DAX-Quartalszahlen Überblick: Siemens, Telekom, Rheinmetall, Henkel und Merck
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DAX-Quartalszahlen Überblick: Siemens, Telekom, Rheinmetall, Henkel und Merck

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Carlo Schmid

Siemens glänzt mit Quartalszahlen – Aktie steigt 

Siemens hat im dritten Quartal 2025 deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Der Gewinn je Aktie lag mit 2.93 Euro rund 11 Prozent über der Prognose, der Umsatz erreichte 19.38 Milliarden Euro. Auch das industrielle Geschäft überzeugte mit 2.8 Milliarden Euro Gewinn bei einer Marge von 14.9 Prozent. Die Aktie reagierte prompt und stieg um knapp drei Prozent.

Hinter dem Erfolg stehen laut eigenen Aussagen ein starkes Auftragswachstum (+28 Prozent), strategische Zukäufe in den Bereichen Software und KI sowie ein robuster Free Cashflow von drei Milliarden Euro. Siemens will den Fokus auf Digitalisierung und KI weiter ausbauen. Risiken sieht das Unternehmen in geopolitischen Spannungen und globalen Lieferketten. Trotzdem rechnet der Konzern mit einem starken Jahresabschluss und hält an seiner Prognose fest.  Siemens erwartet, dass der bereinigte Umsatz im gesamten Geschäftsjahr 2025 drei bis sieben Prozent höher liegt als im Geschäftsjahr 2024.

Telekom-Aktie rutscht ab – trotz robuster US-Tochter

Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal 2025 einen Umsatz von 28.7 Milliarden Euro erzielt, knapp unter der Prognose von 28.76 Milliarden. Die Aktie reagierte prompt und verlor 3.08 Prozent auf 31.16 Euro. Gleichzeitig konnte der Konzern sein bereinigtes Betriebsergebnis (EBITDA) um 1.7 Prozent auf 11 Milliarden Euro steigern. Besonders T-Mobile US überzeugte mit einem Plus von 6.1 Prozent beim Dienstleistungsumsatz.

Die Telekom steht unter Wettbewerbsdruck, punktet aber mit Innovationskraft und Effizienz. Der Glasfaserausbau in Deutschland bleibt teuer, doch CEO Tim Höttges hält daran fest. Die Prognose für das Gesamtjahr bleibt ehrgeizig: über 45 Milliarden Euro EBITDA und ein starker Fokus auf Digitalisierung.

Q2 Rheinmetall: Aktie rutscht ab trotz voller Auftragsbücher 

Rheinmetall hat im zweiten Quartal 2025 seinen Umsatz zwar um neun Prozent auf 2.43 Milliarden Euro gesteigert, blieb aber hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Die operative Marge schrumpfte auf 11.3 Prozent, der Auftragseingang fiel um 77 Prozent. Laut Unternehmen selbst eine Folge verzögerter Auftragsvergaben in Deutschland. Die Aktie verlor daraufhin über sechs Prozent an Wert. Auch die Papiere der Rüstungszulieferer Renk und Hensoldt gerieten deutlich unter Druck.

Trotz des Rückschlags bleibt der Ausblick optimistisch: Der Auftragsbestand erreichte mit 63.2 Milliarden Euro einen neuen Rekord. CEO Armin Papperger erwartet im vierten Quartal eine starke Nachfrage, insbesondere von der Bundeswehr. Belastend wirkten zudem hohe Lagerkosten und ein negativer Free Cashflow von -911 Millionen Euro. Die Jahresprognose bis zu 12.7 Milliarden Euro Umsatz bleibt bestehen.

Henkel überrascht mit starkem Quartal – Aktie legt deutlich zu

Henkel hat im zweiten Quartal 2025 besser abgeschnitten als erwartet: Der Konzern steigerte seine operative Marge auf 13.2 Prozent und hob die Jahresprognose an. Die Aktie legte nach Bekanntgabe der Zahlen um über drei Prozent zu. Der Umsatz stagnierte zwar bei rund 5.4 Milliarden Euro, doch innovative Produkte in der Klebstoffsparte und Kostendisziplin trieben das Ergebnis.

Henkel profitierte laut eigenen Aussagen vor allem vom Geschäft mit Industrieklebstoffen und einem besseren Mix im Konsumbereich. Analysten zeigten sich positiv überrascht. Der Konzern erwartet nun ein bereinigtes Ergebniswachstum von 15 bis 25 Prozent. Henkel begründet die guten Zahlen unter anderem mit erfolgreichen Innovationen im Klebstoffsegment sowie Fortschritten bei der Effizienz in der Consumer-Sparte.

Schwacher Dollar, schwaches Quartal: Merck enttäuscht

Merck hat im zweiten Quartal 2025 deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verzeichnet. Grund dafür sind vor allem ungünstige Wechselkurse. Der Umsatz sank um knapp zwei Prozent auf 5.26 Milliarden Euro, auch das operative Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück. Besonders schwach schnitt die Elektroniksparte ab. Trotzdem hält Konzernchefin Belen Garijo an einem moderaten Wachstumskurs fest und präzisierte die Jahresprognose nach unten. Das organische EBITDA-Wachstum soll nun bei vier bis acht Prozent liegen (zuvor: zwei bis sieben Prozent).

Hintergrund des Quartalsrückgangs ist vor allem die Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Euro, die sich negativ auf den Auslandserlös auswirkt. Analysten wie Richard Vosser von JPMorgan sehen in der schwachen Performance der Elektroniksparte, inklusive Rückstellungen von 60 Millionen Euro, einen zentralen Belastungsfaktor. Trotz der enttäuschenden Zahlen zeigt sich der Markt optimistisch: Die Sparten Healthcare und Life Science entwickeln sich laut Konzernaussagen stabil, was für die kommenden Quartale Hoffnung macht.

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Carlo Schmid

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