HKCM-Wochenrückblick: Russland handelt mit Kryptos, PayPal hebt ab, Intel kündigt 15 000 Mitarbeiter
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HKCM-Wochenrückblick: Russland handelt mit Kryptos, PayPal hebt ab, Intel kündigt 15 000 Mitarbeiter

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Florian Winter

Es ist Freitag und wir lassen eine spannende Handelswoche hinter uns. Was in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Wochenrückblick an.

Montag ­– Russland setzt Kryptowährungen für internationalen Handel ein

Die russische Regierung verabschiedete in der vergangenen Woche ein Gesetz, das Unternehmen die Möglichkeit eröffnet, internationalen Handel mit Kryptowährungen zu treiben. Ziel ist es wohl, westliche Sanktionen zu umgehen, die im Zuge des Ukrainekriegs verhängt wurden. Durch die Sanktionen kam es Russland zufolge zu erheblichen Verzögerungen im Zahlungsverkehr mit Ländern wie China und Indien. Laut der russischen Zentralbank führte dies zu einem Rückgang der Importe um acht Prozent im zweiten Quartal 2024. Das neue Gesetz, das im September in Kraft treten soll, soll diese Probleme lindern. Die ersten Transaktionen mit Kryptowährungen sind noch für dieses Jahr geplant, der Vorsitzende des staatlichen Finanzmarktausschusses Anatoli Aksakow spricht von einer „historischen Entscheidung im Finanzbereich“. Interessanterweise bleiben Zahlungen mit Kryptowährungen innerhalb Russlands indes weiterhin verboten. Weitere Details zum Gesetz, das offenbar auch den Mining-Prozess von Kryptowährungen regeln soll, sind bisher nicht bekannt. Sie möchten ebenfalls in den Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Solana und Co. einsteigen? Dann können wir Ihnen unsere beiden Krypto-Produkte – das Bitcoin/Ethereum- sowie das Altcoin-Paket – ans Herz legen.

Dienstag – PayPal mit starken Zahlen: Aktie zieht an

Der nordamerikanische Bezahldienstleister PayPal hat am Dienstag starke Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal vorgelegt und in diesem Rahmen die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um über ein Drittel auf $1.19, während der Nettoerlös um acht Prozent auf knapp $7.9 Milliarden zulegte. Unterm Strich verbuchte PayPal einen Gewinn von $1.1 Milliarden, was einem Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Angesichts der positiven Entwicklung hat PayPal nun auch seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie soll 2024 im niedrigen bis mittleren Zehner-Prozent-Bereich zulegen, statt wie zuvor angenommen im mittleren bis hohen einstelligen Bereich. Inklusive aller Effekte wird ein Wert zwischen $3.88 und $3.98 erwartet, prognostiziert waren bisher $3.65. Getriggert von den guten Zahlen legte die Aktie in den Folgetagen in der Spitze bereits um über 14 Prozent zu. Just am 26. Juli erreichte das PayPal-Papier übrigens unsere aktuelle Long-Zielzone – wir analysieren den Titel im Rahmen unseres TECH33-Aktienpakets –, entsprechend konnten unsere Abonnenten hier einen äußerst lukrativen Trade eingehen.

Mittwoch – neuer CEO: Bringt Kelly Ortberg Boeing wieder auf Kurs?

© Daniel Acker/Bloomberg/Getty Images

Kehrt nun endlich wieder Ruhe ein beim nordamerikanischen Flugzeugbauer Boeing? Nach Monaten voller Pleiten, Pech und Pannen, in denen sich der Luft- und Raumfahrtkonzern unter anderem im Zusammenhang mit den beiden 737-MAX-Abstürzen aus den Jahren 2018 und 2019 schuldig bekannte, hochrangige Mitarbeiter rund um den ehemaligen CEO Dave Calhoun ihren Abschied ankündigten und das Unternehmen zunehmend vom großen Rivalen Airbus abgehängt wurde, soll nun Kelly Ortberg als neuer Mann an der Spitze Boeing wieder in ruhigere respektive erfolgreichere Gefilde navigieren. Der 64-Jährige verfügt über große Erfahrung im Luft- und Raumfahrtsektor, unter anderem fungierte er bereits als CEO des nordamerikanischen Unternehmens Rockwell Collins. Dennoch startet der neue Chef am 8. August natürlich mit einer ordentlichen Hypothek, die sich auch in den jüngsten Quartalszahlen widerspiegelt: So sackten die Auslieferungen in der Verkehrsflugzeugsparte um 32 Prozent ab, konzernweit ging der Umsatz infolgedessen um 15 Prozent auf rund $16.9 Milliarden zurück und es wurde ein Verlust in Höhe von $1.44 Milliarden erwirtschaftet.

