Bye, bye Riester: Neue Vorsorge mit ETFs bessert Rente und Wissen auf
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Bye, bye Riester: Neue Vorsorge mit ETFs bessert Rente und Wissen auf

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Igor Hirsch

Das Wichtigste in Kürze:

  • Neue Förderung erhöht Renditechancen für Sparer deutlich.
  • ETF-Fokus stärkt langfristigen Vermögensaufbau für die Altersvorsorge.
  • Mehr Bürger erhalten Zugang zum Kapitalmarkt und eignen sich Börsenwissen an.

Hallo, neue Aktienrente

Die Riester-Rente steht seit Jahren in der Kritik, da hohe Kosten, komplexe Vertragsstrukturen und begrenzte Renditen ihre Attraktivität mindern. Zudem führte die Garantie der eingezahlten Beiträge dazu, dass viele Anbieter konservativ investieren mussten, was langfristig die Ertragschancen deutlich reduzierte. Zugewinne kamen zu einem großen Teil aus der staatlichen Förderung. Der Spuk hat bald eine Ende.

Die neue Aktienrente nach dem Altersvorsorgereformgesetz der Bundesregierung könnte eine markante Wende für deutsche Sparer, ETF-Anbieter und Neobroker darstellen. Der Kapitalmarkt wird mit ihr stärker in die private Vorsorge integriert. Dies eröffnet Sparern langfristige Renditechancen bei der Schließung der Rentenlücke der Gesetzlichen Rentenversicherung. Das durchschnittliches Rentenniveau lag 2025 in Deutschland nämlich gerade bei rund 48 Prozent des Gehalts. Selbst im Rentenbescheid steht, dass man privat Vorsorgen sollte! Insgesamt entsteht mit der neuen Aktienrente ein System, das stärker auf Wachstum als auf Garantien ausgerichtet ist.


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Im Gegensatz zur Riester-Rente entfällt nämlich die obligatorische Garantie auf die eingezahlten Beiträge und der teure Versicherungsmantel, wodurch ein größerer Anteil in renditestarke Anlagen wie ETFs fließen kann. Der Treiber liegt dann nicht in der staatlichen Förderung, sondern viel stärker in der Kapitalmarktpartizipation, da langfristige Aktienrenditen historisch über klassischen Sparprodukten wie Lebensversicherungen liegen. Kritisch bleibt jedoch die höhere Schwankungsanfälligkeit, die kurzfristig zu Wertverlusten führen kann. Wer lange Ansparzeiten hat, muss die sogenannten Volatilität aber kaum fürchten, da der breite Aktienmarkt bisher langfristig immer gestiegen ist.

Aktienrente: Vorteile gegenüber Riester

Die neue Förderung setzt zudem gezielt auf Einfachheit und höhere Zuschüsse. Während die Riester-Rente durch Komplexität und geringe Renditen an Attraktivität verlor, kombiniert die neue Lösung staatliche Förderung mit flexibleren Anlageoptionen.

Wie sieht das konkret aus? Sparer können ab 2027 bis zu 540 Euro jährlich an staatlicher Grundzulage erreichen. Es gibt 50 Cent Grundzulage pro eingezahltem Euro bis 360 Euro Jahresbeitrag, danach 25 Cent bis insgesamt 1800 Euro. Hinzu kommt eine Kinderzulage von 300 Euro pro Kind. Es soll flexible Auszahlungsoptionen (Auszahlplan, Leibrente oder Kombination) sowie einen Kostendeckel von maximal einem Prozent für Standardprodukte. Gleichzeitig wird der Zugang vereinfacht und bürokratische Hürden reduziert. Ein Vorteil liegt auch in der breiteren Zielgruppe, da insbesondere jüngere Anleger angesprochen werden. Auch Selbstständige werden ins Konzept aufgenommen.

Aktienrente: Wissen ist Kapital

Die neue Vorsorge setzt stärker auf ETFs mit Aktien und andere Assets, wodurch sich Sparer eher mit Anlageklassen, Renditen und Risiken beschäftigen werden. Dadurch entsteht ein Lerneffekt, der langfristig das Verständnis für Börsenmechanismen und Vermögensaufbau stärkt und die Angst vor der Börse nimmt. Dies ist wichtig, denn der Anteil der Aktienbesitzer (Einzelaktien, ETFs und Fonds) in Deutschland liegt bei knapp einem Fünftel. Die Aktionärsquote in den USA liegt hingegen bei rund 60 Prozent.

Reicht diese Reform? Der Riester-Erfinder Walter Riester sagte zur neuen Aktienrente in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: „Eine obligatorische private Altersvorsorge würde die Vertriebskosten senken.“ Damit kritisiert er vor allem, dass die Reform keine verpflichtende Teilnahme vorsieht und aus seiner Sicht damit zentrale Effizienzpotenziale ungenutzt bleiben. Neobroker wie beispielsweise Scalable, Smartbroker oder Trade Republic erleichtern jedoch mittlerweile den Zugang durch geringe Gebühren und einfache Sparpläne auf verschiedene beliebte Indizes wie den S&P 500 oder den Nasdaq 100.

Rechenbeispiel für Aktienrente

Die durchschnittliche jährliche Rendite des beliebtesten ETF-Index MSCI World lagt langfristig bei grob sieben Prozent pro Jahr. Bei einem monatlichen Eigenbeitrag von 150 Euro und maximaler Förderung von 540 Euro jährlich, für eine Person ohne Kinder, ergibt sich über 40 Jahre Ansparzeit ein Endkapital von rund 500 000 Euro (ohne Kosten und Steuern). Hierbei kämen über 400 000 Euro aus Kapitalerträgen!

Das klingt doch super: Und für Investoren und Trader entsteht dazu ein neuer struktureller Nachfrageimpuls am Aktienmarkt. Mehr Kapital fließt in Indexprodukte, was langfristig die Marktbreite erhöht. Fazit: Die deutschen Sparer kommen endlich am Aktienmarkt an!

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Igor Hirsch

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