Wann hört der Abverkauf aus dem Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) endlich auf? Diese Frage trieb den Krypto-Markt seit der Zulassung der ersten Bitcoin-Spot-ETFs. Wochenlang eilten die neuen Bitcoin-ETFs von Rekord zu Rekord – nur Grayscale sorgte durchgehend für rote Zahlen. Das hatte seine Gründe, schließlich wurde der GBTC nicht neu aufgesetzt, sondern von einem geschlossenen Fonds in einen frei handelbaren ETF umgewandelt. So konnten plötzlich Hunderttausende Bitcoin verkauft werden, die seit Jahren akkumuliert worden waren. Außerdem waren die Gebühren bei Grayscale um ein Vielfaches höher als beim Rest der ETF-Anbieter. Wenngleich sich der Grayscale-CEO diesbezüglich kürzlich in Optimismus übte, glaubte kaum jemand, dass der Verkaufsdruck bald nachlassen würde. Ausgerechnet kurz nach Ende des historisch schwachen Aprils schrieb der GBTC dann aber plötzlich tatsächlich grüne Zahlen. Die positive Bilanz war nur von kurzer Dauer, das Signal aber stark. Der Bitcoin atmete auf und könnte neue Schübe aus dem asiatischen ETF-Markt erhalten: In Fernost wird gemunkelt, dass die Hong Konger Bitcoin-ETFs in ganz China handelbar werden.
Harte Korrektur – kurzes Grayscale-Glück
Der April war hart für den Bitcoin, aber noch viel schmerzhafter für die meisten Altcoins. Während die Krypto-Leitwährung in den Bereich der $57 000 abrutschte, verloren selbst die renommiertesten Altcoin-Projekte Dutzende Prozent ihres Kurswerts. Die kumulierte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen ohne Bitcoin und Ethereum fiel so stark wie seit über einem Jahr nicht mehr. Inmitten dieser rauen Aprilwochen hielten sich die Spot-ETFs zuerst recht gut, knickten aber immer stärker ein, je näher der Mai kam. Am Tag der Arbeit war dann mit über $560 Millionen der bisher heftigste Abfluss zu verbuchen. Und zum ersten Mal überhaupt rutschten sämtliche Bitcoin-ETFs in die roten Zahlen. Bis dahin hatte BlackRock als einziger Anbieter noch kein Minus hinnehmen müssen. Damit schien auch der letzte Damm gebrochen – es sah nicht gut aus für den Krypto-Markt, der unter anderem dank starker ETF-Zahlen noch im März auf einer Welle der Euphorie geschwommen war.
Dass die niedrigen Bitcoin-Preise aber eine ganz hervorragende Einstiegsmöglichkeit sein könnten, blieb auch den Anlegern an den klassischen Handelsbörsen nicht verborgen: Schon am 3. Mai flossen wieder fast $380 Millionen in die BTC-ETFs. Und ausgerechnet Grayscale vermeldete mit gut 1000 Bitcoins die zweitstärksten Zuflüsse der zehn Spot-ETF-Anbieter. Die Bitcoin-ETFs erlebten gleich das nächste Novum, diesmal ein positives: Waren am 1. Mai noch alle ETFs in die roten Zahlen gerutscht, so stand am 3. Mai erstmals bei keinem Anbieter ein Minus – Grayscale sei Dank. Am nächsten Tag wiederholte sich dieses Schauspiel, das Plus von Grayscale aber schrumpfte auf nur noch gut 60 hinzugefügte Bitcoins. Gestern war das kurze Glück wieder vorbei: Der GBTC verlor mehr als 450 Bitcoins und drückte die ETFs damit kollektiv in einen Verlust von fast 259 BTC.
Neue Hoffnung für Bitcoin und Co.
Trotzdem deutete der Krypto-Markt die ersten grünen Zahlen beim GBTC als Anzeichen der Besserung. Eine so starke Korrektur wie jene der letzten Wochen ist selbst in einem Bullenmarkt nicht ungewöhnlich. Deutliche Abflüsse aus den ETFs waren in Korrekturphasen erwartbar – die starke Volatilität digitaler Währungen trifft im traditionellen Finanzmarkt auf unvorbereitete Investoren. Dass der GBTC – wenn auch nur kurz – nach wochenlanger Anlegerflucht ins Plus drehte, zeigt den Erfolg des Grayscale-Marketings: Kürzlich gab der Vermögensverwalter bekannt, einen alternativen Bitcoin-ETF mit niedrigeren Gebühren an den Start zu bringen, in den GBTC-Halter umsteigen könnten. Das scheint nun die ersten Investoren angelockt zu haben. Positiv stimmt den Krypto-Sektor auch, dass der Bitcoin möglicherweise auf neuen Kaufdruck aus Fernost hoffen darf.
Zwar hatten die neuen Hong Konger Spot-ETFs noch keinen spürbaren Effekt – nun kursieren aber Gerüchte, dass deren Handel auf das gesamte chinesische Staatsgebiet ausgeweitet werden könnte. Das würde nicht nur Millionen potenzieller neuer Investoren, sondern auch eine bemerkenswerte Richtungsänderung der chinesischen Krypto-Politik bedeuten. Seit 2021 sind Krypto-Handel und Mining in der Volksrepublik verboten. Die Gerüchte bleiben aber vorerst ohne Bestätigung, offizielle Anzeichen für die Ausweitung des ETF-Handels gibt es aus China nicht. Dennoch zeigt sich neu aufkeimende Zuversicht im Markt. Spätestens, wenn die Sommerflaute im breiten Finanzmarkt vorbei ist, dürfte der Bull Run wieder Fahrt aufnehmen. Wer sich schon jetzt dafür positionieren möchte, findet alle nötigen Informationen und Preisprognosen in unseren Analysepaketen zu Bitcoin/Ethereum sowie den wichtigsten Altcoins.




