Erfolgreiche Unternehmen: der operative Cashflow
#Finanzbildung

Erfolgreiche Unternehmen: der operative Cashflow

Author

Patrick May

Bevor wir ein Lebensmittel kaufen, prüfen wir – im besten Falle zumindest – die Inhalts- und Zusatzstoffe. Schließlich gilt die Devise: Du bist, was du isst. Auch unser Geld ist es wert, in Unternehmen investiert zu werden, welche über eine transparente und vielversprechende Zutatenliste verfügen. In unserem Exempel ersetzen wir jedoch die Kohlenhydrate und das Fett durch die Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens. Als HKCM konzentrieren wir uns auf die Chartanalyse nach der Methodik der Elliott-Wellen-Theorie. Insofern gehen wir davon aus, dass in den Kursen der verschiedenen Wertpapiere bereits alle fundamentalen Faktoren eingepreist sind beziehungsweise das Chartbild lediglich kurzfristig davon beeinflusst wird. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem monetäre, volkswirtschaftliche oder auch unternehmensspezifische Entwicklungen. Gerade in Zeiten steigender Kosten für Strom und Gas sowie anhaltender Probleme mit Lieferketten wird es zunehmend relevanter, sich auch mit fundamentalen Kennzahlen eines Unternehmens auseinanderzusetzen – wie mit Kennzahlen zur Zahlungsfähigkeit.

Abgrenzung 

Spricht man allgemein vom Cashflow, dient dieser zur Analyse der Ertragskraft, der Verschuldungsfähigkeit, der Rentabilität und der Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens. Je höher der erwirtschaftete Cashflow ist, desto mehr Schulden können getilgt werden. Ein negativer Cashflow wiederum stellt ein erstes Warnsignal dar. Im Nachfolgenden geht es jedoch um die betriebswirtschaftliche Kennzahl des operativen Cashflows. Wichtig hierbei ist, dass dieser nur einen Teil der Bewertung eines Unternehmens ausmacht. Betrachtet werden sollte also stets das gesamte Cashflow-Statement, die Gewinn- und Verlustrechnung und auch die Bilanz. Das Cashflow-Statement wird auch oft als Kapitalflussrechnung betitelt. Der operative Cashflow nimmt dabei die erste Berechnungsebene dessen ein. Ergänzt wird dieser durch die Finanzierungstätigkeit und die Investitionstätigkeit. Dabei wird jedoch nicht das gesamte Kapital eines Unternehmens betrachtet, sondern lediglich die liquiden Mittel.

Aussagekraft 

Der Cashflow aus operativer Tätigkeit ist ein Indikator dafür, wie liquide ein Unternehmen ist. Es beantwortet entsprechen die Frage, ob ein Betrieb über ausreichend Mittel verfügt, um seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Einfach ausgedrückt, zeigt jener an, wie viel Cash mit dem gewöhnlichen Geschäftsalltag verdient wurde. Ist keine dauerhafte Liquidität gegeben und kann diese auch nicht kurzfristig wieder aufgebracht werden, gilt ein Unternehmen als insolvent. Was nicht berücksichtigt wird, sind Rückstellungen und Abschreibungen, also nicht zahlungswirksame Vorgänge.

Bedeutung für Unternehmen

Gerade im Controlling handelt es sich um eine hochbedeutsame Kennzahl. Wer heutzutage wettbewerbsfähig bleiben will, kommt um die Darlegung ausreichend vorhandener Liquidität nicht herum. Um Investitionen zu tätigen, muss zuerst geprüft werden, ob das Unternehmen überhaupt über ausreichend Geld verfügt. Zu den operativen Erträgen und Ausgaben zählen beispielsweise Zinsen, Steuern, Löhne und Gehälter, Kundenzahlungen oder auch die Produktionskosten.

Fazit

Besonders geeignet ist die Kennzahl für die Analyse, da diese weniger abstrakt und somit weniger anfälliger für Manipulationen ist. Da die Berechnung immer rückwirkend erfolgt, muss berücksichtigt werden, dass sich Unternehmenskennzahlen schnell ändern können. Allein der operative Cashflow eignet sich nicht dazu, zuverlässige Aussagen zu treffen, weshalb er immer in Kombination zu anderen Kennzahlen betrachtet werden sollte. Auch ein Vergleich zwischen Unternehmen derselben Branche ist ratsam. Die Berechnung erfolgt dabei je nach Größe des Unternehmens zumeist monatlich oder quartalsweise. In jedem Fall ist die Kennzahl eine gute Ergänzung und ermöglicht Aussagen über den Erfolg und die Stabilität des Unternehmens in Bezug auf das gewöhnliche Geschäft.

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Patrick May

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