoreich für die breite Masse der Kunden. Die Lockerung der Richtlinien deutet darauf hin, dass Bitcoin als Anlageklasse zunehmend akzeptiert wird.
Coinbase und Circle wollen Banklizenz
Die Pläne der Banken stehen im Kontext einer sich wandelnden regulatorischen Landschaft und zunehmdem Interesse des Bankensektors an Kryptowährungen. Aber auch in der umgekehrten Richtung gibt es zusehends Bewegung. So haben laut Bericht auch bekannte Krypto-Firmen wie
BitGo, Circle, die führende US-Kryptobörse Coinbase und Paxos Interesse signalisiert, Banklizenzen zu beantragen, um ihre Position im regulierten Finanzsystem zu stärken.
Ein prominentes Beispiel ist Anchorage Digital, das derzeit als einzige Krypto-Plattform in den USA über eine Bundesbanklizenz verfügt. Diese hat das Unternehmen allerdings unter hohem Aufwand erhalten – und der Weg bleibt steinig. Laut dem Bericht soll das US-Heimatschutzministerium aktuell Untersuchungen gegen Anchorage eingeleitet haben – eine Information, die das Unternehmen als unbegründete Spekulation zurückweist.
Fazit: Banken wagen Krypto-Neustart
Die Annäherung traditioneller Banken an die Blockchain-Ökonomie markiert eine potenziell tiefgreifende Wende. Während sich viele Institute in den vergangenen Jahren eher skeptisch zeigten, nimmt der Druck zu, sich den technologischen Veränderungen zu öffnen. Vor allem der Wunsch nach neuen Einnahmequellen und einer stärkeren Marktpositionierung in einem zunehmend digitalisierten Finanzsystem spielt dabei eine Rolle. Der US-Markt bleibt dabei trotz regulatorischer Hürden hochattraktiv. Präsident Donald Trump hatte zuletzt erklärt, die USA zum Krypto-Marktführer der Welt machen zu wollen – ein Signal, das offenbar auch in Bankenzentralen gehört wird.
Noch ist unklar, wie schnell oder in welchem Umfang die Deutsche Bank und Standard Chartered ihre Pläne in den USA umsetzen werden. Auch bei Morgan Stanley bleibt abzuwarten, wann genau der Krypto-Handel über E*Trade startet und wie umfassend das Angebot gestaltet wird. Dennoch ist die Signalwirkung eindeutig: Große Banken schließen sich nicht länger aus dem Krypto-Markt aus, sondern positionieren sich für den nächsten Zyklus. Für die Branche könnte dies ein Wendepunkt sein – hin zu mehr institutioneller Akzeptanz, aber auch mehr Regulierung und Marktverantwortung.


Morgan Stanley und weitere global operierende Großbanken drängen in den Kryptomarkt. Regulatorische Klarheit kommt von der neuen Krypto-Abteilung der SEC.
Immer mehr Großbanken bieten Krypto-Investmentprodukte an. Bei UBS, Wells Fargo und Merrill Lynch kommen demnächst Bitcoin-ETFs ins Portfolio.

