Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.
Varta prellt Anleger, Porsche schlägt zu 
Der Stuttgarter Sportwagenherrsteller Porsche greift dem angeschlagenen Batteriekonzern Varta mit 30€ Millionen unter die Arme. Mit den Gläubigern und Investoren wurde ein Sanierungskonzept beschlossen, das einen Schuldenschnitt und den Abschied von der Börse vorsieht. Die involvierten Banken sollen auf 285€ Millionen Schulden verzichten und auch die bisherigen Aktionäre verlieren ihre Anteile ohne Entschädigung. So soll das Unternehmen einerseits entschuldet und andererseits mit frischem Kapital versorgt werden. Das Sanierungskonzept soll die Finanzierung bis 2027 sichern und beinhaltet auch einen moderaten Stellenabbau, allen voran in der Verwaltung. Neben Porsche gibt es mit dem Großaktionär Michael Tojner einen weiteren Helfer. Die Gesellschaft MT InvestCo, die von Tojner geführt wird, soll gemeinsam mit Porsche neuer Varta-Eigentümer werden. Darüber hinaus plant Porsche, Vartas Tochtergesellschaft V4Drive Battery mehrheitlich zu übernehmen. Bisher produziert diese Lithium-Ionen-Rundzellen für die Hybrid-Antriebe von Porschemodellen. Durch diese Übernahme könnten synergetische Effekte erzielt werden, die es dem Autobauer ermöglichen sowohl kostengünstiger als auch innovativer produzieren und entwickeln zu können. Das neue Porsche-Werk, was derzeit im bayerischen Nördlingen gebaut wird, soll auch von V4Drive Battery genutzt werden.
US-Börse zieht Anträge für Solana ETF zurück
Die Chicago Board Options Exchange (CBOE) hat auf Anraten der nordamerikanischen Börsenaufsicht SEC die für einen Solana-ETF erforderlichen 19b-4-Anträge zurückgezogen. Diese Anträge sind notwendig, damit die CBOE einen ETF an ihrer Börse listen kann. Insider der Nachrichtenplattform The Block berichteten, dass bereits vor einigen Tagen Gerüchte aufkamen, wonach der SEC-Vorsitzende Gary Gensler die Streichung der Solana-ETF-Anträge veranlasst habe. Die Anträge verschwanden kurz darauf ohne ersichtlichen Grund von der Website der CBOE. Laut den Informationen von The Block gab es Gespräche zwischen der SEC und potenziellen Emittenten des Solana ETFs. Dabei äußerte die Behörde Bedenken hinsichtlich des Status von Solana als Wertpapier. Die Genehmigung eines Solana ETFs erfordert sowohl das Einreichen von 19b-4-Formularen durch die Börse als auch von S-1 Registrierungserklärungen durch die Emittenten. Die Asset-Manager VanEck und 21Shares hatten vor wenigen Monaten die erforderlichen S-1 Registrierungserklärungen eingereicht. Ob der Solana ETF nun endgültig verworfen wird, bleibt unklar.
AMD attackiert Nvidia mit Milliarden-Übernahme
Der US-amerikanische Chiphersteller AMD hat die Übernahme von ZT Systems, einem führenden Serverhersteller, für $4.9 Milliarden angekündigt. Der Deal soll zu 75 Prozent in bar und zu 25 Prozent in Aktien abgewickelt werden und ist Teil von AMDs Strategie, sich im Markt für Spezialprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) besser zu positionieren. AMD-CEO Lisa Su (eine Cousine von Nvidia-CEO Jensen Huang) betont, dass KI für das Unternehmen höchste Priorität habe. Geplant ist der Verkauf des Servergeschäfts von ZT Systems, um sich stärker auf den GPU-Markt (Graphics Processor Unit, dt. Grafikprozessor) zu konzentrieren und den Rückstand zu Nvidia (aktuell teuerstes Unternehmen der Welt und Chiphersteller) aufzuholen, das derzeit rund 80 Prozent des KI-Prozessorenmarktes kontrolliert. AMD hat bereits mehrere KI-Spezialisten, darunter das finnische Unternehmen Silo AI, übernommen, um seine Software-Kompetenz auszubauen. ZT Systems soll bis Ende 2025 positiv zur Bilanz von AMD beitragen. Nach Bekanntgabe der Übernahme stieg der Aktienkurs von AMD um 1.5 Prozent.
