Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick:
Bestellwert (GMV): 4.06 Milliarden Euro (+5 Prozent zum Vorjahr)
Einnahmen (Umsatz): 2.84 Milliarden Euro (+7.3 Prozent zum Vorjahr)
Betriebsgewinn (EBIT, ohne Sonderkosten): 185.5 Millionen Euro (+8.1 Prozent)
Nettogewinn erstes Halbjahr: 106.5 Millionen Euro (+22.5 Prozent)
Aktive Kund*innen: 52.9 Millionen (+6.1 Prozent)
Umsatz und Gewinn steigen – trotz vorsichtiger Kunden
Zalando hat im zweiten Quartal 2025 seinen Umsatz um 7.3 Prozent auf 2.84 Milliarden Euro gesteigert. Der gesamte Wert aller Bestellungen auf der Plattform, das sogenannte Bruttowarenvolumen (GMV), wuchs um 5.0 Prozent auf 4.06 Milliarden Euro. Das GMV zeigt, wie viel Geld Kund*innen insgesamt für ihre Bestellungen ausgegeben haben, egal ob Zalando die Produkte selbst verkauft oder ob sie von Partnern stammen.
Vom Umsatz blieben nach Abzug der laufenden Betriebskosten wie Lagerhaltung, Versand, Werbung und Verwaltung 185.5 Millionen Euro als operativer Gewinn übrig.Trotz der guten Zahlen ist die Zalando-Aktie deutlich abverkauft worden. Die aktuelle Korrekturbewegung dürfte aber bald abgeschlossen sein.
Dieser Gewinn wird als bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern oder als bereinigtes EBIT bezeichnet, weil dabei Sonderkosten wie Übernahmekosten oder Mitarbeiteraktien herausgerechnet werden. Die Gewinnmarge (EBIT-Marge) blieb stabil bei 6.5 Prozent, das heißt, von jedem Euro Umsatz bleiben 6.5 Cent als operativer Gewinn übrig, also das Geld, das Zalando nach Abzug der laufenden Geschäftskosten verdient, bevor Steuern und Zinsen abgezogen werden.
Neuer Discovery-Feed soll das Shopping-Erlebnis personalisieren
Ein zentrales Projekt im Quartal ist der neue Discovery-Feed, der den bisherigen Startbildschirm in der Zalando-App ersetzt. Laut Zalando bietet dieser Feed Kund*innen „das Beste von Zalando an einem Ort: Von kuratierten Lifestyle-Boards und personalisierten Produktempfehlungen bis hin zu Livestream-Shopping, inspirierenden Kampagnen und hochwertigen redaktionellen Inhalten“. Ziel sei es, so Co-CEO David Schröder, das Einkaufserlebnis noch inspirierender zu machen und dadurch die Kundenbindung sowie das Werbegeschäft auszubauen.
Im B2B-Bereich, also dem Geschäft mit Marken und Händlern, erzielte Zalando ein Umsatzwachstum von 11.9 Prozent auf 502 Millionen Euro. Dieses Segment umfasst unter anderem Zalando Fulfilment Solutions (ZFS), bei denen Zalando Lagerung und Versand für Partner übernimmt. Die Übernahme von ABOUT YOU, die am 11. Juli 2025 abgeschlossen wurde, soll dieses Geschäft laut dem Berliner Unternehmen weiter stärken.
Zalando Plus mit 10 Millionen Mitgliedern
Die Zahl der aktiven Kund*innen wuchs um 6.1 Prozent auf 52.9 Millionen. Besonders das Treueprogramm Zalando Plus entwickelt sich positiv und zählt mittlerweile über 10 Millionen Mitglieder. Das Programm wurde in vier weiteren Ländern eingeführt und soll die Kundenbindung stärken, indem es Vorteile wie schnelleren Versand und exklusive Angebote bietet.
Für das Gesamtjahr 2025 rechnet Zalando nach der Übernahme von ABOUT YOU mit einem Bestellvolumen (GMV) von 17.2 bis 17.6 Milliarden Euro. Der Umsatz soll zwischen 12.1 und 12.4 Milliarden Euro liegen. Beim operativen Gewinn (bereinigtes EBIT) peilt das Unternehmen einen Wert zwischen 550 und 600 Millionen Euro an. Die Prognose basiert laut Zalando auf der Integration von ABOUT YOU sowie auf weiteren Effizienzsteigerungen in der Logistik und im Marketing.
Zalando Aktie Prognose
Trotz der positiven Quartalszahlen und obwohl die Ergebnisse im Rahmen der breiten Erwartungen lagen, wurde die Zalando-Aktie in den vergangenen Handelsstunden deutlich abverkauft. Überraschend kam diese Bewegung zumindest für die Kunden unseres DAX40-Pakets nicht. Schließlich rechnen wir schon länger mit einem deutlichen Rücksetzer zum Abschluss der grünen Welle 2 (Abonnenten erhalten exklusive Zielzonen mit konkreten Preisangaben für lukrative Einstiege). Zeitnah rechnen wir nun mit einem bullischen Richtungswechsel, damit der nächste impulsive Anstieg starten kann.
Übergeordnet befindet sich die Zalando-Aktie bereits seit dem Tief rund um den Jahreswechsel 2024 in einer impulsiven Aufwärtsbewegung, die allerdings noch nicht wirklich Fahrt aufgenommen hat. Deshalb geben wir unserer kurzfristig bärischen Alternative eines Abverkaufs bis unter die Unterstützung bei knapp 16 Euro eine moderate Wahrscheinlichkeit von 29 Prozent. Läuft hingegen alles nach Plan, kann Zalando schon bald die Hochs aus dem Jahr 2021 angreifen.




