Das Wichtigste in Kürze:
- Zalando-Umsatz lag bei drei Milliarden Euro.
- Zalando-EPS verfehlte mit -0.34 Euro den Konsens.
- Aktive Zalando-Kunden erreichten 62.3 Millionen.
- Bereinigtes EBIT stieg auf 64.8 Millionen Euro.
| Q1 2026 Quartalsergebnisse | Ist-Wert | Schätzung |
|---|---|---|
| Umsatz | €3.0B | €3.005B |
| EPS | -€0.34 | -€0.07 |
| B2C-Umsatz | €2.7B | €2.715B |
| B2B-Umsatz | €296.7M | €297.6M |
| Überleitungsumsatz | -€7.7M | -€7.7M |
Zalando Earnings: Umsatzwachstum trifft auf EPS-Enttäuschung
Zalando hat im ersten Quartal 2026 beim Umsatz kräftig zugelegt, den Marktkonsens aber knapp verfehlt. Die Erlöse stiegen um 23.8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf drei Milliarden Euro, erwartet waren 3005 Milliarden Euro; damit lag Zalando um 8.9 Millionen Euro unter den Schätzungen. Das Wachstum wurde wesentlich durch die ABOUT YOU-Übernahme getragen, während das Pro-forma-Wachstum mit 3.4 Prozent beim Umsatz deutlich moderater ausfiel.
Deutlich schwächer fiel die Ergebniszeile aus: Das EPS betrug -0.34 Euro nach erwarteten -0.07 Euro und verfehlte den Konsens damit um 0.27 Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 950 Prozent. Der Nettoverlust lag bei 87.6 Millionen Euro. Damit zeigt Zalando zwar operatives Wachstum, doch Integrationskosten und Belastungen unterhalb der operativen Ebene drückten spürbar auf das berichtete Ergebnis.
Zalando Segmente: B2C wächst, B2B liefert Marge
Im Kerngeschäft B2C erzielte Zalando einen Umsatz von 2.7 Milliarden Euro, verfehlte die Erwartung von 2715 Milliarden Euro aber leicht. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 24.0 Prozent. Wachstumstreiber war die Multi-App-Strategie über Zalando, ABOUT YOU und Lounge by Zalando. Die Zahl aktiver Kunden stieg um 18.9 Prozent auf 62.3 Millionen, die Bestellungen legten um 18.8 Prozent auf 69.5 Millionen zu. Der durchschnittliche Warenkorb lag bei 63.1 Euro, der Umsatz je Kunde bei 305 Euro.
Das B2B-Geschäft war der wichtigere Ergebnistreiber. Der Umsatz stieg um 23.6 Prozent auf 296.7 Millionen Euro und lag knapp unter den erwarteten 297.6 Millionen Euro. Das bereinigte B2B-EBIT sprang um 341.4 Prozent auf 25.6 Millionen Euro, nahezu im Rahmen der erwarteten 25.7 Millionen Euro. Die Marge erreichte 8.6 Prozent, gestützt durch ZEOS in 26 Märkten und 20 Vertriebskanälen.
Analyse für Zalando
Fundamental bleibt das Bild bei Zalando gemischt. Positiv ist, dass das bereinigte EBIT um 38.7 Prozent auf 64.8 Millionen Euro stieg und die bereinigte EBIT-Marge auf 2.2 Prozent kam. Die operative Marge lag ebenfalls bei 2.2 Prozent. Zudem steuerte ABOUT YOU bereits zehn Millionen Euro an Synergien bei. Gleichzeitig blieb die Bruttomarge nicht offengelegt, was die Qualität des Wachstums nur eingeschränkt bewertbar macht.
Wichtige Cashflow-Daten fehlten: Free Cash Flow und Operating Cash Flow wurden nicht offengelegt, ebenso wenig die jeweiligen Vorjahresveränderungen. Für den Kapitalmarkt ist das relevant, weil das Nettoumlaufvermögen bei -239.9 Millionen Euro lag und die Investitionen -69.7 Millionen Euro betrugen. Die Kombination aus starkem GMV-Wachstum von 21.7 Prozent auf 4.3 Milliarden Euro und einem Nettoverlust von 87.6 Millionen Euro signalisiert: Zalando skaliert, aber die Ergebnisqualität bleibt der zentrale Prüfstein.
Ausblick und Prognose
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Zalando eine ambitionierte, aber nicht risikofreie Zielspanne. Das Unternehmen erwartet ein berichtetes Wachstum von GMV und Umsatz zwischen zwölf Prozent und 17 Prozent. Das bereinigte EBIT soll 660 Millionen Euro bis 740 Millionen Euro erreichen. Damit setzt Zalando darauf, dass die ABOUT YOU-Integration, die B2B-Skalierung und Effizienzmaßnahmen die Profitabilität im Jahresverlauf stärker stützen.
Operativ liefern KI-Initiativen zusätzliche Impulse. Fast zehn Millionen Kunden nutzten im laufenden Jahr den Zalando Assistant, in der Logistik werden monatlich zwei Millionen Roboter-Picks verarbeitet, und 85 Prozent der Partnerartikel gehen binnen weniger als drei Tagen live. Für den Markt bleibt entscheidend, ob Zalando das starke Kundenwachstum in nachhaltige Gewinne übersetzt. Die EPS-Verfehlung im ersten Quartal 2026 zeigt, dass die Erwartungen an die zweite Jahreshälfte hoch bleiben.
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