KI-Hubs und Datencenter: Microsoft, Amazon und Google investieren in Übersee
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KI-Hubs und Datencenter: Microsoft, Amazon und Google investieren in Übersee

Microsoft hat am Dienstag angekündigt, in den nächsten zwei Jahren rund $2.9 Milliarden in seine Cloud- und KI-Infrastruktur in Japan zu investieren. Dabei handelt es sich um die größte Investition im ostasiatischen Land, die Microsoft in seiner bisherigen Unternehmensgeschichte getätigt hat. Sie folgt ähnlichen Microsoft-Initiativen der jüngsten Vergangenheit im Bereich der Künstlichen Intelligenz, wie einem neuen KI-Hub in London, dessen Pläne der Konzern diese Woche veröffentlichte. Weitere nordamerikanische Tech-Giganten haben kürzlich ähnliche Vorstöße in Länder außerhalb der USA unternommen. So investiert Amazons Cloud-Segment rund $5.3 Milliarden in Saudi-Arabien, Google baut für $1 Milliarde ein Rechenzentrum im Vereinigten Königreich. Der Wettlauf um die Vorherrschaft bei der digitalen Infrastruktur nimmt Fahrt auf.

"Das ist die bedeutendste Investition von Microsoft in Japan, seit wir uns 1978 hier niedergelassen haben", kommentierte Brad Smith, stellvertretender Vorsitzender von Microsoft, das neue Japan-Projekt. "Diese Investitionen in die digitale Infrastruktur, KI-Fähigkeiten, Cybersicherheit und KI-Forschung sind wesentliche Stützpfeiler für Japan, um eine robuste KI-Wirtschaft aufzubauen“. Konkret geht es bei der neuen Initiative darum, drei Millionen Menschen im Thema Künstlicher Intelligenz auszubilden und ein KI-Labor in Tokio einzurichten. Das Labor wird von Microsoft Research Asia auf die Beine gestellt. Sowohl der Universität Tokio als auch einem gemeinsamen Projekt der Keio University und der Carnegie Mellon University stellt Microsoft insgesamt $1.5 Milliarden Yen ($9.9 Millionen) zur Verfügung, um in den nächsten fünf Jahren Forschungsprojekte zu finanzieren. "Die Wettbewerbsfähigkeit jedes Teils der japanischen Wirtschaft wird von der Einführung von KI abhängen", sagte Smith und fügte hinzu, dass KI unerlässlich ist, um "das Produktivitätswachstum aufrechtzuerhalten, selbst wenn ein Land eine schrumpfende Bevölkerung hat" – wie es in Japan seit Jahren der Fall ist.

Microsofts KI-Pläne in Großbritannien und Deutschland

Die Nachricht über das neue Japan-Projekt kam einen Tag, nachdem Microsoft ähnliche Pläne in London angekündigt hatte. Der Konzern will in der britischen Metropole einen KI-Hub errichten, der sich auf Produktentwicklung und Forschung konzentrieren soll. Dabei dürfte es vor allem darum gehen, KI-Talente als Mitarbeiter zu gewinnen. Microsoft könnte versuchen, Experten von anderen KI-spezialisierten Unternehmen wie DeepMind oder OpenAI abzuwerben, um seine neue Abteilung zu besetzen. Geleitet wird die KI-Division von Mustafa Suleyman, einem in London geborenen Mitbegründer von Google DeepMind, den Microsoft im vergangenen Monat eingestellt hat. Suleyman verließ sein kürzlich gegründetes Unternehmen Inflection AI, um zu Microsoft zu wechseln, und nahm Dutzende Mitarbeiter mit.  Obwohl noch unklar ist, wie viele Arbeitsplätze das neue Londoner KI-Zentrum schaffen wird, fußt die Ankündigung auf Microsofts jüngster Zusage, 2.5 Milliarden Pfund (gut $3 Milliarden) in die Infrastruktur von Rechenzentren und die Verbesserung der KI-Fähigkeiten in Großbritannien zu investieren. Weitere milliardenschwere KI-Investitionen plant das wertvollste Börsen-Unternehmen der Welt in Frankreich und Deutschland. Über die nächsten zwei Jahre will Microsoft rund $3.3 Milliarden in die deutsche KI-Infrastruktur stecken. Deutschland gehört bei selbstlernenden Algorithmen schon jetzt zu den europäischen Vorreitern und ist zweitwichtigster Entwickler von KI-Anwendungen des Kontinents.

Big Tech auf globalem Expansionskurs

Microsofts Tech-Konkurrenz verfolgt derzeit eine ähnliche Strategie der globalen Expansion aufgrund der zunehmenden Adaption von KI-Technologien. So kündigte Amazons Cloud-Segment AWS (Amazon Web Service) im März eine Investition von über $5.3 Milliarden in mehrere Datencenter in Saudi-Arabien an. Die neue Cloud-Region wird es den Kunden ermöglichen, Inhalte sicher zu speichern und Cloud-Prozesse auszuführen, während sie gleichzeitig eine höhere Geschwindigkeit für ihre Nutzer bietet. Letzten Monat hat der Leiter des saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (kurz: PIF) das Königreich mit Verweis auf seine Energieressourcen und Finanzierungskapazitäten als potenzielles Zentrum für KI-Aktivitäten außerhalb der Vereinigten Staaten angepriesen. Die Arabische Halbinsel ist zuletzt verstärkt in den Fokus von KI-Pionieren geraten: Im März wurde bekannt, dass OpenAI-Geschäftsführer Sam Altman auf Billionen-Investments aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hofft, um im Nahen Osten neue Chipfabriken zu bauen.

Der KI-Rivale Google investierte bereits im Januar etwa $1 Milliarde in ein Datencenter in Großbritannien. Die britische Regierung, die sich für Investitionen von Unternehmen einsetzt, um neue Infrastrukturen zu finanzieren, insbesondere in Wachstumsbranchen wie Technologie und Künstliche Intelligenz, bezeichnete die Investition von Google damals als "großes Vertrauensvotum" für die dort ansässige Tech-Branche: "Die Investition von Google in Höhe von $1 Milliarde ist ein Beweis dafür, dass das Vereinigte Königreich ein Exzellenzzentrum für Technologie ist und über ein enormes Wachstumspotenzial verfügt", so Premierminister Rishi Sunak. "Dieses neue Rechenzentrum wird dazu beitragen, die wachsende Nachfrage nach unseren KI- und Cloud-Diensten zu bedienen und Unternehmen in ganz Großbritannien wichtige Rechenkapazitäten zur Verfügung zu stellen, während gleichzeitig Arbeitsplätze im Baugewerbe und in der Technik geschaffen werden", sagte Ruth Porat, Chief Financial Officer von Alphabet, in einem offiziellen Google-Statement.

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