HKCM-Newsflash: Inflation in den USA niedriger, EU-Strafzölle gegen China
#Global Markets

HKCM-Newsflash: Inflation in den USA niedriger, EU-Strafzölle gegen China

Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.

 

Inflation in den USA sinkt überraschend 

Nach 3.4 Prozent Teuerung im April ist die Inflationsrate in den Vereinigten Staaten überraschend auf 3.3 Prozent gefallen. Diese Information kam vor wenigen Minuten vom Arbeitsministerium. Die leicht rückläufigen Inflationszahlen sorgten für Erleichterung an den Aktienmärkten, Experten hatten mit gleichbleibenden Werten bei Consumer Price Index (CPI) gerechnet. Heute Abend steht dann noch die Zinsentscheidung der Notenbank Federal Reserve (kurz Fed) an. Die Marktteilnehmer rechnen damit, dass der Leitzins unverändert in der Spanne zwischen 5.25 Prozent bis 5.50 Prozent bleibt. Allerdings werden die Prognosen der Notenbank zum künftigen Zinskurs mit Spannung erwartet. Viele Anleger gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr noch senken wird. Unklar ist jedoch, wann sie damit beginnt und wie forsch sie dabei vorgeht. Laut Experten könnte die Fed heute nur noch zwei Zinssenkungen für 2024 prognostizieren, statt der im März erwarteten drei. Alle Augen sind auf Fed-Chef Jerome Powell und seine Pressekonferenz am späten Abend gerichtet.

EU will Strafzölle auf chinesische E-Autos erheben

Die Europäische Kommission wird den Autoherstellern heute mitteilen, dass sie ab nächstem Monat zusätzliche Zölle von bis zu 25 Prozent auf importierte Elektrofahrzeuge aus China erheben wird. Das geht aus einem Bericht der Financial Times hervor. Konkret betroffen sind chinesische Unternehmen wie BYD und Geely, aber auch westliche Autohersteller wie Tesla, die Autos aus China nach Europa exportieren. Die Kommission erklärte, chinesische Elektroautos würden zu stark staatlich subventioniert und hätten dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Kommissionschefin Ursula von der Leyen warf der chinesischen Regierung vor, mit Überkapazitäten Autos zu produzieren, die zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt geworfen würden. Kurz vor der öffentlichen Ankündigung der Zölle hatte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums die EU-Entscheider kritisiert. Zölle auf Elektroautos würden gegen internationale Handelsregeln verstoßen und „letztlich den Interessen Europas schaden“. Wie die chinesische Regierung konkret reagieren wird, ist noch unklar.

 

Fusionieren UBS und Credit Suisse in der Schweiz?

Die Fusion der Schweizer Einheiten von UBS und Credit Suisse könnte bereits am 1. Juli vollzogen werden. Das teilte Sabine Keller-Busse, Präsidentin der UBS Schweiz, am Dienstag mit. Dies betreffe aber vorerst vor allem die Mitarbeiter, die dann bereits intern zusammenarbeiten könnten. “Für die Kundinnen und Kunden der Credit Suisse ändert sich vorerst nur die rechtliche Gegenpartei. Sie haben weiterhin ihre Debitkarten, Hypotheken oder Anlageprodukte der Credit Suisse, solange die IT-Systeme noch funktionieren.” Bis Silvester 2025 sollen alle Systeme auf jene der UBS umgestellt sein und überflüssige Filialen geschlossen werden. Für prominentere Kunden wie große Family Offices oder Großunternehmen beginnt die Migration bereits in diesem Jahr. Die Schweizer Bank hatte im vergangenen Jahr ihren ehemaligen Konkurrenten Credit Suisse nach dessen Zusammenbruch übernommen. Seither verfügt die Schweiz nur noch über eine einzige globale Bank, deren Bilanzsumme rund doppelt so hoch ist wie die jährliche Wirtschaftsleistung des Landes.

