Das Wichtigste in Kürze
- Druckenmiller verkauft Micron und Intel und setzt stärker auf KI-Infrastruktur.
- Seine überraschende Krypto-Wette bietet indirekte Beteiligung an einem Altcoin-Ökosystem.
- Der legendäre Investor erhöht zudem seine Amazon-Position um mehr als 1000 Prozent.
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Stanley Druckenmiller gehört zu den legendärsten Investoren der Wall Street: 30 Jahre lang erzielte sein Fonds im Schnitt rund 30 Prozent Rendite – ohne ein einziges Verlustjahr. Berühmt wurde der heute 73-Jährige zudem als Strippenzieher hinter dem Angriff auf das britische Pfund 1992, der die Bank of England beinahe kollabieren ließ. Nun sorgt sein jüngstes Portfolio-Update für Aufsehen: Er verkauft mehrere Chip-Aktien und setzt zugleich auf eine überraschende Verbindung von künstlicher Intelligenz und Krypto.
30 Jahre ohne Verlust: Druckenmiller verkauft Nvidia & Co für diese(n) KI-Titel
Druckenmiller gründete 1981 den Fonds Duquesne Capital und baute sich über Jahrzehnte einen Ruf als kompromissloser Makro-Investor auf. 1992 erkannte er, dass Großbritannien das Pfund kaum dauerhaft im europäischen Wechselkursverbund halten konnte. Der Fonds erhöhte seine Wette gegen die Währung massiv – und am Ende musste die Bank of England kapitulieren und ihre Währung aus dem Wechselkursverband nehmen. Druckenmiller soll dabei eine Milliardensumme mit seinen Shorts verdient haben.
Stanley Druckenmiller ist einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten. Er kam früh zu der Erkenntnis, das Zentralbankpolitik und Liquidität die Aktienmärkte stark beeinflusst.
Druckenmillers Bilanz blieb außergewöhnlich: Von 1981 bis 2010 erzielte Duquesne im Schnitt rund 30 Prozent pro Jahr, ohne ein Verlustjahr. 2010 schloss Druckenmiller den Fonds für externe Anleger und führt seitdem sein Vermögen über das Duquesne Family Office. Dabei hat er auch gezeigt, dass selbst ein Investmentprofi mit außergewöhnlicher Erfolgsbilanz falsch liegen kann: Während der Dotcom-Blase verlor er nach einem zu späten Wiedereinstieg Milliarden.
Im zweiten Quartal 2026 drehte Druckenmiller nun erneut kräftig am Portfolio. Duquesne verkaufte seine kompletten Positionen in Micron, Intel und Broadcom sowie weitere Chipwerte. Gleichzeitig stieg das ausgewiesene Portfolio von rund 3.4 auf 5.2 Milliarden Dollar. Statt auf die Hersteller der KI-Chips zu setzen, verschob Druckenmiller Kapital zunehmend zu Unternehmen, die die Rechenzentren, Stromkapazitäten und digitale Infrastruktur für den KI-Boom bereitstellen.
Besonders deutlich wird das bei seinen neuen und aufgestockten Positionen: Bei Amazon erhöhte Duquesne die Beteiligung um mehr als das Zehnfache auf 541 600 Aktien, zudem wurden die Kaufoptionen auf die Aktie mehr als verdoppelt. Neu hinzu kam Alphabet (ähnlich wie schon bei Warren Buffetts Berkshire Hathaway). Gleichzeitig kaufte Druckenmiller unter anderem AMD und Lam Research. Bei den Infrastrukturwerten stieg er bei den neuerdings KI-lastigen Bitcoin-Minern Bitdeer, Riot Platforms und Hut 8 ein beziehungsweise stockte auf. Auch seinen früheren Nvidia-Ausstieg bezeichnete er rückblickend als Fehler.
Altcoin-HYPE? Druckenmillers überraschender Krypto-Trade
Die wohl ungewöhnlichste Position taucht allerdings erst bei genauerem Blick auf die 13F-Meldung auf: Duquesne hielt zum 30. Juni 2.94 Millionen Aktien von Hyperliquid Strategies, damals rund 23.2 Millionen Dollar wert. Das Unternehmen ist selbst kein klassisches Krypto-Projekt, sondern ein börsennotiertes Unternehmen, das HYPE-Token kauft und staked. Druckenmiller investiert damit indirekt in Hyperliquid (HYPE) – den Altcoin, der hinter einer der bedeutendsten On-Chain-Handelsplattformen steht.
Druckenmiller ist mal wieder dick im Plus. Kürzlich verkaufte er Micron, Intel und weitere Chipwerte, während KI-Infrastruktur, Bitcoin-Miner und Hyperliquid Strategies dazukamen.
Hyperliquid ist vor allem für den Handel mit sogenannten Perpetuals bekannt, also Terminkontrakten ohne festes Ablaufdatum. Die Plattform verarbeitet hohe Handelsvolumina und erzielt erhebliche Gebühren. Gleichzeitig baut das Netzwerk sein Angebot aus: Mit neuen Funktionen können unter anderem Märkte für Aktien, Rohstoffe und andere reale Vermögenswerte sowie Prognosemärkte auf der Blockchain abgebildet werden. Trader können direkt über Krypto-Wallets handeln, der HYPE-Token erreichte trotz des breiten Krypto-Abverkaufs im Juni ein neues Allzeithoch.
Doch Vorsicht bei vorschneller Euphorie: Druckenmiller investiert nicht direkt in HYPE, sondern in Aktien von Hyperliquid Strategies – deren Kurs sich vom Wert der gehaltenen Token deutlich entfernen kann. Zweitens stammt die Information aus einer 13F-Meldung und zeigt lediglich den Bestand zum Quartalsende. Ob die Position heute noch besteht oder wie Druckenmiller sie bewertet, ist daraus nicht ersichtlich. Und auch seine legendäre Erfolgsbilanz schützt nicht vor Fehlentscheidungen, wie seine Fehler in der Dotcom-Bubble gezeigt haben, als Druckenmiller nahe am Top nochmal groß einstieg und viel verlor.
An den Märkten zeigte sich zur Wochenmitte ein gemischtes Bild. Der S&P 500 rutschte am Dienstag leicht ins Minus und schloss bei 7691 Punkten, vorbörslich lag der Index am Mittwoch wieder über 7700. Der Nasdaq-100 fiel auf 29 490 Punkte und kämpfte sich im Futures-Handel zurück über 29 500. Bitcoin stagniert bei knapp 64 300 Dollar, nachdem die Rallye in Richtung 65 000 Dollar weitgehend abverkauft wurde. Ethereum hält sich mit gut 1900 Dollar etwas robuster. Für Druck sorgt der WTI-Ölpreis nahe 85 Dollar, nachdem Donald Trump ein Bild veröffentlichte, das die Straße von Hormus als US-Territorium darstellt, worauf der Iran mit neuen Drohungen reagierte.
HKCM-Gewinner und -Verlierer
Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent
| Xiaomi | +5.04 |
| Spotify | +4.83 |
| Intuit | +4.41 |
| Keel Infrastructure | -16.18 |
| Baidu | -12.73 |
| Hut 8 | -8.23 |
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