Donnerstag – Gewinn deutlich rückläufig: VW und BMW präsentieren Zahlen

Automobilproduzenten weltweit haben aktuell ordentlich zu kämpfen. Und da sind natürlich auch die deutschen Unternehmen keine Ausnahme. Am Donnerstag öffneten Volkswagen und BMW ihre Bücher und präsentierten die Zahlen zum zweiten Quartal – und diese fielen bei beiden Autobauern nicht unbedingt berauschend aus: Beim bayerischen BMW-Konzern ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0.7 Prozent auf 36.9€ Milliarden zurück. Der Nettogewinn brach indes gar um fast neun Prozent ein, lag dieser doch bei lediglich 2.7€ Milliarden. BMW setzte zwischen April und Juni 618 743 Fahrzeuge ab, was einem Minus von 1.3 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Schlecht lief es für BMW vor allen Dingen in China, wo die Auslieferungen im ersten Halbjahr um vier Prozent absackten. Beim Volkswagenkonzern blieben im zweiten Quartal 2024 unterm Strich 3.6€ Milliarden stehen und somit 4.2 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dementgegen konnte VW den Umsatz den Prognosen entsprechend um 4.1 Prozent auf 83.3€ Milliarden nach oben schrauben. Dennoch macht auch Volkswagen das schwächelnde China-Geschäft zu schaffen – und dies dürfte sich nach den von der EU erhobenen Strafzöllen auf chinesische E-Autos auch nicht so schnell ändern. So ist davon auszugehen, dass China dies nicht unbeantwortet lässt.

Freitag – Intel: 15 000 Mitarbeiter müssen die Koffer packen

Um „die finanzielle Stabilität wieder herzustellen“, wird der nordamerikanische Halbleiterproduzent Intel einen drastischen Stellenabbau in die Wege leiten. Insgesamt sollen bis zu 15 000 Arbeitsplätze gestrichen werden, was in etwa 15 Prozent der rund 116 500 umfassenden Gesamtbelegschaft entspricht. Zudem sollen die Investitionen um 20 Prozent gekürzt und die Dividende gestrichen werden. Laut CEO Pat Gelsinger möchte man zwar „im Laufe der Zeit wieder eine wettbewerbsfähige Dividende“ ausschütten, derzeit müsse man sich aber „auf die Bilanz und den Schuldenabbau“ konzentrieren. Im kommenden Jahr sollen planmäßig mehr als $10 Milliarden eingespart werden. Die jüngsten finanziellen Probleme werden zum einem mit Produktionsschwierigkeiten bei den neuen Meteor Lake-Prozessoren begründet. Zudem investierten Kunden vermehrt in KI-Chips von Konkurrenten wie Nvidia, was zu einem Umsatzrückgang von drei Prozent in Intels Data-Center-Bereich führte. Der Gesamtumsatz des Unternehmens sank im zweiten Quartal im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um ein Prozent auf $12.8 Milliarden, erwartet worden waren $12.9 Milliarden. Der Gewinn pro Aktie fiel auf $0.02 und lag somit deutlich unter den prognostizierten $0.10. Für das dritte Quartal rechnet Intel mit einem Umsatz von $12.5 bis $13.5 Milliarden und einem Verlust von $0.03 Cent je Anteilsschein. Wie es mit der geplanten Giga-Factory in Magdeburg in Anbetracht der jüngsten Entwicklungen weitergeht, bleibt abzuwarten. Laut Gelsinger verfolge man aber weiterhin die Strategie, die Produktionskapazitäten in den USA und in der EU auszubauen. Derweil sackte die Intel-Aktie nach Bekanntgabe der Einsparungspläne vorbörslich um über 20 Prozent ab.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Florian Winter

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