Daten-Missbrauch? Milliarden-Klage gegen Amazon

Ein britischer Handelsverband hat in London eine Sammelklage gegen den Onlinehändler Amazon eingereicht. 35.000 Händler werden vertreten und der Schaden soll sich auf fast $1.5 Milliarden belaufen. Der Vorwurf: Amazon biete über seine E-Commerce Plattform unabhängigen Drittanbietern den Verkauf von neuen oder gebrauchten Produkten an. Weil Amazon sowohl die Plattform anbietet als auch selbst als Händler in Erscheinung tritt, wird der Verdacht laut, dass sich das Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft haben könnte. Händlerdaten sollen unrechtmäßig dafür genutzt worden sein, die eigenen Preise festzulegen und beliebte Artikel ins eigene Produktportfolio aufzunehmen. Die EU-Kommission hatte schon 2019 Ermittlungen gegen Amazon geführt, damals wegen ähnlicher Verdachtsfälle. Dieses Verfahren wurde im Dezember 2022 eingestellt, aber Amazon willigte ein, sein Geschäftsgebaren zu ändern und die Daten der Händler besser zu schützen. Sollte sich herausstellen, dass Amazon gegen diese Zusagen verstoßen hat, könnte dem Versandhaus eine Strafzahlung in Höhe von zehn Prozent des Jahresumsatzes drohen. Der lag zuletzt bei mehr als einer halben Billion Dollar. 

 

Restrukturierung und Stellenabbau bei SAP

Durch Restrukturierungsmaßnahmen bei SAP sollen weltweit 8000 Stellen abgebaut werden, davon 2600 in Deutschland. Die deutschen Mitarbeiter sollen aber nicht durch betriebsbedingte Kündigungen das Unternehmen verlassen, sondern durch finanzielle Anreize. Dafür wurden zwei Ausstiegsprogramme entwickelt, zwischen denen die Mitarbeiter wählen können. Zur Wahl steht eine Abfindung oder eine Vorruhestandsregelung. Bis Ende Mai sollen sich bereits über 5000 Interessierte gemeldet haben, wobei die Vorruhestandsregelung etwas besser ankommen soll. 2.2€ Milliarden hat SAP für die Restrukturierung zurückgestellt, ein Großteil der bestehenden Arbeitsplätze soll nicht einfach entfallen, sondern erhalten bleiben und umgewidmet werden. Das Unternehmen möchte sich in Wachstumsbereichen wie KI breiter und effizienter positionieren, auch Neueinstellungen sind geplant. Darüber hinaus ist der Softwareentwickler darauf bedacht, kritisches Knowhow in den eigenen Reihen zu behalten.

 

Nvidia-Aktiensplit ist durch!

Chipriese und KI-Wunderkind Nvidia (NVDA) hat am 7. Juni 2024 einen Aktiensplit im Verhältnis 1:10 durchgeführt. Für jede gehaltene Aktie erhielten Anleger nach Handelsschluss neun weitere Nvidia-Anteilsscheine in ihr Depot gebucht.  Seit Montag wird der Nvidia-Kurs dann auf Basis des durch 10 geteilten Aktienkurses gehandelt. Mit dem Aktiensplit will Nvidia den zuletzt vierstelligen Aktienkurs von über $1200 wieder attraktiver für Kleinanleger machen. Der Split ist nicht nur eine rein optische Maßnahme zur Kurspflege, sondern könnte zudem die Liquidität im Handel des Wertpapiers steigern. Die Marktkapitalisierung bleibt beim Split unverändert. Allein 2024 haben die Papiere vom Grafikkartenhersteller dank des KI-Hypes über 144% an Wert zugelegt. Zwischenzeitlich überholte Nvidia mit einer Bewertung von knapp $3 Billionen sogar Apple als zweitwertvollstes Unternehmen der Welt. Aktuell komplettiert Nvidia mit Microsoft und Apple die Top-3 und hat eine größere Kapitalisierung als alle DAX-Unternehmen zusammen.

Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.