Das Softwareunternehmen Adobe Inc. hatte große Pläne: Für sage und schreibe $20 Milliarden wollte der Tech-Konzern das in der kalifornischen Küstenmetropole San Francisco ansässige Designplattform-Unternehmen Figma übernehmen und somit einen der umfangreichsten Software-Start-up-Deals überhaupt realisieren. Bereits seit Beginn der Verhandlungen äußerten jedoch die Regulationsbehörden – und zwar sowohl die in den USA als auch die in der EU und in Großbritannien – Bedenken hinsichtlich des Vorgangs. So merkten die Wettbewerbshüter unter anderem an, dass ebensolche Akquisitionen im Technologiesektor, in deren Rahmen aufstrebende Konkurrenten oftmals kurzerhand geschluckt werden, die Macht marktbeherrschender Unternehmen zu groß werden lassen.
Das Adobe-Management um CEO Shantanu Narayen ließ nun just am Montag verlauten, dass man trotz intensiver Gespräche „keinen klaren Weg“ für eine kartellrechtliche Genehmigung für die Übernahme des cloudbasierten Software-Start-ups gefunden habe. Beide beteiligten Unternehmen seien zwar „mit den jüngsten Erkenntnissen der Regulierungsbehörden überhaupt nicht einverstanden“, man sei aber der Meinung, dass es in Anbetracht der Umstände im Interesse aller liegt, „unabhängig [voneinander weiter] voranzukommen.“ Und weiter: „Während Adobe und Figma die gemeinsame Vision hatten, die Zukunft von Kreativität und Produktivität neu zu definieren, sind wir weiterhin gut positioniert, um unsere enormen Marktchancen und unsere Mission, die Welt durch personalisierte digitale Erlebnisse zu verändern, zu nutzen“. Adobe sieht sich nun nicht nur mit einem gescheiterten Deal konfrontiert, der nordamerikanische Softwarekonzern muss darüber hinaus auch eine Vertragsstrafe in Höhe von $1 Milliarde an Figma zahlen.
Das Tech-Start-up Figma konnte sein Team im vergangenen Jahr von 800 auf 1300 Mitarbeiter erweitern und wird voraussichtlich seinen jährlichen Umsatz in diesem Jahr um 40 Prozent auf über $600 Millionen steigern können. Das Unternehmen verzeichnete darüber hinaus einen positiven Cashflow. So wie auch Adobe, hat Figma vom jüngsten Hype um generative Künstliche Intelligenz profitiert.
So steht’s um die Adobe-Aktie
Übrigens: Auf die Figma-Softwareprodukte greifen zahlreiche Big Player des Technologiesektors zurück, unter anderem der Fahrdienstleister Uber und die Kryptobörse Coinbase. Beide zählen, wie auch Adobe, zu unserem TECH33-Aktienpaket. Um Ihnen nochmals mehr Mehrwert zu bieten, möchten wir Ihnen abschließend noch einen kleinen Einblick in unsere aktuelle Analyse zum Kursverlauf des Adobe-Anteilsscheins gewähren: Wir gehen bei diesem Titel primär davon aus, dass er seit November 2021 eine umfangreiche Korrekturbewegung abarbeitet. Die über 100%igen Anstiege seit dem Tief vom September 2022 betrachten wir entsprechend als korrektiv und erwarten demnach vorrangig mittelfristig deutlich niedrigere Preise. Für unsere Kunden haben wir für den korrektiven Boden auch bereits eine handelbare Zielzone auf den Chart gebracht.