Schafft Europa wieder den Anschluss?
Vor wenigen Stunden erfolgte der erste Spatenstich für das neue Halbleiterwerk der European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) in Dresden. Vor Ort betonte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Bedeutung Europas als Innovationszentrum. Auch der größte Chip-Hersteller der Welt, TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company), kooperiert hier mit führenden europäischen Unternehmen. Dadurch sollen 11 000 neue Arbeitsplätze geschaffen, Lieferketten verbessert und der Zugang zu neuen Technologien erleichtert werden. Von der Leyen bezeichnete dies als eine Win-Win-Situation, bei der TSMC wiederum von einer Expansion nach Europa profitiere und dadurch einen besseren Zugang zur europäischen Automobilindustrie und dem Binnenmarkt bekomme. Die Ansiedlung des Werkes wird durch das europäische Chip-Gesetz unterstützt, was nationale Beihilfen in Höhe von 5€ Milliarden ermöglicht. Gelingt es der Region, ein Cluster von Hochschulen, Unternehmen und Start-ups zu bilden, könnten so weitere Investitionssummen angelockt und technologische Entwicklungen forciert werden. Allen voran könnte aber auch der Abstand zu führenden Technologienationen verringert werden, wodurch sich für Deutschland internationale Abhängigkeiten reduzieren könnten.
Walmart verkauft JD.com-Anteil
Walmart hat seinen gesamten Anteil am chinesischen E-Commerce-Unternehmen JD.com verkauft. Am oberen Ende der angebotenen Preisspanne würde der Verkauf einen Wert von $3.74 Milliarden Dollar erreichen, sagte eine Quelle der Nachrichtenagentur Reuters. Walmart beendet damit sein achtjähriges Investment in JD.com – nach eigenen Angaben, weil man sich nun auf das eigene Chinageschäft konzentrieren wolle. Die Zusammenarbeit mit dem chinesischen E-Commerce-Riesen soll aber fortgesetzt werden. JD.com verlor mit Walmart seinen größten Anteilseigner, zeigte sich aber ebenfalls an einer zukünftigen Zusammenarbeit interessiert. Das Unternehmen gab letzte Woche einen unerwartet hohen Gewinn für das zweite Quartal bekannt, was auf seine Niedrigpreispolitik zurückzuführen ist. Der chinesische Einzelhandelsmarkt leidet jedoch unter einem anhaltenden Rückgang des Verbrauchervertrauens, der durch einen Abschwung auf dem Immobilienmarkt und Sorgen um Beschäftigung und Einkommen ausgelöst wurde.
Kupfer-Dump wegen Investoren-Flucht?
Der Kupfermarkt erlebt derzeit eine Flucht von Investoren, was physischen Händlern neue Chancen eröffnet. Der Kupferpreis, der Anfang des Jahres auf über $11 100 pro Tonne an der London Metal Exchange (LME) gestiegen war, ist inzwischen um fast 20 Prozent gefallen. Grund dafür sind schwache Nachfrage, insbesondere aus China und ein zunehmendes Überangebot. Analysten wie Alice Fox vom australischen Finanzdienstleister Macquarie erwarten, dass der Markt in den kommenden Jahren weiterhin von Überkapazitäten geprägt sein wird. Trotz kurzfristiger Preisrückgänge könnte die langfristige Nachfrage jedoch durch den Übergang zu erneuerbaren Energien steigen, die einen starken Bedarf am schimmernden Industriemetall haben. In China, dem weltweit größten Kupferverbraucher (über 52% des globalen Bedarfs), belasten der schwache Immobilienmarkt und eine stagnierende Produktion in der Industrie die Kupfernachfrage. Analysten gehen davon aus, dass der Markt in den kommenden Jahren weiterhin von einem Überangebot geprägt sein wird – es sei denn, es kommt zu einem signifikanten Anstieg der globalen Nachfrage, wie etwa durch den globalen Übergang zu nachhaltiger Energie, deren Technologie auf Industriemetalle wie Kupfer und Silber angewiesen ist.
Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!






